Großes Google-Update

Gewinner, Verlierer und erste Erkenntnisse

Google hat erneut am Algorithmus geschraubt
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Google hat erneut am Algorithmus geschraubt
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Letzte Woche weckte ein großes Google-Update die SEO-Szene aus ihrem Winterschlaf. Dass es sich dabei nicht um ein Panda- oder Pengiun-Update handelte, sondern um eine Änderung des Kern-Algorithmus, ist mittlerweile bestätigt, auch erste Gewinner und Verlierer sind bekannt.

Google-Update: Viele ehemals klassische Printpublisher unter den Verlierern

t3n berichtete letzte Woche, dass Google ein großes Update seines Such-Algorithmus veröffentlicht hat, wobei anfangs nicht klar war, was genau dieses mit sich brachte, außer Veränderungen im Suchmaschinenranking. Googles „Webmaster Trends Analyst“ John Mueller stellte letzte Woche aber auf Twitter klar, dass es nicht das erwartete Penguin-Update sei. 

Wenige Tage später haben die Suchmaschinen-Experten von Searchmetrics  erste Erkenntnisse über den Effekt des Udpates sammeln und auch Gewinner wie Verlierer ausmachen können. Den Daten zufolge habe es einen umfangreichen Wechsel der bestplatzierten Websites unter den Top 100 gegeben: Sowohl unter google.de als auch google.com befänden sich nunmehr 50 Prozent neue Websites in den Gewinner- beziehungsweise Verliererlisten, so Marcus Tober von Searchmetrics.

Durch das Update haben derzeit vor allem in den USA Publishing-Websites mit Beiträgen zu Marken-Keywords beziehungsweise generischen Keywords mit hoher potenzieller Trafficstärke (Entitäten) stark verloren. In Deutschland sei es in diesem Ausmaß noch nicht festzustellen, was aber unter Umständen damit zu tun haben könnte, dass das Update noch nicht vollständig ausgerollt wurde. Offenbar gehören zu den Verlierern auffällig viele Domains klassischer Print-Publisher – Gewinner hingegen sind Brand-Websites wie audi.de, villeroy-boch.com, telekom.de und alaskaair.com. 

Gewinner des Google-Updates: Websites mit Multimedia-Inhalten und erfülltem User-Intent

Einige Publisher haben mit dem Update auch ordentlich Auftrieb erhalten. Beispielsweise gq.com konnte vor allem mit seinem Bericht über den Profifootballer Tom Brady, der neben einem Video und zahlreichen Fotos mit über 3.000 Wörtern außerordentlich textlastig ist und viele inhaltliche Themenbereiche abdeckt, viel Boden gut machen. Sprich: Artikel mit hohem Informationsgehalt inklusive einem breiten Spektrum an Unterthemen zum Keyword, die mit Mutimedia-Inhalten angereichert sind, sieht Google gern. Außerdem, so Tober, sei der QDF-Score (Query Deserves Freshness) relevant. Diesen ermittelt Google unter anderem durch die Nachrichtenlage und das Nutzerverhalten. Hier würden in der Regel Themen gewinnen, die eine Newsrelevanz besitzen – beim Tom-Brady-Artikel könnte das der Fall sein, da Anfang Januar von der Superbowl-Saison geprägt ist.

Aber nicht nur Websites, die qualitativ hochwertige Inhalte anbieten, gehören zu dem Gewinnern. Auch Anbieter von „Educational Games“ wie brainpop.com oder mathplayground.com sind im Ranking gestiegen. Interessant sei hier laut Tober, dass diese Seiten kaum aktuelle Inhalte böten, oder viele Keywords abdecken würden.

Es wird vermutet, dass sich diese Seiten vor allem aufgrund der Nutzer-Signale gut positionieren können. Hierzu zählen einerseits die Erfüllung der Nutzerintention: Sucht jemand zum Beispiel nach „How to write a sentence“ und landet auf Brainpop, kann das gefundene Angebot womöglich die Ansicht der Suche erfüllen. Darüber hinaus laden diese Seiten zu einer ungewöhnlich hohen Verweildauer ein:Laut Similarweb beträgt diese durchschnittlich acht Minuten. Die Bounce-Rate – ein nicht zu verachtender Faktor – liegt bei unter 20 Prozent . Weitere Details zum Google-Update findet ihr im Searchmetrics-Blog .

Kurz zusammengefasst: Websites, die Inhalte umfassend und multimedial aufbereiten, gehören tendenziell zu den Gewinnern des Google-Updates. Außerdem spielt außer dem Umfang des Inhalts auch der praktische Nutzen für den User eine Rolle, der offenbar unter anderem durch Verweildauer und Bounce-Rate gemessen zu werden scheint. 

Dieser Beitrag erschien zuerst auf t3n 



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