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Neues Messverfahren sorgt für deutlichen Anstieg der Adblocker-Rate

Knapp ein Viertel der Desktop-Nutzer will keine Werbung
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Knapp ein Viertel der Desktop-Nutzer will keine Werbung
Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat die neue Adblocker-Rate bekannt gegeben. Demnach stieg die Zahl der auf dem Desktop blockierten Anzeigen im 4. Quartal 2017 auf rund 25 Prozent. Grund dafür ist laut BVDW ein verändertes Messverfahren.
Der exakte Wert betrug 24,74 Prozent. Zu Jahresbeginn betrug die Adblocker-Rate auf dem Desktop noch 19,92 Prozent. Der BVDW begründet diesen Anstieg mit einem deutlich genaueren Messverfahren. So würden die in dem Verband organisierten Online-Vermarkter das Volumen der gemessenen Page Impressions sowie den geblockten Anteil liefern. Zuvor hatte jeder Vermarkter nur eine Rate geliefert, so dass das Gesamtvolumen nicht berücksichtigt wurde. Zudem werde nun über einen längeren Zeitraum gemessen, wie der BVDW mitteilt.

"Wir können nun einen noch genaueren Wert ausweisen, was uns leider zeigt, dass die Adblocker-Rate zuvor unterschätzt wurde", sagt Dirk Maurer, stellvertretender Vorsitzender des Online-Vermarkterkreises OVK und im Hauptberuf Head of Disposition Online beim RTL-Vermakter IP Deutschland. "Die Branche muss besser darauf achten, weniger störende Werbung zu verbreiten." Nach wie vor nicht ausgewiesen wird die Adblocker-Rate im mobilen Bereich. Der Grund: Sie ist zu niedrig. Laut BVDW bewegt sie sich im niedrigen einstelligen Bereich.
Die Entwicklung der Adblocker-Rate auf dem Desktop
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Die Entwicklung der Adblocker-Rate auf dem Desktop
Das Ergebnis sei gleichwohl ein Warnsignal dafür, dass zu viele Anzeigen im Markt seien, die nicht den von den Vermarktern definierten Qualitätskriterein entsprechen. "Der Markt muss den Output an 'Bad Ads' verringern", so Maurer. "Zu laute Spots oder zu hohe Bitraten sorgen dafür, dass sich nicht wenige Verbraucher weiterhin Adblocker installieren."



Die Verbesserung der Qualität von Online-Werbung ist das Ziel der Coalition for Better Ads (CfbA), bei der der BVDW Mitglied ist. Der Verbund hat entsprechende Standards formuliert, wie Online- und Mobile-Werbung aussehen sollte, um vom Nutzer akzeptiert zu werden. Der CfbA gehören auch Google und Facebook, der Mediaagenturkonzern Group M, Werbungtreibende wie Procter & Gamble das Interactive Advertising Bureau (IAB) an. 


Im vergangenen Jahr hatte der BVW gefordert, den Mitgliedern der BfbA mehr lokale Mitbestimmung einzuräumen, damit nicht etwa der amerikanische Markt als Referenz bei der Weiterentwicklung der Standards herangezogen werde. Seitdem sei allerdings kaum etwas passiert, hatte der BVDW vergangene Woche geklagt. ire

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