Der Große Serien-Summit

Hält der Serien-Boom an?

Netflix hat einen Serien-Hype ausgelöst
© Paul Sakuma Photography
Netflix hat einen Serien-Hype ausgelöst
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Dietrich Leder, Professor an der Kunsthochschule Köln, glaubt, dass der momentane Serien-Boom "spätestens in vier bis fünf Jahren abgeflaut sein wird". Angesichts des begrenzten Zeitbudgets der Zuschauer und der steigenden Ausgaben für unterschiedliche Arten Bewegtbild zu konsumieren - von Pay-TV über HDplus bis hin zu Netflix und Amazon - könne die Nachfrage nach seriellen Formaten nicht immer weiter steigen, so Leder beim "Großen Serien Summit" in Köln.

Leder geht zudem davon aus, dass der Serienboom auch "Teil eines Spekulationsgeschäfts" ist. Angreifer wie Netflix und Amazon investieren in aufwendige Provisionen und beflügelten mit ihren Storys auch den Börsenwert. "Wenn diese Konzerne eine andere Story haben und Kinofilme produzieren und zeigen, wird das Geld bei Serien fehlen."

Neue deutsche Serien finden im linearen Fernsehen nach seiner Analyse vor allem auf kleineren Sendern ein Zuhause und dort auch oft im Pay-TV. "Auf den großen Sendern hat die Zahl der Serien nicht signifikant zugenommen", beobachtet er.

Dafür ist die Zeitspanne zwischen der Ausstrahlung von US-Serien im Heimatland und in Deutschland gesunken. Beispielsweise auf Sky werden stark nachgefragte Serien wie "Game of Thrones" direkt im Original gezeigt und erst später auch in einer synchronisierten Variante.

Für deutsche Serien sieht Leder in der inhaltlichen Ausgestaltung noch Potenzial. "In der Vielfalt und Entschiedenheit sind ausländische Serien besser", findet er. So fänden sich hierzulande weniger Produktionen, bei denen Genres verschränkt werden, auch selbstreferenzielle Geschichten fehlen ihm. pap




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