Selbstkritik, Transparenz und Demut

Wie ZDF-Chefredakteur Peter Frey das Vertrauen in die Medien stärken will

Peter Frey im Video-Interview beim Deutschen Medienkongress
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Peter Frey im Video-Interview beim Deutschen Medienkongress
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ZDF-Chefredakteur Peter Frey plädiert dafür, dass sich Medien auch im Jahr 2018 auf ihre Grundtugenden besinnen sollten. Anders lasse sich das Misstrauen von weiten Teilen der Bevölkerung nicht beheben, sagt Frey im Video-Interview mit HORIZONT Online und turi2.tv. Das gehe aber nur mit Selbstkritik und Transparenz.
Zwar hätten Umfragen und wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge etwa zwei Drittel der Bevölkerung großes bis sehr großes Vertrauen in die Medien, weiß Frey zu berichten. "Aber wir werden uns weiter damit auseinandersetzen müssen, dass es ein Misstrauen gegenüber den so genannten Leitmedien gibt". Dieses rührt auch daher, dass Medien gerne die Beobachter-Rolle verlassen und in manchen Fragestellungen als Partei auftreten - so jedenfalls nimmt es ein Gutteil der Bevölkerung wahr. Frey hält dies denn auch nicht für den richtigen Weg: "Medien sollten sich nicht als politische Gegenspieler begreifen sondern sich darauf konzentrieren, Fakten zu benennen."
Um das Vertrauen des Publikums (zurück) zu gewinnen, sollten Medien neben der Faktentreue laut Frey drei weitere Tugenden beherzigen: Selbstkritik, Transparenz und Demut. "Wir Journalisten müssen uns im Klaren darüber sein, dass wir eine sehr bedeutende, für manche sogar überwältigende Rolle für die Konstituierung von Öffentlichkeit spielen." Wenn man Fehler mache, müsse man die transparent benennen. Das ZDF unterhalte daher etwa eine Korrektur-Rubrik auf heute.de


Neben Vertrauenskrise und Kostendruck ist die Auseinandersetzung mit den Verlegern eine weitere Baustelle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Frey kann der Dauer-Diskussion allerdings durchaus etwas abgewinnen: Beide Seiten müssten "herauskommen aus der Frontstellung" und sich der Frage widmen, wie sich Qualitätsjournalismus sichern lasse - zumal die wahre Herausforderung im Silicon Valley lauere. ire / Videoproduktion: CraftWork
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