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Ein anderes Selbstbewusstsein? "Das können wir uns im Herbst 2017 durchaus leisten", sagt Andreas Prasse
Alina Simmelbauer für HORIZONT
WallDecaux-Manager Andreas Prasse

"Out-of-Home wird die dritte Kraft im Mediamix"

Ein anderes Selbstbewusstsein? "Das können wir uns im Herbst 2017 durchaus leisten", sagt Andreas Prasse
Diese Liaison ist heiß - und hat das Potenzial zur dauerhaften Beziehung: Out-of-Home, eine der derzeit erfolgreichsten Gattungen im Werbemarkt, bandelt immer sichtbarer mit dem Wachstumsprimus Mobile an. Im Interview mit HORIZONT spricht WallDecaux-Manager Andreas Prasse über die neue Zusammenarbeit mit Adsquare, Investitionen in Technologie und erste Programmatic-Pläne.
von Katrin Ansorge Freitag, 20. Oktober 2017
Die Berliner Mobile-Data-Plattform Adsquare ermöglicht WallDecaux unter anderem den Zugriff auf Bluetooth-, Beacon-, GPS-, Navigations-, Mapping-, Verbraucher- und Micromarketing-Daten. "In der Praxis bedeutet das, dass wir wesentlich granularer als bisher nach Zielgruppen und Point of Interest planen und aussteuern können", sagt Prasse. Die Konfiguration der OoH-Netze werde dadurch immer individueller: "In Zukunft wird kein Netz mehr dem anderen gleichen."


Auch Adsquare-Geschäftsführer Tom Laband sieht großes Potenzial in der Zusammenarbeit. Beispielsweise könne man genau sagen, ob ein Standort überproportional von Studenten, Müttern, Männern mit hohem Haushaltsnettoeinkommen oder Menschen, die Interesse an einem Autokauf haben, besucht wird. Dieser gezielte Einsatz von Audience- und Bewegungsdaten und die Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten sei das spannende an der Kombination von OoH und Mobile.

Parallel zur Zusammenarbeit mit Adsquare hat sich WallDecaux als erster Außenwerber überhaupt der Mobile Marketing Association (MMA) angeschlossen. Dem Interessenverband gehören in Deutschland unter anderem Coca-Cola, Unilever, Facebook, Google und SAP XM an.

Außerdem spricht Andreas Prasse im Interview über...

Programmatic-Out-of-Home

"Ich halte nicht viel von großen Ankündigungen, die erst noch den Realitätstest bestehen müssen. Aber ich kann bestätigen, dass Programmatic-Out-of-Home auch für WallDecaux ein großes Thema ist. Wir haben, als JCDecaux-Gruppe und damit als Weltmarktführer der Außenwerbung, den Anspruch, eine weltweite Plattform für den programmatischen Ein- und Verkauf zu schaffen. Wenn die Infrastruktur steht und wir handlungsfähig sind, können wir uns gerne wieder über dieses Thema unterhalten. Aber wir müssen uns neben der technologischen auch über eine  strategische Komponente klar werden: WallDecaux bringt in erster Linie Premium-Inventar in den Markt – und wir haben ein sehr großes Interesse daran, dass das auch so bleibt. Wir haben weder Longtail noch Restplätze, die wir verschleudern müssen."
Das gibt es nicht mehr oft: Amazon, Apple, Facebook und Google sind für Andreas Prasse treue Kunden, keine Konkurrenten
© Alina Simmelbauer für HORIZONT
Das gibt es nicht mehr oft: Amazon, Apple, Facebook und Google sind für Andreas Prasse treue Kunden, keine Konkurrenten

OoH-Fans aus dem Silicon Valley

"Amazon, Apple, Facebook und Google haben im Jahr 2017 massiv eine Kombination aus analogen und digitalen Medien bei uns gebucht, weil sie dadurch die größte Sichtbarkeit im öffentlichen Raum bekommen – und genau darum geht es am Ende des Tages. Apple bucht überhaupt erst seit diesem Jahr digitale Werbeträger im öffentlichen Raum, seit wir über unsere digitalen City-Light-Poster die entsprechende Qualität zur Verfügung stellen können. Kein Einzelfall übrigens: Wir haben 2017 viele Neukunden für OoH gewonnen, gerade aus dem Luxus-Bereich, die es schätzen, an den besten Standorten auf extrem hochwertigen Flächen präsent sein zu können."

Kerngeschäft

"Ich glaube fest daran, dass die verbliebenen geklebten Großflächen und Litfaßsäulen noch sehr lange ihren Wirkungsbeitrag leisten werden, und wir würden uns bestimmt keinen Gefallen damit tun, jetzt quer durchs Land nur noch digitale Werbeträger zu verteilen. Das ist nicht unser Ansatz. Aber: Digital-Out-of-Home, in Premium-Qualität, an Premium-Standorten, stellt eine derart wirksame Ergänzung unseres analogen Portfolios dar, dass wir allen Grund haben, euphorisch zu sein."

Premium und Pläne

"Unser neuer Claim ,Premium Out of Home' steht für unseren Anspruch, den Markt der Premium-Out-of-Home-Flächen komplett zu vertreten. Dahinter steckt ein anderes Selbstbewusstsein, ja, aber das können wir uns im Herbst 2017 auch durchaus leisten. Wir werden für OoH weiter Marktanteile gewinnen und wir wollen über alle Mediapläne hinweg neben TV und Digital die dritte Kraft im Mediamix werden. Und natürlich haben wir die magische 10-Prozent-Marke stets vor Augen und sind heute sicherer denn je, dass wir sie innerhalb der nächsten fünf Jahre auch erreichen können." kan
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