Nach Rechenfehler

US-Werbungtreibende erhöhen den Druck auf Facebook

Die ANA vertritt die Interessen der Werbungtreibenden in den USA
ANA
Die ANA vertritt die Interessen der Werbungtreibenden in den USA
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Die nationale Vereinigung der US-Werbungtreibenden ANA verlangt mehr Transparenz von Facebook bei der Messung von Kampagnen. ANA-Boss Bob Liodice sagte in einem Statement, dass die Daten des sozialen Netzwerks von dritter Seite kontrolliert und anerkannt werden müssten.
"Wir können verstehen, dass Fehler passieren", so Liodice in seiner Stellungnahme. "Allerdings hat Facebook noch nicht die Transparenz bei der Messung erreicht, die Marketer fordern und brauchen." Der CEO der Association of National Advertisers bemängelt insbesondere, dass die Facebook-Daten bislang nicht von dem allgemein anerkannten Media Rating Council (MRC) beglaubigt würden. Das MRC erstellt gemeinsam mit Interactive Advertising Bureau (IAB) etwa Standards zur Sichtbarkeit von Online-Werbemitteln.


Hintergrund ist ein Fehler Facebooks bei der Errechnung der durchschnittlichen Sehdauer von Videos. Weil das Unternehmen eine falsche Metrik verwendete, wurde die Sehdauer von Videos zwischen 60 und 80 Prozent überschätzt. Laut Facebook ist der Fehler inzwischen behoben.



Ausgestanden ist die Angelegenheit für Facebook damit allerdings mit Sicherheit nicht, wie die Ermahnung der amerikanischen Werbungtreibenden zeigt. "Die ANA glaubt nicht, dass es vernünftige Gründe dafür gibt, dass ein Medienunternehmen die Standards bei der Auditierung und Beglaubigung nicht einhält", so Liodice. Und auch in Deutschland wächst der Druck auf Facebook, sich bei der Messung von Daten mit der hiesigen Branche zusammenzutun. "Eine Leistung sollte generell nicht allein von demjenigen nachgewiesen werden, der sie erbracht hat. Hier fordern wir eine grundsätzlich unabhängige Messung und Prüfung durch Drittanbieter, besser noch über einen Marktstandard, der gleichzeitig auch noch die Vergleichbarkeit von Leistungsparametern über verschiedene Angebote hinweg garantiert", sagt etwa Joachim Schütz, Geschäftsführer der Organisation der Werbungtreibenden im Markenverband. ire

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