Adjust-Report

Mobile Ad Fraud hat sich verdoppelt

Der Schaden durch Ad Fraud steigt
© Fotolia / Tatiana Shepeleva
Der Schaden durch Ad Fraud steigt
Themenseiten zu diesem Artikel:
Ad Fraud ist und bleibt ein großes Problem in der digitalen Vermarktung. Im Vergleich zu 2017 hat sich der Umfang des mobile Anzeigenbetrugs in diesem Jahr bislang verdoppelt. Das geht aus dem "Mobile Fraud Guide" von Adjust hervor. Am stärksten betroffen ist demnach der Bereich E-Commerce. 
Laut dem Report wurden in diesem Jahr 7,3 Prozent aller App-Installationen von der Adjust-Software als betrügerisch erkannt und abgelehnt - etwa doppelt so viel wie im Vorjahr. Auf den globalen Werbemarkt übertragen liegt der Schaden bei insgesamt 4,9 Milliarden US-Dollar. "Natürlich lässt die Menge an Fraud, die wir bei unseren aktiven Ablehnungen sehen, nur erahnen, welches Ausmaß Fraud im gesamten Ökosystem einnimmt. Die Menge an Fraud, die insgesamt verhindert werden könnte, ist sicher deutlich höher", sagt Andreas Naumann, Fraud-Spezialist bei Adjust. 

Am stärksten betroffen waren laut dem Mobile Fraud Guide der Bereich E-Commerce. Hier wurden 40 Prozent der App-Installationen von Adjust abgelehnt. In der Kategorie Games, im Vorjahr noch am stärksten betroffen, waren es 30 Prozent, in der Kategorie Travel wurden 10 Prozent der Installationen abgelehnt. 

Der deutliche Anstieg der Gesamtzahlen hängt nach Erkenntnissen von Adjust mit einer neuen Betrugsmasche zusammen: Dem sogennaten SDK-Spoofing (siehe Kasten). Diese schwierig zu erkennende Betrugsart ist für 37 Prozent aller als betrügerisch erkannten Installationen verantwortlich. 

Für den Mobile Fraud Guide hat Adjust, eigenen Angaben zufolge Marktführer im Bereich Mobile Measurement und Fraud Prevention, rund 3,4 Milliarden App Installationen und 350 Milliarden App-Events analysiert. dh 

SDK Spoofing
SDK-Spoofing ist wahrscheinlich das am schwierigsten zu erkennende Betrugsverfahren. Durch eine betrügerische App haben Betrüger Zugriff auf das Gerät von echten Nutzern und verwenden diese, um legitim wirkende gefälschte Installationen auszulösen. Die verwendeten Geräte existieren tatsächlich und sind als Installationsquellen glaubwürdig. Alles scheint real: die Verbindung, die Gerätedaten, das Gerät. Es gibt jedoch keine Interaktion zwischen dem Nutzer/Gerät und der Anzeige, und am wichtigsten ist, dass es keine tatsächliche Installation gibt. Die Performance der Kampagne scheint sehr gut zu sein, aber nur in den Statistiken. Die Werbetreibenden verlieren Geld und die Endbenutzer sind sich nicht bewusst, dass sie an einem Betrug beteiligt waren.



stats