VDZ-Trendumfrage

Digitales und neue Geschäftsfelder tragen 2018 fast zur Hälfte der Verlagsumsätze bei

VDZ-Geschäftsführer Stephan Scherzer
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VDZ-Geschäftsführer Stephan Scherzer
Mit 14,8 Milliarden Euro erwirtschafteten die Zeitschriftenverlage und ihre 60.000 Mitarbeiter 2017 nach Angaben des VDZ einen ähnlich stabilen Umsatz wie im Vorjahr. Damit das so bleibt, plane ein Viertel der Häuser auch 2018 neue Periodika und fast die Hälfte Print-Sonderausgaben, wobei nicht wenige davon die Fußball-WM zum Thema haben werden.

Zu halten sein werde der Umsatz jedoch nur durch Investitionen in redaktionelle Digitalangebote, was 51 Prozent der vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger befragten Mitglieder vorhaben. Auch das Erschließen neuer Geschäftsfelder schreitet voran. Das erläuterte VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer jüngst im HORIZONT-Interview (09/2018).

Gegenläufig entwickelt sich der Print-Anteil am Gesamtumsatz. Nach 57 Prozent im Vorjahr wird er 2018 voraussichtlich auf 55 Prozent und perspektivisch weiter sinken. Mit 21,5 Prozent tragen das Digital-, mit 23,5 Prozent sonstige Geschäfte zum Gesamtumsatz bei. Die Fachpresse, die mit mehr als 4000 Titeln, 360-Grad-Inhalten und Services nahezu jeden Wirtschaftszweig begleiten, nannte Scherzer das "gesunde, stabile Rückgrat der Zeitschriftenbranche".

Gegen den rückläufigen Einzelverkauf kämpfen dagegen die Publikumstitel und erkennen in Abonnenten ihre wichtigsten Leser. Das gilt im Gedruckten wie im Digitalen. Hier hätten die Zeitungen einen Vorsprung, sagte Scherzer, doch die Zeitschriften zögen nach. Paid-Content stünde in allen Häusern ganz oben auf der Agenda.

Was die VDZ-Trendumfrage außerdem zeigt: Die Mehrheit der Verleger setzt dank der GWB-Novelle auf verlagsübergreifende Kooperationen in nicht-journalistischen Geschäftsfeldern. Dazu sagte Scherzer: "Zu den globalen Mega-Playern, den Duopolen im Privat-TV oder der Konzentration bei den Mediaagenturen lassen sich jetzt erstmals Gegenentwürfe realisieren". Sie hätten das Potenzial, zu einem faireren Marktgleichgewicht beizutragen. usi




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