Neuer Produktionsraum

Der Stern schreibt Stellen aus

Das G+J-Pressehaus in Hamburg
Gruner + Jahr
Das G+J-Pressehaus in Hamburg
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Künftig verzichtet das Magazin Stern auf Textchefs und richtet ein sogenanntes Editorial Board ein. Zehn Stellen gilt es zu besetzen. Auch die bisherigen Ressortchefs können sich darauf bewerben. Der neue Produktionsraum nimmt seinen Betrieb im April auf.
Nach dem ziemlich unglücklich geratenen Pärchen-Titelbild von voriger Woche versucht es der aktuelle Stern mal wieder mit einem Urlaubstraumziel-Cover. Am Kiosk läuft es derzeit nicht wirklich rund. Aber auch intern sieht Chefredakteur Christian Krug Optimierungsbedarf, offensichtlich aber weniger inhaltlichen als strukturellen.

Bei Gruner + Jahr heißt es dazu: "Wir planen, die Heftproduktion zu vereinfachen und zu modernisieren. Das aktuelle Heft soll künftig in einem Produktionsraum entstehen, in dem neben der Chefredaktion Vertreter der jeweiligen Ressorts gemeinsam an der Hefterstellung arbeiten".

Editorial Board lautet das Zauberwort. Besetzt werden soll es mit jeweils zwei Vertretern der Ressorts Politik/Wirtschaft, Ausland, Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur. Die interne Stellenausschreibung läuft bis Freitag kommender Woche. Darauf bewerben können sich alle, inklusive der dann wegfallenden Ressort- und Textchefs. Auf die neue Arbeitsweise wird im April umgestellt.

In der Stellenausschreibung heißt es einleitend: "Wie bereits angekündigt, möchten wir die neue Funktion der Leitenden Redakteure im Editorial Board zunächst befristet auf ein Jahr besetzen. Es handelt sich um eine Zusatzfunktion, die über eine Funktionszulage vergütet wird". Von den Bewerbern wird erwartet:

  • eine dynamische und effiziente Heftproduktion,
  • Journalismus immer wieder neu erfinden und Strukturen permanent verbessern zu wollen
  • Blattmacherqualitäten, Kreativität und Führungsstärke,
  • kaufmännisches Denken und Handeln,
  • eine ausgeprägte Entscheidungskompetenz.

 Sie sollen außerdem

  • herausragende Textqualität und emotionales Storytelling garantieren,
  • ein ausgeprägtes Gespür für Scoops und gesellschaftlich relevante Themen besitzen,
  • medien- und kanalübergreifend die besten Geschichten für den Stern und die Stern-Markenfamilie finden wollen,
  • Briefings und konstant hohe Qualitätsstandards in der Produktion gewährleisten,
  • Produktionen, Ressourcen und Korrespondenten im Ressort steuern,
  • über umfassende Fachkenntnisse im jeweiligen Ressort verfügen,
  • bei der Themenmischung den Leser im Blick haben,
  • Mitarbeiter nach klaren, leistungsbezogenen Kriterien führen

und, last but not least,

  • vorgegebene Ressortetats einhalten und Einsparpotenziale identifizieren.

Von der neuen Arbeitsweise erhofft sich die Chefredaktion neben einer besseren Lastenverteilung am Produktionsmontag schnellere Entscheidungen und mehr Kooperation zwischen den Ressorts. Insgeheim vielleicht aber auch bessere Hefte. usi

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