Thomas Rabe

Bertelsmann macht 17 Milliarden Euro Umsatz und erzielt Rekordergebnis

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Bertelsmann kommt seinem Umsatzziel von 20 Milliarden Euro bis 2020 näher. Im vergangenen Jahr hat der Medienkonzern aus Gütersloh gut 17 Milliarden Euro Umsatz erzielt. "Wir haben also einen guten Teil der Wegstrecke schon geschafft", sagt Bertelsmann-Chef Thomas Rabe im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 
Das operative Ergebnis sei sogar auf einen neuen Höchstwert gestiegen, der Gewinn lag bei über einer Milliarde Euro. Eine wichtige Stütze des Geschäfts sind dabei mittlerweile die Digitalgeschäfte. "Sie tragen unser Wachstum", betont Rabe. In den kommenden Jahren soll der Digital-Umsatz, zu dem unter anderem die Onlineerlöse von RTL und Gruner + Jahr, die Videoproduktion von Fremantle, der Musikverlag BMG und die Dienstleistungen von Arvato zählen, von aktuell 5 Milliarden auf 7 Milliarden Euro steigen.

Schwierig bleibe die Digitalisierung des Zeitschriftengeschäfts. "Im Journalismus sind, verglichen mit anderen Medien, Bezahlangebote am schwierigsten. Das ist seit Jahren so, und es ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ein weltweites Phänomen." 

Kritisch äußert sich Rabe zum Wettbewerb mit Internetgiganten wie Google, Facebook & Co. Hier gebe es wegen der unterschiedlichen Regulierung keine Wettbewerbsgleicheit. "Wenn Sie an Medienregulierung denken, an Regulierung der Werbemärkte, an die Anwendung von Wettbewerbsrecht, dann gibt es schlicht und ergreifend keine Wettbewerbsgleichheit zwischen den Tech-Plattformen und den Medienunternehmen", so Rabe. "TV-Sender unterliegen zum Beispiel viel strengeren Vorgaben als Online-Videoplattformen. So können Youtube & Co. weitgehend selbst entscheiden, wie viel Werbung sie anbieten."

Wenn man dann noch die Besteuerung sehe, sei die Wettbewerbsverzerrung komplett. Darauf müsse die Politik auf europäischer Ebene eine Antwort finden. "Es geht darum Europa wettbewerbsfähiger zu machen, auch in der Regulierung beziehungsweise durch Deregulierung." Er setze darauf, dass Deutschland nach der Regierungsbildung gemeinsam mit Frankreich die Reform der EU vorantreiben werde. 

Bertelsmann stellt seinen kompletten Geschäftsbericht für 2017 am 27. März vor. dh


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