G+J

Brigitte Academy soll Frauen und Erlöse voranbringen / Weniger Klatsch im Netz

Der Sitz von Gruner und Jahr in Hamburg
Der Sitz von Gruner und Jahr in Hamburg
Begegnungen mit Brigitte: Mit einem groß gedachten Eventkonzept und dem Verzicht auf klickstarke Klatschthemen im Netz möchte Brigitte eine neue Erlössäule aufbauen und die crossmediale Werbevermarktung ankurbeln. Damit will Gruner + Jahrs Frauenflaggschiff sinkende Klassikerlöse wettmachen. Doch auch beim Magazin tut sich was.

Bereits 2017 hatte man einige Veranstaltungen, die zuvor eher dem Marketing dienten, zum Geschäftsmodell erkoren. Jetzt soll es damit so richtig losgehen: Unter dem Label „Brigitte Academy“ (zunächst als E-Learning-Portal gestartet) will man Events zu diversen Themen auf die Beine stellen. Teilnehmer zahlen 200 bis 300 Euro, hinzu kommen Sponsorenerlöse.

In diesem Jahr sind zwei Symposien geplant: In Hamburg werden am 21. April rund 250 Leserinnen beim Thema Finanzen/Altersvorsorge erwartet, in Essen am 27. September sogar 1000 Frauen zur Frage „Mein Leben, mein Job und ich“. Außerdem gibt es deutschlandweit Netzwerk-Abende mit jeweils rund 100 Damen, ebenso E-Learning-Kurse zu allen möglichen Dingen. Die Brigitte Academy soll „die erste Adresse für Frauen in Deutschland werden, um beruflich und persönlich zu wachsen“, sagt Publisherin Iliane Weiß. Später plant sie zudem Zertifizierungssiegel für Firmen als Arbeitgeber. Mit so etwas verdient auch Focus Geld.




Passend dazu gibt es jetzt die entsprechende „Academy“-Karriere- und Geldrubrik im Magazin, als Teil seiner inhaltlichen und optischen Überarbeitung. Das Layout wird ruhiger und aufgeräumter. Gesellschaftlich relevante Themen rücken im Heft nach vorne, Sachbücher werden vorgestellt, bei Mode und Beauty gibt es neue Beratungsrubriken. „Wir wollen die Vielfalt im Heft vergrößern“, sagt Chefredakteurin Brigitte Huber.
Das aktuelle Brigitte-Cover
Das aktuelle Brigitte-Cover (© G+J)
Auch bei Brigitte.de will man „raus aus der Deckung“ (Huber) und die Leserinnen dabei unterstützen, wiederum sich zu unterstützen, anstatt zu wetteifern. Außerdem soll es online mehr klassische Frauenthemen geben – und weniger Entertainment und Promis. Das soll G+J-intern lieber Gala.de übernehmen. Wie praktisch: Seit Jahreswechsel ist Gala.de-Chefredakteurin Doris Brückner auch für Brigitte.de verantwortlich – da kann (und soll) sie beide Portale besser trennen. Reichweitenverluste durch den Verzicht auf klickstarken Klatsch befürchten sie und Brigitte-Digitalmanagerin Carina Laudage nicht. In den klassischen Frauenthemen stecke noch genügend Traffic-Potenzial – und für die crossmediale Vermarktung von Print, den neuen Veranstaltungen und Online sei ein thematischer Gleichklang auch nicht schlecht.


Apropos Gleichklang: Nach den Vorbildern Beauty und Mode werden auch die übrigen Print- und Onlineressorts zusammengedacht und in Themenpools sortiert. Diese Maßnahme, bei der keine Stellen gestrichen (sondern im Gegenteil entfristet) werden sollen, umfasst auch die Brigitte-Ableger. Mit allen Magazinen – 14-tägliches Hauptheft, regelmäßige Line Extensions wie etwa Mom (Brigitte Kreativ wird es aber nicht mehr geben) sowie acht monothematische Specials – bringt es die Gruppe 2018 auf 68 Erscheinungstermine; im Vorjahr waren es 60. rp

stats