VAUNET-Chef Hans Demmel

"Mit unseren Gebühren werden US-Konzerne stärker gemacht"

Hans Demmel kritisiert die Social-Media-Aktivitäten der Öffentlich-Rechtlichen
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Hans Demmel kritisiert die Social-Media-Aktivitäten der Öffentlich-Rechtlichen
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Hans Demmel, Vorstandsvorsitzender des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien (VAUNET), beobachtet die Facebook-Aktivitäten von ARD und ZDF mit Sorgen. Die öffentlich-rechtlichen Sender würden die Plattform mit Inhalten "vollpumpen". Die Konsequenz: "Wir zahlen Gebühren dafür, dass Facebook im Umfeld Werbegelder einnimmt", sagt Demmel im Video-Interview mit HORIZONT Online und turi2.tv.
Dadurch würden letztendlich US-Konzerne mit Gebührengeldern aus Deutschland finanziert. "Das kann aus unserer Sicht nicht sein." Und wie halten es die Privaten mit Social Media? "Unser Verhältnis zu Social Media ist ein schwieriges", gibt Demmel zu. "Wir versuchen Inhalte so zu platzieren, dass sie unsere eigenen Seiten stärken."
Doch nicht nur was ARD und ZDF auf Facebook machen, ist Demmel ein Dorn im Auge - die Netz-Aktivitäten der Öffentlich-Rechtlichen allgemein gehörten eingeschränkt: "Ich bin kein Freund eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks, der über alle Maßen ausufert und der alle Bereiche, die privatwirtschaftlich abgedeckt werden könnten, abdeckt und darüber hinaus die Geschäftsmodell von Unternehmen langfrisitig in Bedrängnis bringt."


Der VAUNET-Chef sieht außerdem das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem allgemein derzeit unter Druck, die Akzeptanz in der Bevölkerung dafür schwinde. Demmel schätzt, dass in einer Abstimmung heute ein Viertel der Deutschen gegen den Rundfunkbeitrag stimmen würden. ire
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