Initiative-CEO Christian Scholz

"Ich will nicht immer nur den linksrheinischen Schafzüchter ansprechen"

Christian Scholz (re.) mit Dörte Spengler-Ahrens und Wolfgang Bscheid auf dem Bewegtbildgipfel
Alexander Grimm / Getty Images
Christian Scholz (re.) mit Dörte Spengler-Ahrens und Wolfgang Bscheid auf dem Bewegtbildgipfel
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Qualität kostet. Mit diesem Halbsatz lassen sich viele Themen erzählen, und auch beim HORIZONT-Bewegtbildgipfel in Düsseldorf fällt er am Nachmittag häufig. "Wenn wir fünf verschiedene Zielgruppen maßgeschneidert ansprechen wollen, kostet das eben fünf Mal so viel Geld", sagt Jung-von-Matt-CCO Dörte Spengler-Ahrens.
Dasselbe gelte für die Produktion von Online-Bewegtbild im Allgemeinen: "Jeder virale Erfolg aus meinem Haus hat zwischen zwei und drei Minuten gedauert. Aber wieso sollte das günstiger sein als ein 30-Sekünder für TV?" Das wiederum sei aber eine weit verbreitete Annahme auf Kundenseite. Nicht mehr so sicher ist sich die Kreative dagegen, in welcher Form und ob Targeting überhaupt  gut funktioniert. Beobachtet habe sie das beispielsweise im Automobilbereich: Hier seien Frauen oft eher abgestoßen von einer extra auf sie zugeschnittenen Werbung.

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Auch Christian Scholz, CEO bei Initiative, räumt ein: "Ich will nicht immer den linksrheinischen Schafzüchter ansprechen." Zwar werde aus Media-Sicht ein Traum wahr mit der Möglichkeit, jedes Individuum persönlich addressieren zu können, aber viele Kunden würden TV gerade wegen der Möglichkeit nutzen, in die Breite zu streuen. Ein solcher Referenzrahmen, der beispielsweise durch Fernsehwerbung geschaffen werden kann, ist für Spengler-Ahrens unverzichtbar: Ein Produkt müsse dem Nutzer erst bekannt sein, bevor man ihn individuell dafür ansprechen könne.


Für Mediascale-Geschäftsführer Wolfgang Bscheid müssen Technologie und Kreation nichtsdestotrotz enger zusammenrücken. Aktuell habe man es an dieser Stelle zwar eher mit einer "zerrütteten Ehe" zu tun. "Aber eine leistungsstarke Kampagne braucht gute Technologie UND Kreativität." Dasselbe gelte für die Beziehung von Media und Kreation. Doch die ist bekanntlich schon immer mehr von Abstand denn von Kooperation geprägt. kan

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