ARD-Umfrage

90 Prozent der Nutzer haben kein Vertrauen in Facebook

Nur wenige Facebook-Nutzer wollen Konsequenzen aus dem Datenskandal ziehen
Facebook
Nur wenige Facebook-Nutzer wollen Konsequenzen aus dem Datenskandal ziehen
Momentan vergeht kaum ein Tag, an dem nicht neue Details zum Datenskandal bei Facebook bekannt werden. Die Mehrheit der Nutzer hat dabei ganz offensichtlich ein gespaltenes Verhältnis zu dem sozialen Netzwerk: Sie trauen dem Unternehmen nicht, wollen aber auch nicht auf Facebook verzichten. 
So geht aus dem aktuellen Deutschland-Trend der ARD hervor, dass das Vertrauen in das soziale Netzwerk sehr gering ist: 88 Prozent der befragten Facebook-Nutzer haben wenig oder gar kein Vertrauen, dass Facebook verantwortungsvoll mit persönlichen Daten umgeht. Lediglich 10 Prozent haben großes Vertrauen in den Datenschutz bei dem Netzwerk. 

Persönliche Konsequenzen ziehen daraus aber nur wenige Nutzer: Gerade einmal 2 Prozent der befragten Internetnutzer nutzen Facebook aufgrund des Datenskandals gar nicht mehr, 12 Prozent gaben an, die Nutzung von Facebook einzuschränken. 27 Prozent wollen das Netzwerk unverändert weiter nutzen, 59 Prozent der befragten Internetnutzer nutzen Facebook ohnehin nicht. 

Die Ergebnisse der ARD-Umfrage decken sich mit einer Befragung des Marktforschungsinstituts Impact & Emotions für HORIZONT Online unter deutschen Facebook-Nutzern. Diese ergab, dass 82 Prozent der deutschen Nutzer keine persönlichen Konsequenzen aus dem Datenskandal ziehen wollen. 6 Prozent wollen ihr Facebook-Profil wegen der Weitergabe von Daten an die Firma Cambridge Analytica löschen, 12 Prozent können sich zumindest vorstellen, dies zu tun. 68 Prozent der Teilnehmer der HORIZONT-Befragung gaben außerdem an, dass sich ihre Einstellung gegenüber dem Netzwerk durch den Datenskandal nicht geändert habe. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass aber immerhin 32 Prozent der Befragten ihre Einstellung zur Datensicherheit auf Facebook aufgrund der Enthüllungen der vergangenen Wochen verändert hat. dh

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