Wall Street Journal

Der Playboy prüft die Einstellung des Print-Magazins

Die März/April-Ausgabe des "Playboy"
Playboy
Die März/April-Ausgabe des "Playboy"
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Naht bald das Ende des Playboy-Magazins? Einem Bericht des Wall Street Journals zufolge scheint es möglich. Demnach ziehen es die Verantwortlichen von Playboy Enterprises in Betracht, die Print-Ausgabe nach fast sieben Jahrzehnten einzustellen und das Kerngeschäft auf Licensing und Markenpartnerschaften zu legen. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.
Im Wall Street Journals wird Ben Kohn, Interim-CEO von Playboy Enterprises, zitiert. Er will demnach sein Unternehmen bereits in diesem Jahr vom Medium hin zu einer Brand-Management-Company wandeln und somit vermehrt den Namen "Playboy" sowie das populäre Häschen-Logo vermarkten. Auch Unternehmenskooperationen und Markenpartnerschaften sollen geschlossen werden. Derzeit gibt es beispielsweise bereits einen Playboy Club in New York.

Der Grund dafür? Die Welt des Playboys sei so viel mehr als ein kleines, veraltetes Print-Magazin, sagt Kohn. Seit 2011 wandelt sich Playboy immer mehr zu einer Lifestyle-Marke, immer öfter wird das Bunny-Logo auf Kleidungsstücke, Drogerieartikel oder Portemonnaies gedruckt. Die Lizenzgeschäfte machen laut WSJ schon jetzt etwa die Hälfte des jährlichen Unternehmensumsatzes aus.

Auslöser für die potenzielle Einstellung der Männerzeitschrift könnte der Tod von Playboy-Gründer Hugh Hefner im vergangenen September sein. Hefner kaufte das Unternehmen im Jahr 2011 mit dem Finanzinvestor Rizvi Traverse und nahm es von der Börse. Zu diesem Zeitpunkt erhielt der Investor zwar einen kontrollierenden Anteil von etwa 65 Prozent, versprach aber, dass es das Playboy-Printmagazin so lange geben wird, bis Hefner stirbt. Das Versprechen ist nun eingelöst. Nach Informationen des WSJ will Traverse nun auch noch die 35 Prozent der Unternehmensanteile kaufen, die Hefners Erben halten.

Laut Kohn ist Playboy 2017 profitabel gewesen. Für 2018 ist ein Wachstum von 20 Prozent geplant. Dass das Print-Magazin als Verkaufsschlager dazu beiträgt, glaubt der Interim-CEO allerdings nicht. Das hat seinen Grund, denn auch an dem Erotikmagazin ging die Print-Krise nicht vorbei. Lag die reguläre Auflage in den USA zum Höhepunkt im Jahr 1975 noch bei 5,6 Millionen Exemplaren, gingen Anfang 2015 nur noch 800.000 Exemplare über die Ladentheke. Auch in Deutschland gibt es einen deutlichen Abwärtstrend. bre

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