TV-Kompetenz

Medienrat forciert Kennzeichnungspflicht für Scripted Reality

Unter anderem RTL setzt am Nachmittag auf Scripted Reality
Unter anderem RTL setzt am Nachmittag auf Scripted Reality

Keine Fiktion: Medienkontrolleure konkretisieren ihre Forderung nach einer Regulierung so genannter "Scripted Reality"-Formate im Fernsehen. Hierbei geht es um erfundene Alltagsreportagen, in denen Laiendarsteller nach Drehbuch agieren - wodurch die Inhalte oft noch dramatischer, weil scheinbar authentisch, wirken als etwa bei Doku-Soaps.



Nach einem entsprechenden Vorstoß im Sommer fordert der Medienrat der Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein (MA HSH) nun von der Gremienvorsitzendenkonferenz der Landesmedienanstalten, noch im November eine "sinnvolle" Kennzeichnungspflicht für "Scripted Reality"-Formate zu beschließen. Die Hamburger wollen, dass TV-Sender diese Sendungen künftig "einheitlich und deutlich wahrnehmbar" im Vor- und Nachspann kennzeichnen.

Sollten die Sender dieser Aufforderung nicht auf freiwilliger Basis nachkommen, will die MA HSH den Gesetzgeber bitten, eine entsprechende Regelung im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag aufzunehmen. "Besonders Kindern und Jugendlichen fällt es oft schwer, fiktive von realen Elementen zu unterscheiden", sagt Lothar Hay, Vorsitzender des Medienrats der MA HSH: "Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass es in der Folge zu langfristigen Veränderungen in Hinblick auf Einstellungen, Weltbilder und Normalitätsvorstellungen bis hin zur Übernahme von Deutungsmustern und Vorurteilen kommen kann." rp
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