Islamdebatte im TV

"Maischberger" sorgt vor der Sendung für Diskussionen

Sandra Maischberger
© WDR/Peter Rigaud
Sandra Maischberger
Die "Maischberger"-Sendung am Mittwochabend hat bereits für Diskussionen gesorgt, bevor sie überhaupt zu sehen war. Dass in solchen Talksendungen gestritten wird und viele Zuschauer anschließend weiter darüber diskutieren, ist normal - diesmal setzte die Kritik schon einen Tag früher ein, als der Titel nachträglich überarbeitet wurde.

"Wir haben den Titel der Sendung gestern Nachmittag geändert, weil wir in der Regel einen sprachlichen Zweiklang haben und das auch diesmal beibehalten wollten", teilte der für "Maischberger" verantwortliche Westdeutsche Rundfunk (WDR) am Mittwoch auf Anfrage mit. "Aber natürlich nehmen wir die Kritik, die vor allem in den sozialen Medien aufkam, ernst und setzen uns intern damit auseinander."

"Maischberger" war direkt im Anschluss an die Verfilmung von Michel Houellebecqs Bestseller "Unterwerfung" geplant, der von der schleichenden Islamisierung Frankreichs erzählt. Auf Twitter war die Talksendung zunächst mit der Leitfrage "Sind wir zu tolerant gegenüber dem #Islam?" angekündigt - was in den sozialen Medien etwa kritische Nachfragen provozierte, wer hier mit "wir" gemeint sei und wer nicht dazugehöre.

In der später korrigierten Version hieß die Leitfrage dann: "Die Islamdebatte: Wo endet die Toleranz?". Allerdings gab es auch für den Korrekturvorgang selbst auf Twitter umgehend Kritik.

Hinzu kam Frank Plasberg: Der hatte sich am Montagabend in seiner Sendung "hart aber fair" im Ersten das Thema "Flüchtlinge und Kriminalität - Die Diskussion!" vorgenommen. Dass Plasberg und Maischberger kurz hintereinander Themen aus dem Spektrum gewählt hatten, zu dem sich oft die AfD zu Wort meldet, störte ebenfalls manchen.

Zur Frage, warum es in einer Woche zwei ARD-Talksendungen zu ähnlichen Themen im Programm gibt, könne sie für ihre Sendung nur konstatieren, dass der Themenabend mit dem Film "Unterwerfung" und anschließendem Talk schon über sechs Wochen gesetzt sei, teilte Sandra Maischberger mit. dpa




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