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Jessica Stansfield ist Head of Global Product Policy von Google
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Trust & Safety in Ads 2017 Report

Google entfernte im vergangenen Jahr 3,2 Milliarden Anzeigen

Jessica Stansfield ist Head of Global Product Policy von Google
Google gehen immer mehr irreführende und unerlaubte Anzeigen ins Netz. Im vergangenen Jahr entfernte der Suchmaschinenriese insgesamt 3,2 Milliarden Ads aus seinen Netzwerken - mehr als 100 Anzeigen pro Sekunde. Auch die Zahl der gesperrten Seiten und Adword-Accounts stieg weiter an. Das geht aus dem neuen Trust & Safety in Ads 2017 Report (ehemals "Bad Ads Report") von Google hervor. 
von David Hein, Mittwoch, 14. März 2018
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Die Zahl der entfernten Anzeigen stieg im vergangenen Jahr auf ein neues Rekordniveau. 2016 löschte Google 1,7 Milliarden Anzeigen, im Jahr zuvor waren es lediglich 700 Millionen "Bad Ads", die gegen die Werberichtlinien des Konzerns verstießen. Jessica Stansfield, die als Head of Global Product Policy für die Einhaltung der Richtlinien in der EMEA-Region veantwortlich zeichnet, führt die steigenden Zahlen zum einen auf mehr Verstöße gegen die Richtlinien zurück, zum anderen aber auch auf die verstärkten Anstregungen von Google im Kampf gegen irreführende Werbung. 

So habe Google im vergangenen Jahr über 12.000 Websites wegen Scrapings, dem Kopieren von Inhalten anderer Seiten, für Werbung gesperrt. 7000 Adword-Accounts wurden wegen "Tabloid Cloaking" geperrt. Dabei werden Nutzer durch Anzeigen im Gewand von Nachrichten auf rein kommerzielle Websites gelockt. Im Vorjahr mussten deswegen lediglich 1400 Accounts gelöscht werden. 130 Millionen Ads wurden wegen schädlichen Verhaltens entfernt, 79 Millionen wegen der Verbreitung von Malware, 66 Millionen Trick to Click-Anzeigen und 48 Millionen Anzeigen, die Nutzer zur Installation unerwünschter Software aufforderten. 

Google setzt bei der Bekämpfung solcher Anzeigen einerseits auf neue technologische Lösungen wie dem im vergangenen Jahr eingeführten "Page Level Enforcement". Dabei wird gezielt die Werbung auf einzelnen Websites unterdrückt. Im vergangenen Jahr wurden auf diese Weise pro Monat 2 Millionen Websites von der Refinanzierung via Google Adword abgeschnitten. Außerdem wurden 320.000 Publisher und 90.000 Websites aus den Werbenetzwerken ausgeschlossen.

Andererseits setzt Google auch verstärkt auf den Faktor Mensch, um Verstöße gegen seine Werberichtlinien zu ahnden. Laut Google-Managerin Jessica Stansfield wird die Zahl der Mitarbeiter zur Überprüfung von Anzeigen in diesem Jahr auf 10.000 Mitarbeiter weltweit aufgestockt. 

In diesem Jahr hat sich das Trust & Safety-Team vor allem den Kampf gegen Anzeigen für fragwürdige und spekulative Finanzprodukte und Glücksspielanbieter auf die Fahnen geschrieben. dh

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