Cannes

Filmfestspiele verbannen Netflix aus dem Wettbewerb

Netflix darf nicht mehr an den Filmfestspielen in Cannes teilnehmen
Paul Sakuma Photography
Netflix darf nicht mehr an den Filmfestspielen in Cannes teilnehmen
Im vergangenen Jahr sorgten die Filmfestspiele in Cannes mit der Aufnahme von zwei Filmen von Netflix in die offizielle Auswahl für Diskussionen. Nun hat das Festival den Streamingdienst vom Wettbewerb ausgeschlossen. Das Geschäftsmodell widerspreche der Idee von Cannes. 
Bereits im vergangenen Jahr hatte das Festival auf die Kritik an der Teilnahme der beiden Netflix-Produktionen "Okja" und "The Merowitz Story" reagiert, indem die Statuten geändert wurden. Seitdem muss jeder Film, der an dem Wettbewerb teilnimmt, in Frankreich im Kino gelaufen sein. Doch auch das reicht nun nicht mehr. "Im vergangenen Jahr, als ich die beiden Filme auswählte, dachte ich, ich könnte Netflix überzeugen, sie auch in die Kinos zu bringen. Sie lehnten das ab", sagte Festivalchef Thierry Frémaux dem US-Kinomagazin The Hollywood Reporter. Man nehme Netflix als Filmproduzent zwar ernst, aber die "die Geschichte des Kinos und die Geschichte des Internets sind zwei völlig unterschiedliche Dinge". 

Rückendeckung bekommt Frémaux von einem der bekanntesten Vertreter der US-Filmindustrie. Regisseur Steven Spielberg hatte sich in einem Interview gegen die Teilnahme von Netflix-Produktionen an Filmwettbewerben ausgesprochen: "Ich glaube nicht, dass Filme, die lediglich für kürzer als eine Woche in ein paar wenigen Kinos laufen, eine Chance auf einen Oscar verdienen", sagte der Regisseur dem Entertainmentmagazin Variety.



Mit "Mudbound" war in diesem Jahr ein von Netflix produziertes Drama in mehreren Kategorien für einen Oscar nominiert, unter anderem für die beste Kamera. Um am Wettbewerb teilnehmen zu können, war der Film zwar im Kino zu sehen, allerdings nur für eine Woche in ausgewählten Lichtspielhäusern in Los Angeles und New York. dh
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