Emotion-Heftoffensive "Wir zeigen, dass wir es ehrlich meinen"

Montag, 04. Dezember 2017
Katarzyna Mol-Wolf
Katarzyna Mol-Wolf
© Marcelo Hernandez

Aufgerüttelt: Das monatliche Frauenmagazin Emotion will mit einer selbstbewussten Offensive bei Inhalt, Optik, Marketing und Vertrieb die Markenbekanntheit und Leser-Blatt-Bindung stärken, neue jüngere Zielgruppen erreichen – und den Einzelverkauf steigern.

Ausgabe 1/2018, die an diesem Mittwoch erscheint, zeigt auf festerem Umschlagspapier eine neue Cover-Optik mit größerem Logo, neuem Claim ("100 % echtes Leben") und vereinzelter Handschrift-Typo. Und diesmal präsentiert Emotion keine Schauspielerin oder eine ähnliche Prominente als Covermodel, sondern zum ersten Mal eine Influencerin, die Mode-Bloggerin Lena Terlutter. Der Hefteinstieg erhält ein paar Seiten mehr und soll optisch aufregender, meinungsstärker und emotionaler daherkommen. Das monothematische Dossier erscheint künftig mit erweitertem Textumfang als auch farbig abgegrenztes Heft-im-Heft.

Das Cover der Emotion-Ausgabe 1/2018
Das Cover der Emotion-Ausgabe 1/2018 (© Emotion Verlag)
Die Hoffnung auf mehr Aufmerksamkeit jüngerer Frauen zeigt sich nicht nur auf dem Cover, sondern auch in einer einmaligen Vertriebsaktion für jene Ausgabe 1/2018: Der Verlag druckt zusätzlich 60.000 Pocket-Formate für Zweitplatzierungen im Handel, zum Copypreis von 2,90 Euro (statt 4,90 Euro wie die Normalgröße). 30-sekündige Werbespots laufen bis Januar in Großstadt-Programmkinos und werden über Social Media verlängert (Agentur: Mhoch4, Hamburg). Hinzu kommt PoS-Werbung in einem erweiterten Verteilernetz. Frischen Wind im Einzelverkaufsmarketing erhofft man sich vom neuen Dienstleister MZV (Burda/Funke). Zuvor war DPV (Gruner + Jahr) damit betraut, bleibt aber für die Abo-Betreuung zuständig.
Und der Inhalt? Meinungsstärker, emotionaler will man werden und Frauen unter der Leitfrage "Wer will ich sein" aufrütteln, bestärken, bereichern und unterhalten. Gleichstellung soll auch 2018 das Emotion-Thema sein, ebenso auf allen Social-Media-Kanälen. Hier will die Verlegerin Katarzyna Mol-Wolf stärker ihre eigene (Verlags-) Geschichte und ihr Team ins Spiel bringen und so das Magazin nahbarer präsentieren: "Wir zeigen, dass Emotion aus keinem Medienkonzern kommt, sondern aus einem eigenen Verlag, der von Frauen gegründet wurde und geführt wird – und dass wir Gleichstellung ernst nehmen und es ehrlich meinen."

Die Maßnahmen samt Rebrush (einen Relaunch gab es vor drei Jahren) scheinen angebracht: Zuletzt (IVW III/2017) lagen die Verkäufe bei 51.532 Stück, das sind 14 Prozent weniger als im Vorjahr und fast ein Viertel weniger als vor fünf Jahren. Die Einzelverkäufe rangieren bei 20.046 Heften, genretypisch 5 Prozent unter Vorjahr und 44 Prozent weniger als 2012.

Die Emotion-Produktrange erweitert sich zudem um zwei Podcast-Serien: Die Print-Interviewreihe "Katarzyna trifft ..." der Chefredakteurin Mol-Wolf gibt’s nun auch zum Hören. Hinzu kommt das Audioformat "Love your sex" mit der Autorin Gianna Bacio. Beide Gratis-Podcasts dienen zunächst eher als Thementests denn als Erlösquelle; mit Werbevermarktung und eventuell auch Verkäufen will der Verlag erst später beginnen. rp

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