Nach Steingart-Abgang

Handelsblatt dementiert Gerüchte über schwierige wirtschaftliche Lage

Handelsblatt-Geschäftsführer Frank Dopheide
Handelsblatt-Geschäftsführer Frank Dopheide
Gegen die Legende: Die Handelsblatt Media Group (HMG) will gegenüber ihren Mitarbeitern mit Gerüchten über angeblich schlechte Geschäftszahlen aufräumen. Diese waren nach der Demission des Handelsblatt-Chefs Gabor Steingart von außen als vermeintlicher Grund für seine Absetzung kolportiert worden.

Berichte über eine angeblich schwierige wirtschaftliche Lage des Verlages seien "schlichtweg falsch", schreiben die verbliebenen drei HMG-Geschäftsführer Frank Dopheide, Ingo Rieper und Gerrit Schumann in einer Mail an ihre "lieben Kolleginnen und Kollegen", die HORIZONT Online vorliegt. Der Verlag stehe "wirtschaftlich sehr gut da". Die HMG sei 2017 "sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis gegenüber dem Vorjahr kraftvoll gewachsen". Man habe damit nicht nur die eigenen Planungen übertroffen, "sondern auch unsere positive operative Ertragslage weiter gestärkt".


Besonders hervorzuheben sei die positive Entwicklung des Handelsblatt Research Institute, der 360-Grad-Vermarktung sowie der Ausbau der Wirtschaftsclubs von Handelsblatt und Wirtschaftswoche und des Veranstaltungsgeschäfts. Zudem habe die Online-Vermarktungstochter IQ Digital 2017 "das beste Ergebnis aller Zeiten" erzielt.

Die HMG sei auf Wachstumskurs – "und unser Verleger steht voll und ganz hinter dem eingeschlagenen strategischen Weg", heißt es in der Mitarbeitermail vom Donnerstagabend. Tatsächlich waren sich Dieter von Holtzbrinck und sein Verlags-Ziehsohn Gabor Steingart über die Richtung der Strategie noch einig, aber nicht mehr über das Tempo. Das reichte zur Trennung – weil es auch menschelte. Die Hintergründe lesen Abonnenten in der HORIZONT-Ausgabe 7/2018 vom 15. Februar 2018.

Konkrete Zahlen nennt der Wirtschaftspresse-Verlag allerdings nach wie vor nicht, auch nicht gegenüber den Mitarbeitern. Und im Bundesanzeiger sind auch nur Bilanzdaten für die übergeordnete Stuttgarter Holding DvH Medien (HMG, Tagesspiegel- und Zeit-Gruppe), dokumentiert, zuletzt für 2015. Dennoch: Dass der Verlag jetzt – zumindest ein bisschen – etwas sagt zur eigenen Betriebswirtschaft, ist verständlich. Denn beim Handelsblatt muss man jetzt aufpassen, dass mit Steingarts Abgang nicht auch die Erfolgsstory, die er dort schrieb, Risse bekommt. rp



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