#Miomiogate

So nimmt Julian Reichelt zu dem Titanic-Fake Stellung

Julian Reichelt
© Axel Springer
Julian Reichelt
Julian Reichelt bemüht sich im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die von der Titanic gefälschten Mails intern und extern um Aufklärung. Auf Bild.de dokumentiert der Chefredakteur, wie es zu der fragwürdigen Titelgeschichte vom vergangenen Freitag kam, intern beschwört er angesichts der Häme über den Coup der Titanic den Zusammenhalt der Redaktion - und nimmt die Verantwortung für die Schlagzeile auf seine Kappe. 
"Für die Entscheidung, die gefälschten Mails als Schlagzeile zu machen, bin allein ich verantwortlich", schreibt Reichelt in einer internen Mail. "In Kenntnis aller nun zur Verfügung stehenden Fakten würde ich das so natürlich nicht mehr machen. Für diese Entscheidung habt Ihr alle nun viel auszuhalten. Aber gerade in solchen Situationen zeigt sich Zusammenhalt. Und dabei ist mir ein Punkt wichtig: Lasst Euch nicht verunsichern vom Spott auf Social Media." 


Zugleich betont Reichelt, dass man zwar den gefälschten Mails der Titanic auf den Leim gegangen sei, aber "zu keinem Zeitpunkt" darauf hereingefallen sei, was Titanic erreichen wollte: Nämlich über eine Zusammenarbeit von Juso-Chef Kevin Kühnert mit russischen Internet-Trollen zu berichten. "Wir haben alle Seiten gehört und auch eingeordnet, dass die Stellungnahme der SPD plausibel ist. Wir haben den Titanic-Redakteur zwar (leider) nicht enttarnt, aber wir haben nie die Geschichte erzählt, in die Titanic uns hinein treiben wollte." 

Zugleich übt Reichelt Kritik an der Aktion der Satire-Zeitschrift, wenngleich indirekt, indem er Jakob Augstein zitiert. Dieser hatte Titanic vorgeworfen, die Bild "mit echtem 'kriminellen' Aufwand" bewusst getäuscht zu haben. 



Die Satire-Zeitschrift ist unterdessen selbst in die Kritik geraten, weil Titanic-Redakteur Moritz Hürtgen dem umstrittenen, Kreml-nahen Sender RT International ein Interview zu der Aktion gegeben hat

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