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 Anlegen mit der Polizei: Frances McDormand als Mildred Hays in "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri".
Fox Searchlight Pictures
Königsdiziplin "Bester Film"

Das sind die Oscar-Favoriten 2018

Anlegen mit der Polizei: Frances McDormand als Mildred Hays in "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri".
Am 4. März 2018 ist es soweit: Zum 90. Mal werden im Dolby Theatre in Hollywood, Los Angeles, die legendären Oscars verliehen. Weit vorn im Rennen ist mit Abstand Guillermo del Toros "Shape of Water - Das Flüstern des Wassers" mit insgesamt 13 Nominierungen. Der Titel könnte sich auch in der Königsdisziplin "Bester Film" durchsetzen - neben 8 weiteren Mitstreitern. HORIZONT Online hat die Oscar-Favoriten 2018 in dieser Kategorie zusammengestellt.
von HORIZONT Online Dienstag, 13. Februar 2018
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1.

Shape of Water

1963, Amerika während des Kalten Krieges: Elisa (Sally Hawkins) ist stumm und arbeitet als Putzkraft in einem streng geheimen Regierungslabor. Dort entdeckt sie eines Tages einen Amphibienmensch aus dem Amazonas, der für Untersuchungszwecke in einem wassergefüllten Tank gefangen gehalten wird und wegen seiner heilenden Kräfte im Krieg gegen die Sovjets eingesetzt werden soll. Elisa lernt das Wesen mit der Zeit kennen – und aus anfänglicher Scheu entwickelt sich beidseitige Liebe. Elisa beschließt, den Amphibienmensch zu befreien – auf der Flucht verfolgt sie Laborleiter Strickland (Michael Shannon) und das Militär.

Der mexikanische Filmregisseur Guillermo del Toro vereint in "Shapes of Water" Fantasy, Drama und Romanze mit teils gruseligen Elementen. Der mehrfach ausgezeichnete Film ist für 13 Oscar-Kategorien nominiert und gilt somit als großer Favorit – auch unter Fans von dramatischen, fantasievollen und/oder romantischen Geschichten.



Deutschlandstart ist laut Werbe Weischer am 15.Februar 2018, Verleiher ist Fox. Die FSK vergab außerdem eine Altersfreigabe ab 16 Jahre.


2.

Dunkirk

Mai 1940: In Dünkirchen sind 400.000 Soldaten aus Belgien, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden zwischen Wasser und dem Vormarsch deutscher Truppen eingekesselt. Die Befehlshaber schmieden einen Plan, um die Soldaten zu retten – diese hoffen währenddessen, über das Meer evakuiert zu werden.

Mit "Dunkirk" erzählt Regisseur Christopher Nolan von der Evakuierungsaktion "Operation Dynamo", die sich im Zweiten Weltkrieg ereignete. Das stellt "Dunkirk" in drei Perspektiven dar, indem die Schicksale der Soldaten auf Land, Wasser und in der Luft gezeigt werden. Der Kriegsfilm ist in 8 Kategorien für die Oscars nominiert und startete in Deutschland bereits am 27. Juli 2017 über Warner. Laut Werbe Weischer  konnte der Film hierzulande 741.717 Besucher erzielen. Gestartet ist der Film dabei auf Platz 3.

"Dunkirk" empfiehlt sich allen, die ein Faible für Action- und Kriegsfilme haben und gerne schauen, was auf wahre Begebenheiten beruht.

3.

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Sieben Monate ist es her, dass die Tochter von Mildred Hays (Frances McDormand) vergewaltigt und ermordet wurde, und noch ist kein Verdächtiger gefasst. Die 50-jährige Mutter ist verzweifelt und empört. Sie beschuldigt die Polizei, lieber Afroamerikaner zu diskriminieren als den Mord ihrer Tochter aufzuklären. Daraufhin lässt Mildred Hays drei provozierende Werbeplakate am Ortseingang aufstellen und nennt Polizeichef William Willoughby (Woody Harrelson) beim Namen. Das sorgt nicht nur für Reibereien zwischen ihr und der Polizei: Die Werbeplakate versetzen gleich die ganze Kleinstadt Ebbing in Aufruhr.

Sexismus und Rassismus: Zwischen Drama und schwarzem Humor greift Filmregisseur Martin McDonagh in "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" die Themen der Zeit auf. Der preisgekrönte Film ist am 25.Januar 2018 über Fox im deutschen Kino gestartet und konnte laut Werbe Weischer 124.366 Besucher erzielen. Für die Oscars ist dieser zudem in insgesamt 6 Kategorien nominiert.

"Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" eignet sich für alle Zuschauer, die sich gerne auf eine Gefühlsachterbahn begeben und einen Sinn für schwarzen Humor haben.

4.

Die dunkelste Stunde

"Die dunkelste Stunde" ist die Hintergrundgeschichte zu Christopher Nolans "Dunkirk", die sich ebenfalls im Mai 1940 während des Zweiten Weltkriegs abspielt: Nazi-Deutschland ist in ganz Europa im Vormarsch, Londons Regierung in einer Krise. Premierminister Neville Chamberlain (Ronald Pickup) wird seines Amtes enthoben, Winston Churchill (Gary Oldman) tritt seine Nachfolge an. Seine Aufgabe: Sein Land zu stärken und den Einmarsch der Nazis zu verhindern, während ihn die Öffentlichkeit aufgrund drohender Invasion unter Druck setzt, Frieden mit Adolf Hitler auszuhandeln.

"Die dunkelste Stunde"  startete hierzulande am 18. Januar 2018 – und landete auf Platz 9. Nach 1,5 Wochen erzielte der Film laut Werbe Weischer 56.015 Besucher.

Die Zielgruppe des Films von Joe Wright  gleicht der von "Dunkirk" und hat eine Vorliebe für Drama und Historie.

5.

Der seidene Faden

 
London in den 1950er Jahren: Reynold Woodcock (Daniel Day-Lewis) ist der renommierteste Damen-Modedesigner der Stadt. Gemeinsam mit seiner Schwester Cyril (Lesley Manville) kleidet er die Damen der High Society mit den Modellen seiner Marke "The House of Woodcock" ein. Privat springt der überzeugte Junggeselle von Affäre zu Affäre – bis er eines Tages Alma kennenlernt (Vicky Krieps). Sie wird Woodcocks große Liebe, die sein geordnetes Leben jedoch in vielerlei Hinsicht durcheinanderbringt.

Das Drama ist sechsmal für einen Oscar nominiert. Laut Werbe Weischer arbeitete Filmregisseur Paul Thomas Anderson das zweite Mal mit Daniel Day-Lewis zusammen - dieser ist bereits dreifacher Oscar-Preisträger und kündigte im Juni 2017 mit "Der seidene Faden" den letzten Film seiner Karriere an. Fans des 60-jährigen Schauspielers können sich seine wohl letzte Darbietung ab dem 1. Februar 2018 in den deutschen Kinos ansehen.

"Der seidene Faden" ist für ein Publikum mit Vorliebe für Drama, Liebe, Luxus und britischem Flair geeignet und bereits ab 6 Jahre freigegeben.

6.

Lady Bird

Kleinstadt, Konservatismus und knapp bei Kasse: Christine McPherson (Saoirse Ronan) hat die Nase voll. Sie will raus aus ihrer nordkalifornischen Heimatstadt Sacramento und weg von der katholischen High School. Christine gibt sich den Namen "Lady Bird" und schmiedet einen Plan, um an der Ostküste der USA zu leben  – wohlwissend, dass ihre Chancen gering sind, dort an einem angesehenen College angenommen zu werden. Sie erlebt daraufhin ein aufregendes Jahr, der stark geprägt wird von Mutter, bester Freundin und zwei attraktiven jungen Männern.

"Lady Bird" ist für Schauspielerin Greta Gerwig das Solo-Debüt als Regisseurin. Die mehrfach ausgezeichnete Komödie ist im Rahmen der Oscars in 5 Kategorien nominiert und startet in Deutschland am 19. April 2018 über Universal in den Kinos. Der US-Verleiher ist A24 Films.

Geeignet ist der Film für Zuschauer, die ein junges Mädchen in 94 Minuten beim Erwachsenwerden begleiten möchten, sich eventuell selbst mit ihr identifizieren können und Lust auf eine humorvolle Geschichte haben.

7.

Call Me By Your Name

 
Norditalien, 1983: Die Villa der Familie Perlman liegt im Nirgendwo auf dem Land, wo der 17-jährige Elio (Thimotée Chalamet) den Sommer mit seinen Eltern verbringt. Er liest Bücher, hört klassische Musik und flirtet gelegentlich mit seiner Bekannten Marzia (Esther Garrel). Sein Alltag ändert sich, als sein Vater – ein auf griechische und römische Kulturgeschichte spezialisierter Professor und Archäologe – eine Assistenz ins Haus bringt. Oliver (Armie Hammer) ist sein Name – ein 24 Jahre junger Mann, selbstbewusst und gutaussehend. Ihm gegenüber verhält sich Elio anfangs kühl – doch nach ersten gemeinsamen Ausflügen ist er immer mehr von Oliver angetan, bis sich eine intime Beziehung zwischen den beiden Männern entwickelt.

Mit "Call Me By Your Name" verfilmt Luca Guadagnino den gleichnamigen Roman von André Aciman. Die preisgekrönte Liebesgeschichte ist vierfach für die Oscars nominiert und kommt am 1. März 2018 über Sony in die deutschen Kinos.

Fans von Liebesgeschichten und Leser des gleichnamigen Romans dürfen sich freuen. Laut Werbe Weischer hatte der Film seine Weltpremiere auf dem Sundance-Festival im Januar 2018, wo dieser Kritiker- und Publikumsliebling gewesen sein soll.

8.

Get Out

 
Der Afroamerikaner Chris Washington (Daniel Kaluuya) soll die Eltern seiner weißen Freundin Rose Armitage (Allison Williams) kennenlernen. Vor dem Besuch packt ihn jedoch die Sorge, wie Roses Eltern auf ihn und seine dunkle Hautfarbe reagieren werden. Bei Ankunft und herzlicher Begrüßung scheinen die Sorgen zunächst unbegründet - doch es dauert nicht lange, bis ihm alles suspekt wird: Zum einen hat die Familie nur dunkelhäutige Hausangestellte, die sich sehr seltsam verhalten. Zum anderen erfährt Chris von seinem Freund, dass in letzter Zeit besonders viele Schwarze im Vorort ermordet wurden. Dieser rät ihm daraufhin den Ort zu verlassen. Für Chris ist das der Beginn eines unheimlichen Psychospiels.

Regisseur Jordan Peele vermischt Horror mit Gesellschaftskritik über Rassismus in  der weißen Oberschicht. Damit begeisterte er die Zuschauer: Laut Werbe Weischer erzielte der Film 532.978 Besucher in den deutschen Kinos. Hierzulande startete "Get Out" am 4. Mai 2017 über Universal und wanderte dabei auf Platz 2 – in den USA sogar auf Platz 1. Im Rahmen der Oscars ist der Film in 4 Kategorien nominiert.

"Get Out" eignet sich für Zuschauer, die Filme mit Botschaft bevorzugen und sich gerne gruseln lassen. Das FSK vergibt dem Film ein Altersfreigabe ab 16 Jahre.

9.

Die Verlegerin

1971: Katherine "Kay" Graham (Meryl Streep) übernimmt die Washington Post, das Unternehmen ihrer Familie, und wird die erste Zeitungsverlegerin der USA. In dieser Position hat sie es nicht nur als Frau schwer, die von männlichen Kollegen nicht ernst genommen wird.  Kurz vor dem Börsengang steht Graham auch noch vor einem großen Dilemma: Chefredakteur Ben Bradlee (Tom Hanks) und sein Reporter Ben Bagdikian (Bob Odenkirk)  haben – wie  die Konkurrenz bei der "New York Times" - geleakte Dokumente der US-Regierung zugespielt bekommen, die brisante Informationen zu der Rolle Amerikas im Vietnamkrieg enthalten. Soll Katherine Graham ihrer journalistischen Pflicht nachgehen und die sogenannten "Pentagon-Papiere" gegen den Willen der US-Regierung veröffentlichen? Oder Unternehmen und Mitarbeiter vor Schließung und einer drohenden Gefängnisstrafe schützen?

Das Drama von Steven Spielberg basiert auf der wahren Geschichte der Pentagon-Papers, die im Jahr 1971 teilweise von der NYT veröffentlicht wurden. Der Film ist in zwei Oscar-Kategorien nominiert und startet in Deutschland am 22. Februar 2018 über Universal.

Fans von Meryl Streep und Tom Hanks dürfen sich auf besonders auf den Film freuen. "Die Verlegerin" empfiehlt sich zudem allen Fans von Dramen und Thriller, die auf einer wahren Begebenheit beruhen.

Von Naoual Abardah

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