#TrumpDown

So feiert das Web Trumps elfminütige Funkstille auf Twitter

Für ganze 11 Minuten war Trumps heißer Draht in die Öffentlichkeit nicht verfügbar
© Screenshot Twitter
Für ganze 11 Minuten war Trumps heißer Draht in die Öffentlichkeit nicht verfügbar
Ein Twitter-Mitarbeiter "zieht den Stecker" von Trumps Twitter-Account. Elf Minuten ist der wohl wichtigste Kommunikationskanal des US-Präsidenten dicht. Twitter spricht zunächst von einem "menschlichen Fehler". Doch was steckt dahinter? Die Netzwelt ist jedenfalls amüsiert.

An seinem letzten Arbeitstag hat ein Twitter-Mitarbeiter das private Konto von Donald Trump abgeschaltet. Wer in der Nacht zum Freitag sehen wollte, was der US-Präsident im Kurznachrichtendienst schreibt, bekam die Fehlermeldung, dass die Seite nicht existiere. Nach elf Minuten tauchte das Konto wieder auf.

Als Grund für die Deaktivierung nannte Twitter zunächst den "menschlichen Fehler" eines Angestellten. "Der Account war elf Minuten lang abgeschaltet, wurde dann wiederhergestellt", hieß es in einer ersten Erklärung. "Wir untersuchen den Fall weiter und unternehmen Schritte, damit sich dies nicht wiederholt."

Später schob Twitter nach, die Untersuchungen hätten ergeben, dass der Account von einem Kundenbetreuer des Unternehmens "an seinem letzten Arbeitstag" abgeschaltet worden sei. Die Untersuchung laufe weiter. 

Dazu hat sich Trump inzwischen selbst zu Wort gemeldet. Auf seinem wieder aktiven Twitter-Account forderte er, die Aktion müsse Konsequenzen haben. 

Auf Twitter wird der Mitarbeiter, der den US-Präsidenten für elf Minuten kaltstellte, unterdessen gefeiert. "Er ist ein Held, auf den wir gewartet haben. Mehr mehr mehr!", schreibt ein Nutzer. Eine Userin beschreibt den Twitter-Angestellten im Duktus der Trump-Entourage als "Held des Jahres 2017". "The twitter employee who shut down 45's account is my 2017 hero! Period. Bigger balls than all of trumpettes together!", schreibt sie. Der inzwischen offenbar ausggeschiedene Twitter-Mitarbeiter wird in vielen weiteren Kommentaren gelobt. Das Unternehmen brauche mehr Leute wie ihn oder sie, schreibt einer. Ein anderer will ihm einen Orden verleihen. Zudem wird vorgeschlagen, den Account erneut abzuschalten. Twitter sollte dies als einen Dienst an der Öffentlichkeit verstehen. "Das könnte einen Krieg verhindern", schreibt ein User. Ein Nutzer glaubt sogar, dass die symbolische Weltuntergangsuhr durch die kurzzeitige Abschaltung des Trump-Accounts für einen Moment eine Minute zurückgestellt worden sei, und fordert den Friedensnobelpreis für den ausgeschiedenen Twitter-Mitarbeiter.

Ausgewählte Tweets zu #Trumpdown

Trump folgen auf Twitter mehr als 41 Millionen Menschen. Der US-Präsident versteht es sehr gut, den Kanal für sich zu nutzen. Er war schon im Wahlkampf das Herzstück seiner Kommunikation. Oft haben seine Nachrichten einen aggressiven Tonfall. Immer wieder beschimpft er auf Twitter politische Gegner oder ihm unliebsame Medien. Trump selbst hat erklärt, Twitter sei der beste Weg, um seine Botschaften ungefiltert zu verbreiten. Das offizielle Twitter-Konto des US-Präsidenten war von dem Zwischenfall nicht betroffen. mas/dpa




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