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Rheinische Post Mediengruppe übernimmt den Bonner General-Anzeiger

Das Verlagsgebäude des General-Anzeiger in Bonn
© Sir James / CC BY-SA 3.0
Das Verlagsgebäude des General-Anzeiger in Bonn
Ein rheinisches Schwergewicht legt weiter zu: Die Rheinische Post Mediengruppe übernimmt den Bonner General-Anzeiger. Die Gesellschafter der Bonner Zeitungsdruckerei und Verlagsanstalt H. Neusser wollen alle Anteile an die Düsseldorfer Mediengruppe verkaufen. Zum Kaufpreis machen die beiden Verlage keine Angaben. 
Der Verkauf des Verlags ist für die bislang unabhängige Tageszeitung, die mit mehreren Regionalausgaben in Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Landkreis Ahrweiler erscheint, eine Zeitenwende. Der 1725 gegründete Verlag befindet sich seit 1801 im Besitz der Verlegerfamilie Neusser. "Für den Bonner General-Anzeiger beginnt nun eine neue Ära", erklärt Verleger und Herausgeber Hermann Neusser. "Wir sind überzeugt, dass die Zeitung, egal in welcher Form sie erscheint, als Qualitätsprodukt eine aussichtsreiche Zukunft hat. Wir freuen uns daher sehr, mit der Rheinische Post Mediengruppe ein starkes Unternehmen gewonnen zu haben, das mit seiner Größe und Professionalität den Bonner General-Anzeiger als gedruckte Zeitung und im Digitalen erfolgreich in die Zukunft führen wird." 


Der Bonner General-Anzeiger hat wie die meisten anderen Tageszeitungen auch in den vergangenen Jahren kontinuierlich an Auflage verloren. Aktuell liegt sie noch bei 64.840 Exemplaren (IVW 1/2018). Außerdem gehören die Anzeigenblätter Schaufenster/Blickpunkt und Extrablatt zu dem Verlag. Die Gruppe ist zudem an Radio Bonn/Rhein-Sieg und der Radio NRW-Muttergesellschaft Pressefunk Nordrhein-Westfalen beteiligt. 

Die Rheinische Post Mediengruppe (Rheinische Post) will mit der Übernahme ihre Aktivitäten im Kernmarkt Nordrhein-Westfalen im Tageszeitungsgeschäft "deutlich ausbauen und zudem ihr publizistisches Verständnis als 'Stimme des Westens' weiter stärken, teilt das Unternehmen mit. Der Bonner Generalanzeiger soll dabei weiterhin für eine "starke lokale Verankerung" stehen, betont Johannes Werle, Vorsitzender der Geschäftsführung der Rheinische Post Mediengruppe: "Gleichzeitig wird er von der publizistischen Kraft der Rheinischen Post profitieren. Zudem richten wir künftig einen stärkeren Fokus auf den Ausbau der digitalen Aktivitäten."


Die Rheinische Post Mediengruppe gehört zu den größten mittelständischen Zeitungsverlagen in Deutschland. Neben der konfessionell geprägten Rheinischen Post gehören die Saarbrücker Zeitungsgruppe, die die Titel Saarbrücker Zeitung, Pfälzischer Merkur, Trierischer Volksfreund und Lausitzer Rundschau herausgibt zu der Gruppe. Außerdem hält sie eine Beteiligung am Verlag der Aachener Nachrichten/Aachener Zeitung sowie an mehreren Anzeigenblättern und zahlreichen Radiosendern. Der Umsatz der Mediengruppe liegt laut Unternehmensangaben bei rund 700 Millionen Euro im Jahr. Das Bundeskartellamt muss der Übernahme noch zustimmen. dh
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