Spenden statt Werbung Flattr kooperiert mit AdBlock Plus

Dienstag, 03. Mai 2016
Flattr Plus ist ein gemeinsames Projekt von Flattr und den AdBlock-Plus-Machern
Flattr Plus ist ein gemeinsames Projekt von Flattr und den AdBlock-Plus-Machern
© Screenshot: flattrplus.com

Die Finanzierung kostenloser Online-Inhalte wird zunehmend schwieriger, da immer mehr Menschen einen Werbeblocker einsetzen. Dadurch entgehen den Seitenbetreibern die notwendigen Werbeeinnahmen, um Autoren, Bildrechte, Server-Kosten und mehr zu bezahlen. Ausgerechnet Eyeo, die Firma hinter dem beliebten Werbeblocker AdBlock Plus, will jetzt gemeinsam mit dem Social-Payment-Anbieter Flattr eine Lösung für das Problem gefunden haben.

Das neue Produkt nennt sich Flattr Plus und soll es Seitenbesuchern erlauben, für genau die Online-Inhalte zu bezahlen, die ihnen auch gefallen. Wie beim 2010 gegründeten Angebot Flattr können Nutzer von Flattr Plus einen monatlichen Betrag bestimmen, der dann an die Betreiber der besuchten Websites verteilt werden soll. Im Gegensatz zu Flattr funktioniert das bei Flattr Plus aber vollautomatisch und mit jeder besuchten Website. Nach Angaben von Business Insider soll der genaue Verteilungsschlüssel derzeit noch optimiert werden. Grundsätzlich scheint aber die Verweildauer und das Engagement der Nutzer mit einer Website als Metrik herangezogen werden.

Jeder Webseiten-Betreiber, Podcaster oder YouTuber soll von den Einnahmen profitieren können. Das gilt allerdings nur dann, wenn sie sich für den Dienst anmelden. Tun sie das nicht, soll Flattr Plus die ihnen zustehenden Geldbeträge einbehalten, bis sie sich anmelden und eine Auszahlung anfordern. Wobei, so Business Insider, zehn Prozent der monatlichen Einnahmen an Flattr Plus gehen sollen.
Für Flattr-Mitbegründer Linus Olsson könnte Flattr Plus auch Anreize dafür schaffen, zukünftig weniger "Clickbait-Inhalte" für das Web zu produzieren. Die bislang ungefragten Inhaltsanbieter dürften vorerst allerdings weniger optimistisch sein. Flattr Plus wird nur dann funktionieren, wenn genug Leute den Dienst verwenden und auch bereit dafür sind, monatlich einen angemessenen Betrag zu bezahlen. Wer das Ganze ausprobieren will, kann sich schon jetzt auf der offiziellen Website von Flattr Plus für die Beta-Version vormerken lassen. Auch Publisher können dort schon ihr Interesse bekunden. Flattr Plus soll noch im Jahr 2016 an den Start gehen.


Dieser Artikel erschien zuerst bei t3n

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