Zeit-Chef Rainer Esser

"Bündnisse sind der einzige Weg in die Offensive" / Paid Content zahlt sich aus

Zeit-Chef Rainer Esser
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Zeit-Chef Rainer Esser
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Bezahlinhalte und Vermarktungsallianzen – zu gleich zwei virulenten Verlagsthemen liefert Zeit-Geschäftsführer Rainer Esser neue Erfahrungswerte und Appelle. Einen Kollegen spricht er dabei sogar direkt an.

Das Besondere eines Jahres erkennt man manchmal erst im Nachhinein, beim Bilanzziehen. So mag es auch Zeit-Geschäftsführer Rainer Esser ergangen sein beim Zusammenrechnen der Zahlen für 2017: Zum ersten Mal seit langem sanken auch in seinem Haus die Print-Anzeigenerlöse wahrnehmbar; durch deutlich steigende Digitalwerbeumsätze blieben die Vermarktungserlöse aber immerhin stabil.

Esser nimmt den Print-Befund zum Anlass, deutlicher als zuvor für ein Anzeigenbündnis von Titeln wie Zeit, SZ und FAZ zu werben, nach dem Vorbild der digitalen Quality Alliance. Speziell seinen skeptischen FAZ-Kollegen Thomas Lindner möchte er überzeugen – und lädt indirekt auch Axel Springers Welt und WamS ein. „Wir müssen und wollen dem langsamen Abschmelzen der Printerlöse jetzt etwas Großes und Kraftvolles entgegensetzen“, sagt Esser im Interview mit HORIZONT (Ausgabe 9/2018 vom 1. März). Bündnisse seien „der einzige Weg, wie die Qualitätstitel wieder in die Offensive kommen“, so Esser. „Und das wissen alle, auch Thomas Lindner, den ich als sehr klugen Gesprächspartner außerordentlich schätze.“

Das vergangene Jahr war aber auch noch aus einem weiteren Grund ein besonderes für das Haus: Im März 2017 hatte Zeit Online sein Bezahl- und Registrierungsprogramm Z Plus gestartet, eine Kombination aus Freemium-, Metered- und Log-in-Modell. Dessen Erfolg zeigt sich jetzt auch finanziell: Um 42 Prozent auf 7 Millionen Euro sind die Online-Vertriebserlöse 2017 gestiegen. Auch deshalb, weil der Verlag seine (reinen) Digitalabos über Z Plus zum selben Preis anbietet wie wahlweise das Printabo. Parallel macht das Online-Werbegeschäft viel Freude: Trotz der neuen Registrier- und Bezahlschranken ist die Reichweite von Zeit Online nicht gesunken, sondern im Gegenteil sogar weiter gestiegen. Ebenso wie die Web-Werbeerlöse, vor allem durch eigentlich totgesagte Displayformate.

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„Wir sind froh, dass wir ein zukunftsfähiges, weil flexibles Mischmodell gewählt haben“, resümiert Zeit-Online-Geschäftsführer Christian Röpke nach fast einem Jahr Z Plus. Es biete „viele Stellschrauben, vermarktungsrelevante Reichweite und Vertriebserlöse nicht gegeneinander zu optimieren, sondern miteinander“. Auch hierzu lesen Abonnenten mehr in der HORIZONT-Ausgabe 9/2018 vom 1. März, inklusive detaillierter Umsatzzahlen der unterschiedlichen Bereiche für 2017. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Zeit-Gruppe einen Umsatz von 201 Millionen Euro, das sind 3 Prozent mehr als 2016. rp




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