Clickbaiting, Werbung, fehlende Glaubwürdigkeit

Was junge Deutsche an den Web-Auftritten von Medien stört

Junge Menschen konsumieren News online bzw. mobil
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Junge Menschen konsumieren News online bzw. mobil
Dass Medien junge Nutzer nicht mehr über gedruckte Ausgaben, sondern im Internet am besten erreichen, ist eine Binse. Doch wie stehen die Millenials zu den Web-Auftritten von Spiegel, Bild und Co? Appinio hat es untersucht: Für die Studie "Online-News und Vertrauen in Medien" befragte die Marktforschungsplattform 2000 repräsentativ ausgewählte Deutsche zwischen 14 und 34 Jahren.
Die Ergebnisse sind für die Medien nicht wirklich schmeichelhaft. Das Positive vorweg: Junge Deutsche nutzen Online-Medien durchaus intensiv. 20 Prozent der Befragten geben an, täglich die Websites von Zeitungen zu besuchen. 22 Prozent machen das mehrmals wöchentlich und weitere 20 Prozent zumindest mehrmals im Monat. Am häufigsten werden dabei Spiegel Online und dessen junger Ableger Bento genutzt - 26 Prozent der Befragten geben an, im letzten Monat auf diesen Websites gewesen zu sein. Es folgen Focus Online und bild.de (je 24 Prozent), Welt Online (23 Prozent) sowie Stern Online und n-tv.de (21 Prozent).

Die beliebtesten News-Websites der jungen Deutschen*

Quelle: Appinio / * befragt wurden 2000 repräsentativ ausgewählte Deutsche zwischen 14 und 34 Jahren
Im Social Web ergibt sich ein ähnliches Bild: 24 Prozent der Befragten folgen den Social-Media-Seiten von Zeitungen und lesen auch regelmäßig die dort geposteten Artikel. 26 Prozent folgen den Seiten zwar, lesen aber eher selten auch die Artikel. 

Aber: 38 Prozent der Befragten sagen auch, dass sie nie News im Netz lesen - zumindest nicht auf den Websites der Medien. Gleichzeitig zählt die Hälfte nicht zu den Followern von News-Seiten auf Facebook, Instagram oder Twitter. 

Und das ist nicht das Einzige, was den Medien einen schweren Stand bei den jungen Nutzern verschafft: Ihnen wird auch kein besonders großes Vertrauen entgegengebracht. Nur sieben Prozent der von Appinio Befragten geben an, sehr hohes Vertrauen in die Medien zu haben. Je 41 Prozent sagen, ihr Vertrauen sei "eher hoch" bzw. "eher niedrig". Die zu den 100 Prozent fehlenden Nutzer haben nur sehr geringes Vertrauen in die Medien. Unter dem Strich vertraut also mehr als die Hälfte der Befragten den Medien wenig bis gar nicht. Dafür dürfte es verschiedene Faktoren geben, von denen Appinio ebenfalls ein paar hervorgekitzelt hat: So findet mehr als die Hälfte der Befragten, deutsche Medien würden nicht das gesamte Meinungsspektrum der Gesellschaft abbilden (52 Prozent). Darüber hinaus geben 18 Prozent an, von der Werbung auf News-Websites genervt zu sein. Auch Clickbaiting und die Verbreitung von Falschmeldungen stört die Befragten. Lediglich 150 Nutzer sagten laut Appinio, dass sie eigentlich nichts an deutschen Nachrichten-Websites störe. ire


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