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Bravo erscheint künftig nur noch 14-tägig

Die gedruckte "Bravo" erscheint künftig nur noch alle zwei Wochen
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Die gedruckte "Bravo" erscheint künftig nur noch alle zwei Wochen
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Ist das der Einstieg zum Ausstieg aus Print? Der angekündigte Umbau des Jugendmagazins "Bravo" nimmt nun auch im Heft konkrete Formen an und hat eine Umstellung vom wöchentlichen zum 14-täglichen Titel zur Folge. Die Frequenzumstellung ist Teil der strategischen Ausrichtung der Marke als "Social Magazine" - sie ist nach drastisch gesunkener Auflage aber auch Indiz für ein geschrumpftes Vertrauen in Print.
Mit der Ausgabe 01/2015 bringt die Bauer Media Group den Traditionstitel erstmals als "14-tägiges Premiumprodukt" an den Kiosk. Das Heft wird - lediglich ein gutes Jahr nach dem letzten Relaunch - optisch und inhaltlich aufgewertet und will künftig mehr Hintergründe und Servicethemen liefern. Zudem soll die gedruckte Ausgabe enger mit dem Webangebot von Bravo.de sowie den begleitenden Social Media-Kanälen verknüpft werden und "so analog und digital ihre Stärken ausspielen", kommentiert Verlagsgeschäftsführer Marc de Laporte die Strategie. Gedankenspielen, so werde der Abschied von der gedruckten "Bravo" eingeleitet, widerspricht der Verlag allerdings schon pro­phy­lak­tisch. Die Frequenzumstellung werde von einem "massiven Investment in das Magazin" begleitet: So wird der Basis-Heftumfang um zwölf Seiten erhöht. Darüber hinaus erhält "Bravo" erstmals einen festen Umschlag mit UV-Lackierung. Nach eigenen Angaben investiert die Bauer Media Group so einen mittleren sechsstelligen Betrag pro Jahr in die "Bravo"-Printausgabe.


Nichtsdestotrotz dürfte die niedrigere Frequenz auch eine Reaktion auf geänderte Lesegewohnheiten der Zielgruppe sein. Die Auflage befindet sich seit Jahren im Sturzflug: Im 2. Quartal 2014 wurden nur noch 144.695 Exemplare verkauft, ein Jahr zuvor waren es noch 224.722 - ein deutliches Minus von über 35 Prozent. Gegenüber 2012 (307.659) verlor der Jugendtitel mehr als die Hälfte seiner verkauften Auflage. 1998 hatte Bauer mit "Bravo" sogar noch an der Millionenmarke gekratzt. fam
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