Content

Deutsche TV-Sender investieren 8 Milliarden Euro ins Programm

Screenforce-Chef Martin Krapf
© Wirkstoff TV
Screenforce-Chef Martin Krapf
Die deutschen TV-Sender stecken jährlich rund 8 Milliarden Euro ins Programm. "So viel gab es noch nie", sagt Martin Krapf, Geschäftsführer der Gattungsmarketinginitiative Screenforce im Interview mit HORIZONT. Zum Vergleich: Netflix investiert jährlich rund 6,8 Milliarden Euro in Inhalte - allerdings weltweit. Der Streaming-Dienst ist in fast 200 Ländern empfangbar. Die Investitionen pro Land liegen damit um ein Vielfaches unter dem, was nationale TV-Sender in neue Formate investieren.
Screenforce hat erstmals eine Schätzung zu den Investitonen im deutschen Markt ermittelt. In der kommenden Woche trifft sich die deutsche TV-Industrie in Köln zu den Screenforce Days. Dort werden zwölf Vermarkter die wichtigsten Programme für die neue Saison präsentieren.

Die Free-TV-Sender müssen sich seit Jahren von Kunden und Mediaagenturen anhören, dass sie zu wenig ins Programm investieren und werden immer wieder mit Amazon und Netflix verglichen. Die Streaming-Dienste investieren jedoch vor allem in spitze Formate, die weltweit skalieren, aber absolut betrachtet im Vergleich zum klassischen TV keine Massen erreichen. "Wir haben hier eine wahnsinnige Vielfalt an Sendern und Genres. Deshalb kommt der strukturelle Wandel durch Netflix und Co in Deutschland auch reduziert an", sagt Krapf im Interview mit HORIZONT.



Krapf betont die Innovationsbereitschaft der deutschen Sender und wünscht sich von den Werbungtreibenden, das diese auch direkt zum Start in Werbung in neuen Formaten investieren - und nicht erst abwarten, wie erfolgreich sich diese im Zuschauermarkt entwickeln. "Wir fänden es gut, wenn diejenigen, die Innovationen fordern, diese auch positiv begleiten würden", sagt er.
stats