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Wall-Chef Andreas Prasse entschied den Gattungspitch für sich
Getty Images / Alexander Hassenstein
Gattungspitch

Out-of-Home gewinnt nach Elfmeterschießen

Wall-Chef Andreas Prasse entschied den Gattungspitch für sich
Andreas Prasse ist unbesiegbar. Wie schon vor drei Jahren entscheidet der Geschäftsführer des Berliner Außenwerbers Wall den Gattungspitch beim Deutschen Medienkonkress für sich. Sein härtester Konkurrent: Digitalmann Carsten Schwecke von Media Impact. Der Springer-Manager zerrt Prasse am Ende sogar ins Elfmeterschießen.
von Katrin Ansorge Mittwoch, 17. Januar 2018
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Es geht rund am zweiten Tag des Medienkongresses: Nach drei Jahren Pause liefern sich TV-, Print-, OoH, Radio-, Digital- und Kinovermarkter in Frankfurt ein Schaulaufen der Extraklasse und trauen sich in den Gattungspitch. Die Jury - Karin Libowitzky von Vizeum, Michael Willeke von Coca-Cola, Christian Scholz von Initiative und Helmut Huber von Check 24 - soll nicht immer nur mit Fakten und Emotion beeindruckt werden: El-Cartel-Geschäftsführer Andreas Kösling besticht mit Schokolade, Wall-Chef Prasse verteilt T-Shirts, Werbeweischer-CEO Stefan Kuhlow gelingt mit donnerndem Kino-Sound der große Auftritt. 



Letztlich entscheidet Andreas Prasse den Pitch für sich beziehungsweise für seine Gattung, Out-of-Home, die inzwischen einen Marktanteil von knapp 7 Prozent erreicht hat. Seine Argumente überzeugen, nicht nur die lustigen: Dass auch OoH ein Adblocker-Problem hat beispielsweise, weil sich zu viele junge Menschen gespannt vor einem digitalen Plakat drängen und einen Blick auf die Werbebotschaften erhaschen wollen. Dass Wall extra T-Shirts für das Team (und die Medienkongress-Jury) produziert hat, nachdem HORIZONT in einem Artikel das Marktanteilsziel von 10 Prozent ausgegeben hat. 

Prasse überzeugt in Frankfurt mit dem Fokus auf drei Trends, die seine Gattung aktuell nach vorne treiben:

Reichweite

 Die Urbanisierung und die zunehmende Mobilität der Menschen werden die Reichweiten in der Außenwerbung weiter steigen lassen. Weltweit, aber auch in Deutschland: Berlin - dort sitzt auch Wall - soll sich in den nächsten Jahren zur 4-Millionen-Metropole entwickeln, auch Hamburg, München und Frankfurt werden stark wachsen. "Eine schlechte Nachricht für alle, die dort gerade eine Wohnung suchen. Aber eine gute Nachrichten für Sie, liebe Werbungtreibenden", verspricht Prasse. OoH habe die Kraft, gerade bei den urbanen, jungen Zielgruppen die Reichweitenverluste anderer Medien auszugleichen.

Targeting

Außenwerbung konnte schon immer sehr genau geplant werden, aber inzwischen sind Anbieter wie Wall in der Lage, auch stadtweite Netzmedien nach individuellen Zielgruppenanforderungen auszusteuern. "Somit vereinen wir die beiden wichtigsten Planungsparameter für Sie: Reichweite und Targeting", sagt Prasse und kündigt an, in diesem Bereich weiter zu investieren.

Digitalisierung

 Wie andere Medien wird auch OoH immer digitaler - ohne von den neuen Entwicklungen disruptiert zu werden. Die Branche hat Prasse zufolge in den letzten Jahren allein in Deutschland dreistellige Millionenbeträge in die Hard- und Software sowie in Infrastruktur investiert. Parallel dazu seien auch die Städte mittlerweile deutlich aufgeschlossener und bereit, mehr Flächen an den frequenzstärksten Standorten zuzulassen. Prasse: "Damit bringen wir dynamische Inhalte in die Städte. Und in Punkto Geschwindigkeit und Flexibilität stoßen wir in eine völlig neue Dimension." Die Konvergenz mit Mobile sorge zudem dafür, dass auch Search zunehmend Out-of-Home stattfinde. kan


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