Brand Safety

Youtube verschärft Werberegeln für sein Partnerprogramm

Youtube soll wieder sicherer werden
Fotolia / chombosan
Youtube soll wieder sicherer werden
Youtube reagiert mit strengeren Regeln auf die jüngsten Skandale um unangemessene Inhalte auf der Video-Plattform. So werden unter anderem die Kriterien für die Monetarisierung verschärft und die Inhalte strenger geprüft. Auch die Kontrollmöglichkeiten für Werbekunden sollen verbessert werden.
2017 sei für Youtube "ein schwieriges Jahr" gewesen, räumt Paul Muret, Vice President Display, Video & Ananlytic, in einem Blogpost ein. "Es ist uns sehr wichtig, unsere Nutzer, Werbetreibende und Youtube Creators zu schützen und sicherzustellen, dass Youtube kein Ort ist, der von schlecht gesinnten Akteuren zweckentfremdet wird."

Drei Maßnahmen sollen sicherstellen, dass sich die Skandale der Vergangenheit nicht wiederholen und vor allem Werbekunden sich auf ein sicheres Umfeld verlassen können. So werden die Bedingungen für die Teilnahme am Youtube-Partnerprogramm verschärft. Künftig müssen Kanäle, um Werbung zeigen zu können, mindestens 1000 Abonnenten haben und eine Sehdauer von 4000 Stunden innerhalb der letzten zwölf Monate vorweisen können. Bislang musste ein Kanal 10.000 Aufrufe haben, um am Partnerprogramm teilnehmen zu können. Die neue Regel greift ab dem 20. Februar.

Youtube rechnet damit, dass die Creators, die weiterhin am Partnerprogramm teilnehmen können, 95 Prozent der Reichweite für Werbungtreibende ausmachen. Außerdem sollen Kanäle, die gegen die Community-Richtlinien verstoßen, aus dem Programm ausgeschlossen. 

Als weitere Maßnahmen werden die Kanäle, die zu Google Preferred gehören, künftig manuell, also von Mitarbeitern geprüft. Mit Google Preferred bietet Youtube Werbekunden Pakete von besonders beliebten und damit reichweitenstarken Kanälen an, die zu den Top 5 Prozent aller Youtube-Kanäle in ihrem Bereich zählen. Werbekunden sollen sich hier also auch auf besonders hochwertige und sichere Inhalte verlassen können. 

Als dritten Punkt will Youtube seinen Kunden bessere Kontrollmöglichkeiten für die Aussteuerung ihrer Werbung an die Hand geben. Dafür wird derzeit ein dreistufiges Kontrollsystem eingeführt, mit dem Kunden die Platzierung und die Reichweite ihrer Spots besser steuern können. Darüberhinaus will die Google-Tochter wie bereits angekündigt, mit externen Dienstleistern zusammenarbeiten, die unabhängig für mehr Brand Safety auf der Plattform sorgen sollen. Dazu gehören unter anderem Integral Ad Science und Double Verify, außerdem befinde man sich in Gesprächen mit Comscore, Open Slate und Moat.  "Diese Änderungen werden uns helfen, das Versprechen einzuhalten, das YouTube seinen Werbepartnern gibt. Nämlich die Chance zu haben, über 1,5 Milliarden Menschen auf der ganzen Welt zu erreichen, die sich intensiv mit den Inhalten auseinandersetzen, die sie begeistern", 
verspricht Youtube-Manager Muret. 

Youtube hatte im vergangenen Jahr wiederholt Probleme mit problematischen Inhalten. Im Frühjahr 2017 hatten zahlreiche große Unternehmen ihre Werbung in dem Netzwerk gestoppt, nachdem ihre Spots unter anderem im Umfeld von islamistischen Gewaltvideos aufgetaucht waren. dh

stats