Burda-Vorstand Philipp Welte zu Verlagsallianzen

"Wir stehen noch nicht einmal an der Tür zum Kartellamt"

Burda-Zeitschriftenvorstand Philipp Welte
Flo Fetzer / Hubert Burda Media
Burda-Zeitschriftenvorstand Philipp Welte
Vergangene Woche meldete HORIZONT, dass das Bundeskartellamt den anvisierten Vermarktungs- und Vertriebsallianzen von Bauer, Burda und Funke einen Strich durch die Rechnung machen dürfte. Burda-Vorstand Philipp Welte ist deswegen aber nicht bange. Im Video-Interview mit turi2.tv und HORIZONT Online erläutert Welte den Stand der Dinge.
Durch die Öffnung des Kartellrechts sei folgende Situation entstanden, so Welte: "Alle reden mit allen über alles". Momentan stelle man sich bei den Gesprächen der Verlage untereinander folgendenen Fragen: "Wie kann man Zusammenarbeit organisatorisch lösen und wie kann man das kartellrechtlich möglich machen?" Dabei müsse man den "richtigen Eingang ins Kartellrecht" finden, sagt Welte. "Das ist aber noch ein sehr sehr weiter Weg. Wir stehen noch nicht einmal an der Tür zum Kartellamt".
Verlagskoalitionen sind allerdings nur ein Thema, das Burdas Zeitschriftenvorstand umtreibt. Welte stellt sich vor allem die Frage, wie man das Zeitschriftengeschäft "auch unter den völlig veränderten Marktbedingungen des 21. Jahrhunderts marktwirtschaftlich finanzieren" könne. Dabei sieht Welte drei Bedingungen, die erfüllt werden müssten: Verlage müssten deutliche effizienter arbeiten, unternehmerisch kreativer an die Arbeit herangehen und neue Erlösquellen erschließen und ein neues Verständnis von Technologie entwickeln.

Was die neuen Umsatzpotenziale angeht, ist Burda selbst bereits weit vorangekommen: Im jüngst vorgelegten sehr Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2017 haben alternative Erlösquellen im Bereich Medienmarken National die Print-Anzeigenerlöse bereits überholt. Nötig werde das nicht zuletzt dadurch, dass auch die deutschen Großverlage im Markt für Werbeflächen laut Welte "sehr sehr kleine Player irgendwo im Longtail des Marktes" seien. ire


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