Werbedeal

Yahoo will Tumblr von Facebook vermarkten lassen

Yahoo-CEO Marissa Mayer
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Yahoo-CEO Marissa Mayer
Verzweiflungstat? Ein Werbedeal mit Facebook soll bei Tumblr mehr Geld einbringen. Was mit dem Blogging-Plattform beim Verkauf der Yahoo-Geschäftsbereiche passiert, ist noch unklar.
Die Tumblr-Übernahme vor drei Jahren kristallisiert sich immer mehr als Flop heraus. Yahoo zahlte damals 1,1 Milliarden US-Dollar, schrieb allerdings vor einigen Wochen 230 Millionen US-Dollar des Wertes ab, weitere Abschreibungen sind geplant. Jetzt sickert auch durch, dass der Eigentümer nur zehn bis 15 Prozent des Werbeinventars auf der Blogging-Plattform verkauft.


Das will Yahoo-CEO Marissa Mayer ändern und strebt laut The Information einen Deal mit Facebook an. Tumblr soll in dessen Werbeangebot Audience Network integriert werden. Der einstige Suchmaschinenriese schreckt jedenfalls nicht vor Partnerschaften mit der Konkurrenz zurück. Einen Teil seines Inventars hat der Konzern an Microsoft und Google abgegeben.

Der Kauf von Tumblr ist die erste große Übernahme von Yahoo-CEO Marissa Mayer
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"Wir versprechen, es nicht zu versauen": Die Erklärung, mit der Yahoo die Pressemitteilung zur Übernahme des Blogging-Dienstes Tumblr einleitet, lässt erahnen, wie wichtig der Deal für das Unternehmen ist. Tumblr, mit dem Nutzer Texte, Bilder oder Videos auf eigenen Mikro-Blogs veröffentlichen können, soll Yahoo mehr junge Nutzer zuführen und so mehr Werbekunden anlocken. 1,1 Milliarden Dollar legt der einstige Internet-Pionier für Tumblr auf den Tisch, das als eigenständiges Unternehmen unter CEO David Karp weiterbestehen soll.

Erst kürzlich teilte Yahoo mit, die Sales-Abteilung von Tumblr wieder auszugliedern. Dass Tumblr bislang keine großen Werbeeinnahmen bringt, soll an dessen Gründer und CEO David Karp liegen. Als Gegner von klassischer Online-Werbung soll er die Vermarktung gebremst haben. Mit dem neuen Eigentümer wollte Tumblr Magazin-ähnliche Formate einführen, daraus wurde jedoch nichts.


Yahoo ist aktuell mit der Schließung von diversen Plattformen sowie den Verkauf von den Kerngeschäftsbereichen beschäftigt. Was mit Tumblr passiert, hat CEO Mayer noch nicht offen kommuniziert.

Dieser Artikel erschien zuerst bei t3n
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