"Dark"

Alles, was Sie über die erste deutsche Netflix-Serie wissen müssen

"Dark" ist die erste deutsche Serie von Netflix
© Netflix
"Dark" ist die erste deutsche Serie von Netflix
Die Spannung steigt. Am Freitag startet mit "Dark" die erste eigenproduzierte Serie von Netflix aus Deutschland. Die Erwartungen sind groß – auch weil die Serie bereits als deutsche Version von "Stranger Things" gehypt wird. Wir haben die wichtigsten Infos zu "Dark" zusammengetragen.

Worum geht es?

Die Parallelen zu dem Netflix-Mystery-Hit sind offensichtlich: Auch "Dark"  beginnt mit einem verschwundenen Kind und spielt – zumindest teilweise – in den 80er Jahren. Ansonsten entzieht sich die erste deutsche Netflix-Produktion gängigen Genrezuschreibungen. Kelly Luegenbiehl, die bei Netflix die Produktion internationaler Serien verantwortet, beschreibt "Dark" im Gespräch mit der Berliner Morgenpost als "ganz eigentümliche Mischung aus Science-Fiction und Krimi, die man so noch nie auf der Welt gesehen hat". Die ersten Bilder – Netflix hat im Vorfeld zwei Trailer veröffentlicht – erinnern mit ihren düsteren, cineastischen Bildern nicht nur an "Stranger Things", sondern auch an Mysteryserien wie "Twin Peaks" oder düstere Thriller wie "Prisoners". 
Im Mittelpunkt der Handlung stehen vier Familien, deren Schicksale "auf tragische Weise durch Raum und Zeit verknüpft werden", erklärt die Produktionsfirma Wiedemann & Berg. "Dark" spielt dabei virtuos mit verschiedenen Zeitebenen. Die Ermittlungen führen zurück ins Jahr 1986, in dem die unheilvollen Ereignisse offenbar ihren Anfang genommen haben – nicht ganz zufällig das Jahr der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl. Bei der Suche nach dem verschwundenen Jungen wird im Wald eine Raider-Verpackung gefunden, gleich neben einem Walkman, auf dem der Nena-Hit "Irgendwie, irgendwo, irgendwann" zu hören ist, dazu ein Sweatshirt mit der Aufschrift "Atomkraft, nein danke". 


Angesiedelt ist die Handlung von "Dark" in einer Kleinstadt in Rheinland-Pfalz, in der Nähe eines Kernkraftwerkes. Die Höhlen in den Wäldern rund um das Örtchen bergen dunkle Geheimnisse – unter anderem lagert dort illegal entsorgter Atommüll. Damit schafft "Dark" das Kunststück, typisch deutsche Themen wie die Anti-Atomkraft-Bewegung oder die deutsche Provinz – in der Geschichte der deutschen Serie ein immer wiederkehrendes Motiv, zuletzt in der großartigen ARD-Miniserie "Das Verschwinden" – in die Handlung einzuflechten, und trotzdem eine Geschichte zu erzählen, die potenziell weltweit funktioniert. 

"Wie lieben an 'Dark', dass es eigentlich nicht typisch deutsch ist", erklärt Netflix-Produzentin Luegenbiehl im Interview mit der Berliner Morgenpost: "Es ist eine sehr komplexe Geschichte mit vielen unerwarteten Wendungen, die universelle Themen wie Liebe, Verrat und Kräftespiele in Familien behandelt. Das funktioniert nicht nur in Deutschland gut. Dadurch, dass die Serie in einer deutschen Kleinstadt spielt, bekommt sie aber eine besondere Perspektive."

Wer war an "Dark" beteiligt?

Dass man viel von "Dark" erwartet, hängt auch mit den beteiligten Akteuren zusammen: Die Produktion von "Dark" verantwortete die Produktionsfirma Wiedemann & Berg, die mit "Das Leben der Anderen" den bis dato letzten Oscar für den besten fremdsprachigen Film nach Deutschland geholt hat.


Inszeniert wurde "Dark" von Baran Bo Odar, vom US-Branchenmagazin Variety 2011 zu einem der zehn Regisseure to Watch gekürt. Auch in der Werbebranche ist der gebürtige Schweizer kein Unbekannter: Bereits während seines Studiums an der Hochschule für Fernsehen und Film München bekam Odar für seinen Spec-Spot "Hadi Mini" 2006 einen Porsche-Nachwuchspreis Internationaler Werbefilm und war für einen First Step Award nominiert. 

Das Drehbuch zu "Dark" stammt von Jantje Friese. Gemeinsam haben Odar und Friese bereits den gefeierten Cyber-Thriller "Who am I – Kein System ist sicher" für Wiedemann & Berg umgesetzt, der auch international für Aufsehen sorgte.

Odar äußerte sich mehrfach begeistert über die Zusammenarbeit mit Netflix. Er habe in seinem ganzen Arbeitsleben noch nie so gute Erfahrungen gemacht, sagte er im Interview mit der Welt am Sonntag: "Das einzige Kriterium, an dem sie festhalten - und manchmal scheitern sie auch -, ist Qualität." Und die scheint der Regiesseur abgeliefert zu haben. Das Publikum bei der Deutschland-Premiere in Berlin, das die beiden ersten Folgen vorab sehen konnte, reagierte begeistert: Nach der Vorstellung gab es Standing Ovations. Serienfans müssen sich noch ein paar Tage gedulden. Die zehn einstündigen Folgen sind ab Freitag, den 1. Dezember, bei Netflix verfügbar. dh

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