Radio Advertising Summit

Zeit ist reif für Podcasts, die Kunden noch nicht

Podcasts erfreuen sich zunehmender Beliebtheit
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Podcasts erfreuen sich zunehmender Beliebtheit
Podcast ist gerade in aller Ohren, aber als Werbeträger steht das Medium noch ganz am Anfang. Es fehlen schlagkräftige Portale, die die Angebote bündeln und Reichweitenstudien. "Für uns ist die Messbarkeit wichtig", sagte Carsten Achterfeld, Publicis Media beim Radio Advertising Summit (RAS) in Düsseldorf. "Die Werbekunden entdecken Postcasts gerade erst und müssen die Möglichkeiten erst erkennen." 

Christoph Falke, der bei Axel Springer die Radiobeteiligungen verantwortet, sieht drei Dinge, die passieren müssen, damit Podcast den Durchbruch feiern kann. Erstens mehr PR, damit Podcast bekannt wird und zwar nicht nur in der breiten Masse, sondern auch bei Wagniskapitalgebern. Denn zweitens braucht es mehr Geld, um die Angebote aufzubauen. Und drittens appelliert er an Radiomacher, mehr an Podcastangebote zu denken, da diese besonders qualifiziert sind, um gute Audioangebote zu machen. 

Philip Banse vom Podcast "Lage der Nation" sieht der Kommerzialisierung skeptisch entgegen. Er fürchtet, dass das bunte und vielfältige Ökosystem, das sich gerade aufgebaut hat, verschwindet, wenn Podcasts verstärkt auf Werbefinanzierung setzen. Er sieht dann einen Trend zur Monopolisierung kommen, weil große Player versuchen werden, viele Podcasts zu aggregieren und gebündelt zu vermarkten. "Es wird Leute geben, die versuchen, den größten Misthaufen vor ihrem Haus zusammenzukehren", spitzt er zu. In der ersten Reihe stehen auch hier die großen US-Player wie Google, Facebook und Amazon. "Wenn die Podcasts anbieten, werden wir auf die Plattformen müssen." 

Dass jedoch ein oder mehrere deutsche Player den Markt aggregieren, zeichnet sich im Moment nicht ab. Springer-Manager Falke sieht sein Haus, das in anderen Bereichen wie den Stellenmärkten durch gezielte Zukäufe zu einem der größten europäischen Player geworden ist, zumindest im Moment nicht als Wegbereiter. "Wir werden abwarten, uns die Entwicklung anschauen und hoffentlich rechtzeitig investieren", sagt er. 

Ob sich alternativ Pay-Modelle durchsetzen, ist jedoch fragwürdig. Bei "Lage der Nation" sind gerade mal ein Prozent der Nutzer Abonnenten, die dafür 5 Euro im Monat bezahlen. pap




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