Quotenmessung AGF testet weiter mit Google

Mittwoch, 09. Mai 2018
Willibald Müller
Willibald Müller
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Die Arbeitsgemeinschaft Videoforschung (AGF) will ab Juni konvergente Quoten mit nur noch sieben Tagen Zeitversatz bringen. Mit Google wird immer noch gestestet. AGF-Geschäftsführer Willibald Müller gibt ein Update.

Die AGF arbeitet seit Jahren daran, Google bei der Quotenmessung mit ins Boot zu holen. Für Jahresbeginn waren Tests geplant, die dem Markt schnell zur Verfügung gestellt werden sollten. Wie ist der Stand? Das haben wir auch umgesetzt und sind in die Testphase eingetreten. Im Moment testen wir ganz konkret die Integration der Youtube-Nutzungsdaten in die konvergente AGF-Bewegtbildreichweite. Die Tests verlaufen bisher positiv. Wir, also AGF und Google, wollen allerdings sicher gehen, dass die Abbildung der Nutzungsdaten so akurat und belastbar wie möglich erfolgt. Daher werden wir die Tests vorerst intern noch weiter fortführen. Wenn diese aber weiterhin so positiv verlaufen, werden wir dem Markt schon bald ein weiteres Update zu geplanten Datenveröffentlichungen geben. 

Konvergente Quoten mit 7 Tagen Zeitversatz sollten ab Jahresanfang kommen. Wann wird der Zeitraum erreicht? Wir geben tatsächlich Gas und haben den Zeitraum inzwischen halbiert. Der letzte Schritt zu einem 7 Tage Zeitversatz steht noch aus und gestaltet sich aufwendiger als ursprünglich von den beteiligten Dienstleistern Nielsen und Ankordata prognostiziert. Dennoch stehen die ersten Tests mit einem Sieben-Tage-Zeitversatz nun für Juni an.

Sky sollte ebenfalls besser in der AGF-Messung abgebildet werden und ist mittlerweile auch Mitgesellschafter. Wie weit ist dieses Projekt vorangeschritten? Hierzu gibt es ein Konzept, das von AGF, AGF Forschungsbeirat und Sky gemeinsam erarbeitetet wurde. Ziel ist es, die Sky Nutzerpotenziale und Angebotsstruktur im Rahmen der Gewichtung und Hochrechnung der AGF-Reichweiten in optimierter Art und Weise abzubilden. Das Konzept liegt nun fertig auf dem Tisch. In den nächsten Wochen werden wir mit allen Beteiligten final abstimmen, in welcher Form und ab wann es umgesetzt wird.

Gibt es noch Nachwehen vom Quotenausfall zu Jahresbeginn? Haben Agenturen Ausfallforderungen an die AGF oder GfK gestellt? Zunächst möchte ich klarstellen, dass es zu keinen Datenverlusten oder vollständigen Ausfällen gekommen ist. Auch wenn wir diesen Vorfall sehr bedauern und auch unsere Learnings daraus gezogen haben, wurden die Daten mit einer – allerdings deutlichen – Verzögerung in gewohnter Qualität ausgeliefert. Solche Vorfälle sind im Rahmen der Lizenzverträge zwischen AGF und den Nutzern geregelt. 

Mit der Umwandlung der AGF in eine GmbH war eine Neuordnung geplant. Der Geschäftsführer soll einen hohen Freiheitsgrad haben, um Projekte zu beschleunigen. Die Gesellschafter sollen sich zurückhalten. Wie funktioniert das Zusammenspiel? Den Freiheitsgrad gibt es, aber natürlich sind die Gesellschafter verständlicherweise auch sehr interessiert und involviert in Themen, die unmittelbar geschäftsrelevant sind. Trotzdem ist es uns gelungen, die Intensität der Gremienarbeit und der Abstimmungszyklen herunterzufahren. Ganz konkret auf der Ebene von Abstimmungsrunden und Sitzungsterminenterminen reden wir von einer Reduktion von rund 40 Prozent und das bei einer Anzahl von Gesellschaftern, die sich mehr als verdoppelt hat. Dies ist ein klarer Indikator dafür, dass die AGF eigenständiger und mit mehr Freiheitsgraden als früher agiert. Interview: pap

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