"Darmstädter Echo"

Verlagsgruppe Rhein Main übernimmt die Echo Mediengruppe

Der Verleger der Echo Mediengruppe Hans-Peter Bach
Echo Medien
Der Verleger der Echo Mediengruppe Hans-Peter Bach
Die Verlagsgruppe Rhein Main ("Allgemeine Zeitung", "Wiesbadener Kurier") plant die Übernahme der angeschlagenen Echo Mediengruppe. Der Kaufvertrag mit den Gesellschaftern des Verlagshauses mit Sitz in Darmstadt wurde bereits geschlossen, nun muss noch das Kartellamt zustimmen. Neben den Echo Medien ("Darmstädter Echo", "SüWo") übernimmt die Mainzer VRM auch die Logistiksparte SLS.
Die krisengeplagten Echo Medien hatten im Dezember 2014 einen Sanierungsplan vorgestellt, nach dem rund 160 von derzeit 300 Mitarbeitern der Zeitung "Darmstädter Echo" bis Ende August 2015 ihren Arbeitsplatz verlieren sollten. Darüber hinaus suchte das Medienhaus auch nach potenziellen Outsourcingpartnern. "Wir haben uns daher über das Signal der Verlagsgruppe Rhein Main gefreut, nicht nur diese Rolle zu übernehmen, sondern sich - vorbehaltlich der kartellrechtlichen Freigabe - zudem als Gesellschafterin einzubringen", so Verleger Hans-Peter Bach.

Mit der Übernahme durch die VRM hoffen die Echo Medien nun, den verbleibenden Angestellten in Darmstadt wieder eine gute Perspektive bieten zu können. Aus Mainz heißt es, die Zusammenlegung der beiden Verlage sei der logische Schritt, um publizistische Vielfalt zu gewährleisten und die wirtschaftliche Stabilität beider Unternehmen zu sichern.
„Wir bedauern die Entwicklungen bei unserem Nachbarn, freuen uns aber, vorbehaltlich einer kartellrechtlichen Zustimmung, zur Stabilisierung von Echo Medien beitragen zu können.“
Hans Georg Schnücker
"Wir bedauern die Entwicklungen bei unserem Nachbarn, freuen uns aber, vorbehaltlich einer kartellrechtlichen Zustimmung, zur Stabilisierung von Echo Medien beitragen zu können", sagt Hans Georg Schnücker, Sprecher der VRM-Geschäftsführung. Beide Häuser kooperieren bereits seit einigen Jahren bei der Nutzung eines gemeinsamen Druckzentrums in Rüsselsheim.
Zeitungen
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Die Chronologie der Print-Krise

Die Hiobsbotschaften mehren sich: Das "Darmstädter Echo" streicht mehr als jede zweite Stelle, einstige Vorzeigeverlage wie Gruner + Jahr oder die "Frankurter Allgemeine Zeitung" haben massive Sparprogramme angekündigt und setzen hunderte Mitarbeiter auf die Straße. Die Münchner "Abendzeitung" und die "Frankfurter Rundschau" konnten nur durch Insolvenzverfahren und drastische Einschnitte gerettet werden, Axel Springer trennt sich von großen Teilen seines Printgeschäfts. HORIZONT zeichnet die Chronologie der sich verschärfenden Printkrise nach.

Zum Verlag Echo Medien gehören neben dem "Darmstädter Echo" und dem Anzeigenblatt "SüWo Lokal" auch eine Reihe von Beilagen und Sonderpublikationen. Die verkaufte Auflage des "Darmstädter Echo" (Montag bis Samstag) lag im 4. Quartal 2014 inklusive aller Ableger bei 74.877 Exemplaren - ein Minus von rund 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. fam

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