Paid Content

Verlage bezeichnen Zusammenarbeit mit Facebook als schwierig

Blick auf die Axel-Springer-Zentrale
© Axel Springer
Blick auf die Axel-Springer-Zentrale
Führende Tageszeitungen sehen Facebook und Google als wichtige Partner bei der Durchsetzung von Paid-Content-Modellen an. Bei der Zusammenarbeit vor allem mit Facebook hapert es allerdings. Das geht aus einer Umfrage unter den Teilnehmern des International Paid Content Summit von Axel Springer hervor. 
"Die Teilnehmer sind sich einig, dass in der Kooperation mit den Plattformen großes Potenzial liegt. Als Vertriebsweg können sie für Paid Content zukünftig noch eine zentrale Rolle spielen", sagt Stefan Betzold, Managing Director Bild Digital: "Allerdings klafft zwischen gut gemeinten Ankündigungen und tatsächlichen Handlungen noch eine große Lücke. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Plattformen ihre Ankündigungen endlich auch in die Tat umsetzen." Vor allem die Zusammenarbeit mit Facebook gestaltet sich laut den Teilnehmern schwierig. Google zeigt sich in der Zusammenarbeit mit Medienhäusern demnach deutlich kooperativer. 

Insgesamt sehen die Besucher des Paid Content Summit aber eine positive Entwicklung: Die Akzeptanz von Bezahlangeboten ist nach Meinung von 70 Prozent der Befragten weiter gestiegen. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 74 Prozent, 2016 lediglich bei 56 Prozent. 

Schlüsselfaktoren bei der Weiterentwicklung der Paid-Content-Modelle sind in diesem Jahr laut Umfrage vor allem die Optimierung der User Flows (86 Prozent Zustimmung), Investitionen in journalistische Inhalte (78 Prozent) und mehr Datenkompetenz in den Redaktionen (77 Prozent). 

"Die Debatte um Fake News hat im vergangenen Jahr den Wert von Qualitätsjournalismus und die damit verbundene Akzeptanz von Paid Content sehr positiv beeinflusst. Wenn Facebook und Google ihre Ankündigungen endlich wahr machen, und Bezahlangebote auf ihren Plattformen integrieren, haben wir 2018 den nächsten Meilenstein erreicht", erwartet Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer. 

An dem International Paid Content Summit nahmen rund 80 Delegierte internationaler Medienhäuser aus 15 Ländern teil, darunter Vertreter von Titeln wie Aftonbladet, Financial Times, Le Monde, New York Times, Süddeutsche Zeitung und Wall Street Journal. Mit dem Paid Content Award wurde die schwedische Zeitung Aftonbladet ausgezeichnet. dh


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