Axel Springer

Silke Burmester übernimmt Redaktionsleitung von Die Dame

Silke Burmester
© Eva Häberle
Silke Burmester
Überraschende Personalie aus dem Haus Axel Springer: Mit Silke Burmester übernimmt eine scharfe Kritikerin des Berliner Verlags die Redaktionsleitung der dritten Ausgabe des Luxusmagazins Die Dame. Die profilierte Journalistin erklärt ihre Entscheidung mit der "lang ersehnten Veränderung meines beruflichen Tuns". 
Sie habe sich die Entscheidung, für Axel Springer zu arbeiten, alles andere als leicht gemacht, schreibt die vielfach ausgezeichnete Journalistin auf ihrer Website. "Ich habe bereits lange Zeit Lust, ein Magazin zu machen, eine Zeitschrift zu gestalten. Die Dame ist die Gelegenheit. Und was für eine: ein extrem schönes, anspruchsvolles Magazin mit großem feministischem Wumms."

Axel Springer hatte das Magazin, das ursprünglich von 1912 bis 1937 im Berliner Ullstein Verlag erschienen war und inbesondere in den 1920er Jahren Beiträge von Geistesgrößen wie Kurt Tucholsky, Joachim Ringelnatz oder Bertolt Brecht publizierte, 2017 neu aufgelegt. Herausgeber von Die Dame ist der Unternehmer und Kunstsammler Christian Boros. Die dritte Ausgabe soll im April erscheinen. 

"Mich fasziniert, wie es dem Axel Springer Mediahouse Berlin und Christian Boros gelungen ist, mit der Dame einen anspruchsvollen Klassiker in die heutige Zeit zu übersetzen", erklärt Burmester. "Dies ist auch mein Anspruch für die dritte Ausgabe: den unverwechselbaren Stil der Dame mit meiner eigenen Interpretation einer modernen, freigeistigen Frau und ihrer Lust an der Selbstbestimmung zu verbinden. Entsprechend habe ich das Motto für meine Arbeit einem Begleitwort zum Werk Irmgard Keuns entliehen: 'Anstiftung zur Kühnheit'."

Burmester, 52, hat in den vergangenen Jahren unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Brigitte Woman und Deutschlandfunk gearbeitet. Bis 2016 schrieb sie als "Kriegsreporterin" eine Medienkolumne für die Taz. 

Dass ihre Entscheidung für Axel Springer tätig zu werden, angesichts ihrer kritischen Haltung gegenüber dem Verlag womöglich für Verwirrung sorgt, ist ihr bewusst: "Man hat mich immer an dem messen können, was ich sage. Ich stehe zu meinen Worten. Deswegen steht es jedem frei, von mir enttäuscht zu sein oder mich nun richtig blöd zu finden. Das ist okay, das ist Euer, das ist Ihr Recht. Es ginge mir im umgekehrten Fall sicherlich kaum anders." dh



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