Sport-1-Geschäftsführer Olaf Schröder

"Man muss Rechte nicht immer exklusiv besitzen"

Olaf Schröder ist Geschäftsführer von Sport 1 und Vorstandsvorsitzender Constantin Medien AG
© Sport 1
Olaf Schröder ist Geschäftsführer von Sport 1 und Vorstandsvorsitzender Constantin Medien AG
Sport 1 hat ein schwieriges Jahr hinter sich: Erst der Streit in der Führung des Mutterkonzerns Constantin Medien, als kurzzeitig sogar ein Verkauf des Senders diskutiert wurde. Dann musste der Medien-Konzern eine äußerst dürftige wirtschaftliche Bilanz für seinen Sportbereich vorlegen. Im 26. Jahr seines Bestehens soll der Sender wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Wie das gelingen soll, erklärt Geschäftsführer Olaf Schröder im Interview.

Olaf Schröder über...

...das Jahr 2017: "2017 war ein schwieriges Jahr, keine Frage. Letztendlich hat das aber dafür gesorgt, dass wir näher zusammengerückt sind. Deswegen geht mein größter Dank an die Mitarbeiter: Man muss schon ein wirklich loyales Team haben, wenn in der Presse über den Verkauf des eigenen Unternehmens spekuliert wird. Jede Krise hat auch etwas Gutes: Man kann es im nächsten Jahr besser machen."


...seinen Kurs für das neue Jahr: "Wir sind mit Sport1 als führender 360-Grad-Sportplattform im deutschsprachigen Raum hervorragend aufgestellt. Mit dem Free-TV-Sender, zwei Pay-TV-Sendern, Online, Mobile, Radio und Social Media haben wir eine hervorragende Verwertungskette. Natürlich müssen wir wie alle anderen Medienunternehmen weiter an digitalen Geschäftsmodellen arbeiten. Aber dass es funktionieren kann, wissen wir: Sport1 verdient mit der Fußball-Bundesliga Geld. Das kann wahrscheinlich nicht jeder von sich behaupten, gerade mit Blick auf dauerhaft tragfähige Geschäftsmodelle."

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... kommende Programm-Innovationen: "Einer der größten Coups für 2018, der uns gelungen ist, ist Boxen. In den kommenden drei Jahren zeigen wir gemeinsam mit Team Sauerland samstags in der Prime-Time über 20 Box-Abende jährlich à vier bis fünf Stunden mit knapp einhundert Kämpfen live im Free-TV und auf unseren digitalen Plattformen. Im Februar stehen die ersten Events auf dem Programm, u.a. am 17. Februar mit Vincent Feigenbutz als einem der großen deutschen Hoffnungsträger. Unsere klare Prämisse dabei ist der Fokus auf den Sport. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, den Boxsport wieder dorthin zu bringen, wo er hingehört."

... die Boom-Sportart E-Sports: "Wir fühlen uns im E-Sports sehr wohl und sehen uns hier auch als Pionier und Vorreiter. Ob es das nächste große mediale Ding wird, wird sich zeigen. Die Frage ist vielmehr: Wie distribuiere ich es, wie werte ich es aus und wie lässt sich daraus ein langfristig tragfähiges Geschäftsmodell machen. Diese Frage konnte bislang noch niemand beantworten. Wir jedenfalls würden keine Mondpreise bezahlen, nur um dabei zu sein." ... die Situation auf dem Sportrechte-Markt: "Man muss Rechte nicht immer exklusiv besitzen. Wir haben zum Beispiel eine Kooperation mit Sky, die uns berechtigt, Highlight-Clips der Champions League am Folgetag auf unseren digitalen Plattformen zu distribuieren. Wir haben zudem mit dem 'Fantalk' zur Champions League ein Format etabliert, welches jetzt auch schon fast zehn Jahre funktioniert."


... Kooperationen mit anderen Medien: "Damit sind wir erfolgreich. Wir kooperieren ja mit vielen Partnern, wie der Telekom, DAZN und Amazon. Als Schnellboot zwischen den großen Tankern haben wir unsere Rolle gefunden. Ein Beispiel: Die Audio-Rechte der Fußball-Bundesliga haben wir 2016 an Amazon verloren. Heute produziert Plazamedia für Amazon und Sport1 erbringt redaktionelle Dienstleitungen. Wir haben also aus einem schwierigen Geschäftsmodell ein profitables gemacht."ire

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