Tageszeitungen

Madsack und DuMont bündeln überregionale Berichterstattung

Madsack-Chef Thomas Düffert
Madsack
Madsack-Chef Thomas Düffert
Die Medien-Gruppen Madsack und DuMont arbeiten in der überregionalen Berichterstattung künftig eng zusammen. Eine gemeinsame Redaktion in Berlin soll ab Herbst für die überregionalen Politik- und Wirtschaftsthemen zuständig sein, die entsprechenden Zeitungsseiten für sechs DuMont-Blätter sollen vom RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND, Madsack) in Hannover produziert werden. Das teilten die beiden Konzerne am Mittwoch mit.
Madsack übernimmt demnach 75 Prozent der RND Berlin GmbH, DuMont 25 Prozent. Die Zusammenarbeit soll zum 1. Oktober gestartet werden. Im RND-Hauptstadtbüro sind bisher acht Mitarbeiter beschäftigt, zehn weitere journalistische Stellen sollen ausgeschrieben werden. Bei DuMont arbeiten nach Angaben eines Sprechers derzeit in der Hauptstadtredaktion 16 Mitarbeiter. Der jetzige RND-Büroleiter Gordon Repinski soll diese Position in der neuen Struktur behalten. Geschäftsführer der RND Berlin GmbH werden die RND-Chefs Wolfgang Büchner und Uwe Dulias. 

Madsack und DuMont gehören zu den Konzernen, die als Reaktion auf die sinkende Zeitungsauflage und zur Entwicklung neuer digitaler Angebote seit einigen Jahren in Zentralredaktionen überregionale Inhalte für ihre Blätter produzieren. Eine Zusammenarbeit der Gruppen in der am Mittwoch bekanntgegebenen Größenordnung hat es bisher nicht gegeben. Das Bundeskartellamt muss der Zusammenarbeit noch zustimmen. 



Das RND produziert bisher überregionale Inhalte für die in Nord- und Ostdeutschland erscheinenden Madsack-Zeitungen (unter anderem "Hannoversche Allgemeine Zeitung", "Leipziger Volkszeitung", "Märkische Allgemeine") und für andere Medien. 


Mit sechs neuen DuMont-Zeitungen als Partner ("Kölner Stadt-Anzeiger", "Berliner Zeitung", "Mitteldeutsche Zeitung", "Express", "Berliner Kurier" und "Hamburger Morgenpost") wächst die Reichweite des RND auf täglich bis zu 6,8 Millionen Leser. Die Gesamtauflage der Zeitungen, die vom RND entweder ganze Seiten oder einzelne Inhalte beziehen, beträgt nach Madsack-Angaben inklusive der sechs DuMont-Zeitungen 2,3 Millionen Exemplare. 

"Die publizistische Relevanz unseres RedaktionsNetzwerks Deutschland nimmt durch die Partnerschaft nochmals deutlich zu", sagte der Vorsitzende der Madsack-Konzerngeschäftsführung, Thomas Düffert. DuMont-Herausgeber Christian DuMont Schütte sagte: "Die Partnerschaft stellt noch intensivere Recherche und hervorragende Berichterstattung relevanter Themen aus Politik und Wirtschaft sicher." 

Die DuMont Mediengruppe hatte ihren Wachstumskurs zuletzt fortgesetzt und den Umsatz im Geschäftsjahr 2017 um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 615 Millionen Euro gesteigert. Das Konzernjahresergebnis verbesserte sich auf 6,5 Millionen Euro (2016: 3,2 Millionen Euro). Madsack erzielte 2016 einen Umsatz von 661 Millionen Euro (plus 12,1 Millionen Euro). Angaben zum Nettogewinn macht die hannoversche Mediengruppe nicht. dpa
stats