Sexuelle Belästigung

Neue Vorwürfe gegen beurlaubten WDR-Korrespondenten

Unruhige Zeiten beim WDR
© WDR / Herby Sachs
Unruhige Zeiten beim WDR
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Gegen den vom WDR wegen sexueller Belästigung freigestellten Korrespondenten gab es bereits in der Vergangenheit Vorwürfe. Die "Bild"-Zeitung berichtet, dass der Mann schon 1991 auffällig geworden sei. Der Fall sei im WDR-Funkhaus als "Doppelzimmer-Affäre" bekannt. 
Damals habe der Korrespondent während einer Dienstreise nach Ostdeutschland dafür gesorgt, dass eine junge Kollegin in seinem Zimmer übernachten musste. Angeblich sei kein anderes Zimmer in dem Hotel mehr frei gewesen, außerdem habe der Sender sparen müssen. Der Fall sei beim WDR als "Doppelzimmer-Affäre" bekannt gewesen, schreibt die "Bild". Laut einem ehemaligen Vorgesetzten habe der Mitarbeiter den Vorfall eingeräumt und einen Eintrag in seine Personalakte bekommen. Zwei weitere Kolleginnen sollen damals über ähnliche Vorfälle berichtet haben.

Vergangene Woche waren neue Vorwürfe gegen den WDR-Korrespondenten bekannt geworden. Dem Journalisten wird vorgeworfen, eine Praktikantin in sein Zimmer gebeten und ihr dort einen Pornofilm gezeigt zu haben. Außerdem soll er einer Kollegin in E-Mails sexuelle Avancen gemacht haben. Der Mitarbeiter hatte zunächst lediglich einen Eintrag in seine Personalakte bekommen. 

„Wir gehen im WDR respektvoll miteinander um, Übergriffe und Machtmissbrauch – in welcher Form auch immer – dulde ich nicht.“
Tom Buhrow
Die Vorsitzende des WDR-Personalrats, Christiane Seitz, war daraufhin aus dem WDR-Interventionsausschuss zurückgetreten. In dem Gremium sollen Vorwürfe wegen sexueller Belästigung und Machtnissbrauch geklärt werden. WDR-Intendant Tom Buhrow hatte in dem Fall daraufhin Konsequenzen gezogen und den Korrespondenten beurlaubt. Außerdem versprach er in einer Mail an die Mitarbeiter des WDR, derartige Vorfälle konsequent zu ahnden: "Wir gehen im WDR respektvoll miteinander um, Übergriffe und Machtmissbrauch – in welcher Form auch immer – dulde ich nicht", schrieb Buhrow. dh


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