GAFA-Kritiker Scott Galloway

"Die großen Tech-Konzerne sollten zerschlagen werden"

Tanzt auf vielen Hochzeiten: Scott Galloway
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Tanzt auf vielen Hochzeiten: Scott Galloway
Klare Worte bei den Online Marketing Rockstars: "Die großen Tech-Konzerne sollten zerschlagen werden", fordert Scott Galloway, Marketing-Professor an der NYU Stern School of Business und Bestseller-Autor ("The Four"). Der Nutzen für die Menschen, den diese bieten, sei zu gering. Galloway nutzte das große Auditorium, um in einer mitreißenden Rede zu erklären, warum er die Macht, die Google, Facebook, Amazon und Apple (GAFA) auf sich vereinen, für ungesund hält - eine Herleitung, mit der Galloway sich schon in den vergangenen Monaten nicht überall beliebt gemacht hat. 

Aus seiner Sicht haben die Tech-Konzerne ihre Macht nicht genutzt, um die Welt zu verbessern, den Hunger zu lindern oder die Menschen einander näher zu bringen. Stattdessen würden die rund 677.000 Menschen, die bei den GAFA-Unternehmen beschäftigt sind, ihre Intelligenz und ihr unglaubliches Knowhow nur für eines nutzen: um Werbung zu verkaufen. "Sie benehmen sich wie Darth Vader und Ayn Rand", kritisiert er.



Soziale Netzwerke sind aus Galloways Sicht "der Sauerstoff oder das Öl für Fake News". Facebook sei nicht die Stimme derjenigen, die sich sonst kein Gehör verschaffen können. Facebook wisse, dass es sich in Sachen Daten und Privatsphäre falsch verhalte. "Sie sagen, wir müssen es besser machen. Aber sie tun nichts." Die Tech-Riesen zahlten zudem wenig Steuern, obwohl sie die am höchsten bewerteten Unternehmen der Welt sind, prangerte Galloway weiter an. Während Walmart 64 Milliarden Dollar Steuern abführt, ist es bei Amazon nur eine Milliarde. "Die weltweit teuerste Firma zahlt keine Steuern", echauffierte sich Galloway.

Seine Hoffnung ruht nun ausgerechnet auf Europa und der hiesigen Regulierung, denn die USA hätten es versäumt, die Macht von GAFA zu begrenzen. "Wir brauchen einen D-Day aus Europa. Europa, wir brauchen Dich!", endet er seine Rede.
„Wir brauchen einen D-Day aus Europa. Europa, wir brauchen Dich!“
Scott Galloway
An den US-Riesen perlt solche Kritik naturgemäß ab. Im Anschluss an Galloway präsentierte Google neue Shopping-Möglichkeiten mit dem Google Assistant. Google-Manager David Sneddon kommentierte lediglich, dass die OMR Platz für viele Meinungen bietet. 


Facebook-Manager Mark Rabkin wiederum, der allerdings schon vor Galloway sprach, entschuldigte sich zwar für den Cambridge-Analytica-Skandal und versprach Besserung, ging dann aber direkt zum eigentlichen Thema seines Vortrags über: dem agilen Arbeiten in bewegten Zeiten. pap

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