Klambt-Verleger Lars Joachim Rose

"Wir können uns gut vorstellen, weitere Titel zu übernehmen"

Lars Joachim Rose
© Klambt
Lars Joachim Rose
Themenseiten zu diesem Artikel:
Gegen den Strom: Die Mediengruppe Klambt will von rückläufigen Märkten profitieren – mit Titeln, die andere Verlage abstoßen. Und auch der Familienverlag fordert Allianzen. Jedoch andere, als bisher diskutiert werden.

Durch den Kauf von acht Programmtiteln im Rahmen des Springer/Funke-Deals 2014 hatte sich Klambt (Funk Uhr, Lea, Grazia, OK, Frau mit Herz) eine Umsatzliga höher gestemmt. "Ein extrem erfolgreiches Geschäft", sagt Verleger Lars Joachim Rose heute mit Blick aufs Ergebnis 2017: Der Umsatz der erworbenen Magazine stieg auf 45 Millionen Euro, bei einem operativen Ergebnis (Ebitda) von 14 Millionen Euro. Man zahle alle Kredite schneller zurück als geplant, 2020 sei das abgeschlossen.



Mit Akquisitionen soll es weitergehen, auch deshalb, weil Rose Neugründungen in Magazin-Massenmärkten für kaum noch möglich hält. Er könne sich "gut vorstellen", weitere Titel zu übernehmen – "auch solche, für die den Großverlagen die wirtschaftliche Vision fehlt", sagt Rose im HORIZONT-Interview. Klambt habe diese Vision bei Print: "Wir wollen wachsen!"

Zuletzt hatte Klambt von Medweth den Frauentitel Jolie plus Website gekauft, außerdem das Portal Mädchen.de – jedoch ohne das Magazin dazu. Weil man Print im Jugendmarkt nichts mehr zutraut? "Wir möchten nicht in den Jugendmarkt", sagt Rose. "Nicht, weil er für Print sicherlich besonders schwierig ist, sondern weil wir uns hier nicht auskennen." Doch anders als das Magazin, das klar im Jugendmarkt unterwegs sei, adressiere Mädchen.de die "ältere" Zielgruppe junger Frauen. Das Portal passe daher gut zu den Klambt-Marken In und OK.


Von Vermarktungs- und Vertriebsallianzen, wie sie von Bauer, Burda und Funke eruiert werden, verspricht sich Rose für sein Haus wenig. Dennoch werde es mehr Bündnisse geben, nicht nur in der Vermarktung: "Ich glaube, wir müssen über Alternativen zur Zustellung über den Monopolisten Deutsche Post reden und über gemeinsamen Papiereinkauf." Das komplette Interview mit Lars Joachim Rose über die "sogenannte" Disruption, den Wert verbliebener Print-Leser, die kritische Größe (s)eines Verlages, Friktionen bei Joint Ventures und Bescheidenheit bei Renditen lesen Abonnenten in der HORIZONT-Ausgabe 18/2018 vom 3. Mai. rp

stats