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Dirk Rauser, Personalchef der Mediengruppe RTL Deutschland
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99 Frauen

"Wir können noch viel besser werden"

Dirk Rauser, Personalchef der Mediengruppe RTL Deutschland
RTL Deutschland hat eine CEO und einige Frauen in Führungspositionen. Dennoch könne das Unternehmen beim Thema Gleichstellung noch "viel besser werden", sagt  Dirk Rauser, Personalchef der Mediengruppe RTL Deutschland, Wie er das machen will, verrät er im Interview mit HORIZONT.
von Eva-Maria Schmidt Donnerstag, 14. Dezember 2017

Bei den Medienunternehmen ist die Hälfte der Mitarbeiter weiblich – deutlich kleiner ist ihr Anteil an der Unternehmensführung/Chefredaktion. Ihr Kommentar?

Mit Anke Schäferkordt haben wir seit vielen Jahren eine Chefin an der Spitze unseres Unternehmens und auf den Ebenen darunter haben wir eine Reihe von Frauen in leitenden Funktionen. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass wir in diesem Bereich noch besser werden können und halten stetig Ausschau nach geeigneten Kandidatinnen.

Ist Medienmanagern bewusst, dass es ein Problem mit dem Thema Gleichberechtigung/Gleichstellung in der Branche gibt?

Ja, es ist uns definitiv bewusst und wir nehmen dieses Thema sehr ernst. Dennoch bin ich der Überzeugung, dass wir im Medienbereich schon erheblich weiter sind als andere Branchen oder Industrien.

Wie haben sich die Chancen von Frauen, in Medienunternehmen Karriere zu machen, in den vergangenen Jahren entwickelt?

Grundsätzlich mehr als positiv. Wir haben hier bei uns im Konzern einige Beispiele, die das untermauern. Sonja Schwetje als n-tv Chefredakteurin und Ladya von Eeden als Programmdirektorin von VOX sind da nur zwei positive Bespiele.

Was tut Ihre Unternehmen, um Gleichstellung zu fördern?

Für die Mediengruppe RTL Deutschland ist Diversität innerhalb unserer Belegschaft ein wichtiges Ziel: Nicht nur aus gesellschaftspolitischer Sicht sondern auch ganz eigennützig, da unsere Programme und Angebote ein breites Spektrum der Bevölkerung ansprechen sollen. Der Anteil weiblicher Mitarbeiter in der Mediengruppe liegt bei über 50 Prozent. Hier liegt unser Hauptaugenmerk daher darauf, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie trotz hoher Flexibilitätserfordernisse, etwa in tagesaktuell arbeitenden Redaktionen, noch weiter zu verbessern. Zudem gibt es diverse Kolleginnen und Kollegen aus Personalabteilung und operativen Funktionen, die sich mit den genannten Fragestellungen auseinander setzen.

Welche Wirkung wird die aktuelle #MeToo-Diskussion haben?

Wir haben bei der Mediengruppe RTL Deutschland zum Glück noch keine Erfahrungen mit diesem Thema machen müssen. Gleichzeitig bin ich aber der festen Überzeugung, dass dieses Thema wichtig ist und dass es richtig ist, dass es jetzt öffentlich diskutiert wird. Generell glaube ich aber nicht, dass dies Auswirkungen auf das Thema Gleichstellung bei uns im Haus haben wird.

Braucht die Medienbranche eine Quote?

Für die Mediengruppe RTL Deutschland kann ich sagen, dass wir immer nach entsprechender Qualifikation besetzen und dafür brauchen wir keine Quote. Interview: ems




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