Sky Sport News HD

"Alles, wo ein Ball im Spiel ist, funktioniert"

Roman Steuer (l.) und Thomas Deissenberger sind mit der Entwicklung bei Sky Sport News zufrieden
© Sky
Roman Steuer (l.) und Thomas Deissenberger sind mit der Entwicklung bei Sky Sport News zufrieden
Mit Sky Sport News HD brachte Sky Deutschland im Dezember 2016 seinen ersten Free-TV-Sender on-Air. Die bisherige Bilanz fällt positiv aus: Sowohl Zuschauerzahlen als auch die Werbeerlöse steigen. Im Interview mit HORIZONT Online sprechen Roman Steuer, Executive Vice President Sports Sky Deutschland, und Thomas Deissenberger, Geschäftsführer des Vermarkters Sky Media über Highlights im Programm, interessante Rechte und die Bedeutung von Fußball für den Sender. 

Herr Steuer, Sky Sport News HD ist nun seit rund einem Jahr als Free-TV-Sender on-Air. Wie fällt Ihre Bilanz aus? 
Roman Steuer: Die Bilanz seit dem Wechsel ins Free-TV fällt definitiv positiv aus. Das kann man anhand der verschiedenen KPIs auch nachvollziehen. Wir verzeichnen in allen Bereichen ein prozentuales Wachstum. Es war für Sky Sport als Sportanbieter Nummer 1 die richtige Entscheidung, dieses Aushängeschild allen Zuschauern zugänglich zu machen. 



Wie haben sich die Einschaltquoten entwickelt?
Steuer: Die Nettoreichweite pro Tag lag im 2. Halbjahr 2017 mit 37 Prozent im Plus, beim Marktanteil sind wir mit 69 Prozent im Plus. Die Verweildauer, die für uns sehr wichtig ist, weil man daran ablesen kann wie das Programm ankommt, liegt mit 14 Prozent im Plus. Eine weitere Zahl, die für mich von besonderer Bedeutung ist: 60 Prozent der Zuschauer von Sky Sport News HD sind Nicht-Abonnenten. Das Verhältnis hat sich hier umgedreht. Das heißt, dass wir im Free-to-Air-Markt angekommen sind.
„Es war für Sky Sport als Sportanbieter Nummer 1 die richtige Entscheidung, dieses Aushängeschild allen Zuschauern zugänglich zu machen.“
Roman Steuer
Können Sie ein paar konkrete Zuschauerzahlen nennen? 
Steuer: Die Tagesnettoreichweite lag in der Spitze im vergangenen August bei durchschnittlich mehr als 850.000 Zuschauern pro Tag. Das ist ein sehr guter Wert für ein Angebot, das 14 Stunden lang live sendet. Die Zahlen schwanken natürlich von Monat zu Monat, haben sich aber in etwa auf diesem Niveau eingependelt. Top-Reichweiten hatten wir am Tag des Anschlags auf den BVB-Bus mit einer Tages-Nettoreichweite von rund 1,3 Millionen. 

Das Ziel war, mit den anderen Sportsendern in Deutschland gleichzuziehen. Ist das schon gelungen?
Steuer: Da haben wir schon ein gutes Stück geschafft, aber es liegt auch noch ein Weg vor uns. Aber die Richtung stimmt, wir liegen im Zeitplan. Auch mit der Geschwindigkeit sind wir zufrieden.
Thomas Deissenberger: Im Rahmen der Multi-Sport-Studie haben wir im November auch eine Umfrage zu Sky Sport News HD gemacht. Die hat ergeben, dass der Sender als exklusiv, hochwertig und einzigartig in der deutschen TV-Landschaft wahrgenommen wird. Das ist für einen Newssender schon ein Adelstitel. Außerdem kommt der Sender insbesondere bei jüngeren Zielgruppen gut an. Die Mischung aus Rolling News, exklusivem Live-Sport, Highlight-Sendungen und Magazinen hat sich bewährt, die strategische Ausrichtung wird angenommen. Damit haben wir einige wichtige Ziele mit Sky Sport News HD schon erreicht. 


Was sind die größten Zugpferde im Programm? 
Steuer: Das sind Live-Events wie der Boxkampf von Manuel Charr mit über 400.000 Zuschauern in der Spitze oder die Champions-League-Auslosung mit knapp 300.000 Zuschauern. Auch der Wontorra-Fußball-Talk am Sonntag hat sich sehr gut entwickelt, zuletzt sahen mehr als 220.000 Zuschauer die Sendung. Ein Highlight sind auch die "Deadline-Days", die letzten Tage in der Transferperiode für die Fußball-Bundesliga. Im Januar erzielte der Deadline Day eine Tagesreichweite von rund 1,2 Millionen Zuschauern. 

Aber ohne Fußball läuft in Deutschland wenig, oder?
Steuer: Das Interesse der Zuschauer in Deutschland ist ganz klar auf Fußball fokussiert. Das wissen wir und so ist Sky im Club-Fußball in Deutschland die klare Nummer Eins, wir zeigen Spiele der Bundesliga, 2. Liga, UEFA Champions League, DFB Pokal. Im Falle der Champions League werden wir zur kommenden Saison einen großen Schritt in Deutschland vollziehen, dass der Wettbewerb nur noch im Pay-TV stattfindet – das ist erstmals bei einem so hochwertigen Rechtepaket der Fall. Sky ist die Heimat der UEFA Champions League, alle Spiele und alle Tore gibt es weiterhin nur in der Sky-Konferenz. Und alle Entscheidungsspiele der deutschen Mannschaften wird man live und in voller Länge nur bei uns sehen. Auch Sky Sport News wird eine wichtige Rolle übernehmen. Allerdings behandeln wir bei den News 80 verschiedene Sportarten und Ligen. Wir bieten also nicht nur Fußball. In den vergangenen Wochen haben wir natürlich auch sehr viel über die Olympischen Winterspiele berichtet.  Welche anderen Sportarten außer Fußball sind aus ihrer Sicht am interessantesten?
Deissenberger: Wir sehen großes Potenzial im Handball. Hier gibt es viele treue Fans, hier wollen wir die Berichterstattung auch weiter ausbauen. Sportarten, in denen es deutsche Stars gibt, wie zum Beispiel im Tennis mit Zverev oder Kerber, funktionieren auch sehr gut. Immer, wenn die Sportler den Bundesadler auf der Brust haben, steigt das Interesse auch spürbar an, wie jetzt bei den Olympischen Spielen.

Welche Rechte stehen bei ihnen ganz oben auf dem Wunschzettel? 
Steuer: Wir sind immer für neue Sportarten und Angebote offen, schauen uns vieles an. Es muss sich natürlich auch rechnen. Unter anderem ist Boxen interessant. Der Charr-Kampf war für uns natürlich ein absoluter Glückgriff. Alles, wo ein Ball im Spiel ist, speziell ein Fußball, funktioniert auch immer. Am 27. März zeigen wir zum Beispiel das Qualifikationsspiel der U21-Nationalmannschaft gegen Kosovo. Durch die Kooperation mit Onside Sports zeigen wir im Sommer zahlreiche Saisoneröffnungs- und Testspiele der Bundesligisten.

Sie kooperieren seit Anfang des Jahres mit ihrem Konkurrenten Sport 1. Man könnte das als schlechtes Zeichen deuten…
Steuer: Nein, das ist eine klassische Win-Win-Situation. Unsere Reichweiten sind nicht gefallen und wir erreichen über Sport 1 zusätzliche Zuschauer. Wir können durch diese Kooperation noch mehr Menschen auf Sky Sport News aufmerksam machen. Auch für die 2. Bundesliga ist das positiv, weil mehr Fans zuschauen.  Herr Deissenberger, zum Start von Sky Sport News HD konnten Sie volle Werbeblöcke verkünden. Rennen Ihnen die Kunden immer noch die Bude ein oder ist der Reiz des Neuen verflogen? 
Deissenberger: Wir hatten mit Sky Sport News HD zwei Ziele: Ein Schaufenster zu schaffen für unsere gesamte Plattform. Das haben wir erreicht. Der zweite strategische Punkt war, mit Sky Sport News HD einen Free-TV-Sender in der klassischen Werbevermarktung zu positionieren. Auch das ist uns gelungen. Die Werbeblöcke werden voller und die Kunden- bzw. Partnerbasis wird breiter - aber das geht nicht von heute auf morgen. Die meisten Budgets sind langfristig vergeben. Wir sind mit dem aktuellen Stand sehr zufrieden. 

Können Sie die Umsatzanteile von TV und Digital ein wenig aufschlüsseln? 
Deissenberger: Das Gros der Buchungen erfolgt weiterhin klassisch, allerdings ist der Anteil der kombinierten Kampagnen deutlich gestiegen. Es gibt kaum noch Unternehmen, die nur klassische TV-Spots wollen. Da geht der Weg ganz klar in Richtung eines ganzheitlichen und integrierten Ansatzes und hier können wir insbesondere mit Sky Sport News HD punkten. Sky Sport News HD ist Teil unserer gesamtheitlichen Wachstumsstrategie. Mit dem Sender können wir zum ersten Mal ein wirklich integratives Angebot aus Free TV, Pay TV und unseren digitalen Plattformen bespielen. Die werbetreibende Industrie fordert zunehmend integrative Maßnahmen, die wir ihnen mit Sky Sport News HD auch anbieten können, wie zum Beispiel beim "Wontorra – Der Kia Fußball-Talk". Ein weiteres Beispiel ist "Der härteste Wurf der Liga", den die DKB und Sky gemeinsam präsentieren. Zudem haben wir die Marke Jeep mit einem integrierten Media und On the Ground Konzept als Hauptsponsor im diesjährigen Sky Spiel des Lebens platziert. 

Ist Sky Sport News HD schon profitabel? 
Deissenberger: Wir liegen absolut im Plan. Bei so einem Investment ist ein Businessplan natürlich langfristig angelegt. Und da befinden wir uns auf einem sehr guten Weg.

stats