"Diebstahl, Lügen und Facebook-Video" Facebook unterdrückt Youtube-Links und sorgt für Ärger bei Vloggern

Mittwoch, 05. August 2015
Vlogbrothers-Macher Hank Green geht mit Facebook hart ins Gericht.
Vlogbrothers-Macher Hank Green geht mit Facebook hart ins Gericht.
© Screenshot Youtube / vlogbrothers
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Der Vlogger Hank Green kritisiert in einem Blogpost den Umgang des Social Networks mit externen Video-Inhalten und wie das Portal Video-Aufrufe zählt. Facebook bestätigt und verteidigt die Praktiken sogar.
"Diebstahl, Lügen und Facebook-Video"– mit dieser griffigen Headline macht Hank Green in einem Blogpost diese Woche auf Facebooks Video-Praktiken aufmerksam. Darin stellt der Youtube Content Creator dar, was ihn und seine Community offenbar seit längerem plagt: Das Social Network unterdrückt im News Feed Links zu YouTube, um seine eigenen Video-Inhalte zu fördern. Seinen Vorwurf versucht Green, der bei seinem Kanal "Vlogbrothers" mehr als 2,6 Millionen Abonnenten hat, mit Zahlen zu belegen. So würden Youtube-Videos nur wenige hundert Ansichten erreichen, die gleichen auf Facebook hochgeladenen Inhalte jedoch mehrere tausend Aufrufe. Das liege nicht nur daran, dass das Portal die externen Links unterdrückt, sondern auch an der Definition von "Views", argumentiert Green weiter. Bei Facebook werde ein "View" schon nach dreisekündigem Abspielen eines Videos gezählt, bei Youtube erst nach 30 Sekunden. Der Videoproduzent beschuldigt den Social Media-Konzern sogar des Diebstahls. So seien von den erfolgreichsten Videos im ersten Quartal 2015 der Großteil nicht originäre, sondern zweitverwertetes Material gewesen. Wird der Urheberrechtsverstoß gemeldet, warte Facebook bewusst einige Tage, bevor das Video entfernt wird.
Andrea Malgara
© Mediaplus

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Die Praktiken ärgern die YouTube-Community unter anderem deshalb, weil den Creators dabei Einnahmen entgehen. Derzeit bietet die Plattform nur ausgewählten Video-Stars die Option, ihre Inhalte zu monetarisieren. Facebook hat mittlerweile auf den umfassenden Blogpost von Green reagiert und verteidigt das Vorgehen. Eigene Videos werden deshalb priorisiert, weil das automatische Abspielen für den Nutzer komfortabler sei. Bleibt ein User drei Sekunden lang stecken, so signalisiere das aktives Engagement im News Feed und nicht passives Durchscrollen. Das Unternehmen betont jedoch, die Urheberrechte der Produzenten schützen zu wollen.

Dieser Artikel erschien zuerst bei t3n


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