Spon-Geschäftsführer

Jesper Doub kehrt dem Spiegel den Rücken und geht zu Facebook

Spiegel-Online-Geschäftsführer Jesper Doub
© Spiegel Gruppe
Spiegel-Online-Geschäftsführer Jesper Doub
Jesper Doub, Geschäftsführer von Spiegel Online und Verlagsleiter im Spiegel Verlag, kehrt dem Unternehmen den Rücken. Der 48-Jährige verlässt den Spiegel im Laufe des Jahres auf eigenen Wunsch und geht als Director of News Partnerships EMEA zu Facebook. 
Doub kam im Herbst 2014 als Chief Technology Officer und Leiter IT zum Spiegel Verlag, im August des folgenden Jahres wurde er zum Geschäftsführer von Spiegel Online und Verlagsleiter des Spiegel Verlags befördert. Die Trennung erfolgt offensichtlich im Guten. Spiegel-Geschäftsführer Thomas Hass verabschiedet seinen Kollegen zumindest mit warmen Worten.


"Ich bedaure das Ausscheiden von Jesper Doub sehr und danke ihm herzlich für die hervorragende Zusammenarbeit im Führungsteam der Spiegel-Gruppe", teilt Hass mit. "Gemeinsam haben wir eine Menge erreicht. Von der Stabilisierung unseres Verlags über das Starten neuer Produkte und Dienstleistungen bis zum Wachstum unseres Digitalgeschäfts, das – auch nach dem Rekordjahr 2017 bei Spiegel Online – inzwischen einen erheblichen Teil zum Erfolg der Spiegel-Gruppe beiträgt." 

Doub begann seine Karriere 1998 als Projektleiter IT und im Business Development der elektronischen Medien bei Axel Springer. Es folgten leitende Positionen bei einer Multimedia-Agentur, der Bauer Media Group und als Chief Information Officer bei M. DuMont Schauberg.


Bei Facebook wird sich der Wirtschaftsingenieur als Director of News Partnerships EMEA um Partnerschaften mit Medienunternehmen und Journalisten kümmern. "Ich freue mich darauf, meine Erfahrung einzubringen und gemeinsam mit Medienpartnern und den Facebook-Teams an Lösungen für die Zukunft des Journalismus zu arbeiten, unter anderem durch das Facebook-Journalismus-Projekt", teilt Doub natürlich via Facebook mit.

Doub gilt als schlauer Kopf, der sich und seine Anliegen und Projekte exzellent und tatkräftig zu präsentieren weiß und im Haus bestens und strategisch vernetzt ist. Dem Vernehmen nach haben der frühere Spiegel-Online-Chefredakteur Florian Harms sowie der Verlagsleiter Michael Plasse das Haus unter anderem nach und wegen Meinungsverschiedenheiten mit Doub verlassen.

Im Haus erzählt man sich, dass der ehrgeizige Däne gerne weiter im Verlag aufgestiegen wäre – etwa zum Co-Geschäftsführer der Gruppe neben Thomas Hass. Auch hätte Doub es wohl gerne gesehen, wenn der neue Produktentwicklungschef Stefan Plöchinger direkt an ihn berichtet hätte anstatt an Hass. Doch diese Wünsche haben ihm die Gesellschafter und Hass versagt, ebenso wie manche Pläne zu Stellenausbauten in seinen Bereichen. Auch gibt es etliche Stimmen im Haus, die sagen, der Digitalmanager Doub habe stets etwas gefremdelt mit der (Print-) Redaktion – und umgekehrt. Eine missliche Situation angesichts des bevorstehenden Riesenprojektes, die Redaktionen von Print und Online zusammenzuführen. Das Angebot von Facebook kam da wohl wie gerufen. dh/rp

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