Special

99 Frauen

33 führende Medien-Frauen

Im Magazin 99 Frauen hat die Redaktion von HORIZONT je 33 Führungsfrauen aus Marketing, Werbung und Medien porträtiert. Bei den Medien reichen die Namen von Aigner-Drews bis Wisken. Hier stellen wie sie vor:
von Isabelle Pfleiderer Mittwoch, 13. Dezember 2017

Susanne Aigner-Drews

Susanne Aigner-Drews, Discovery Networks Deutschland
Susanne Aigner-Drews, Discovery Networks Deutschland (© Bettina Theisinger)
Diese Frau weiß, was Männer sehen wollen: „Das Thema Motor funktioniert einfach immer“, meint Susanne Aigner-Drews und lacht, weil sie es selbst erstaunlich findet, wie stereotyp man immer noch denken kann. „Als wir angefangen haben, bestand ein Großteil unseres Programms aus Motorthemen: alles, was ölig ist und schmierig, wo es laut ist und kracht.“

Ein paar Jahre später beschäftigt sich Susanne Aigner-Drews, die von München aus die Geschäfte von Discovery Networks Deutschland leitet, mit ganz anderen Themen. Der US-Riese hat sich vor zwei Jahren sämtliche europäischen Rechte an der Übertragung der Olympischen Spiele für die Jahre 2018 bis 2024 sichern können, mit den Winterspielen in Pyeongchang geht es im Februar los. Eurosport hat außerdem ein Rechtepaket der Fußball-Bundesliga erworben. Seitdem spielt Aigner-Drews in der ersten Liga der Sportvermarkter.

Susanne Aigner-Drews ist Mitte 40 und stammt aus Mauth in der Nähe von Passau. Sie hat Kommunikationswissenschaften studiert und während ihres Studiums ein Jahr lang in New York gelebt. Ursprünglich wollte sie Sportkommentatorin werden, ein Plan, der im Vorstellungsgespräch an ihrem bayrischen Dialekt scheiterte. Später hat sie einen TV-Kommentator geheiratet: Tobias Drews. Nach verschiedenen Tätigkeiten in der Werbevermarktung kam sie 2011 zu Discovery. Dort trägt sie die Verantwortung für den Männersender DMAX ebenso wie für den 2014 gestarteten Frauensender TLC, für Discovery Channel, Animal Planet – und für Eurosport. Früher ging es auch dort ölig und schmierig zu: „Die Ludolfs – 4 Brüder auf’m Schrottplatz“ trieben ihr Unwesen auf dem Bildschirm, wo demnächst Olympiasieger jubeln werden.

Yvonne Bauer

Yvonne Bauer, Bauer Media Group
Yvonne Bauer, Bauer Media Group (© Bauer Media Group)
Von der Tochter zur Verlegerin: In der fünften Generation führt Yvonne Bauer das 1875 gegründete Familienunternehmen. Maxi, Tina, Neue Post, TV Movie, Bravo – vor allem mit Frauen- und Programmzeitschriften ist der Hamburger Verlag groß geworden. Weltweit mehr als 1,3 Milliarden Zeitschriften-Exemplare verkauft Bauer jährlich, zuletzt zählte die Bauer Media Group 11500 Mitarbeiter in 20 Ländern und einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro. Print bleibt in Zeiten der Digitalisierung das stärkste Geschäftsfeld, der Vertriebsumsatz am Kiosk ist die Basis des Geschäfts.

Yvonne Bauer, 1977 geboren, Mutter von Zwillingen, ist in große Fußstapfen getreten: Ihr Vater Heinz Bauer führte das Firmenimperium vier Jahrzehnte lang als Verleger-Patriarch. Im Jahr 2010 übertrug er seiner zweitjüngsten Tochter 85 Prozent der Kommanditanteile und machte sie damit zu seiner Nachfolgerin. Nach Studium und Volontariat der Sprung in die Welt der bunten Blätter des Familienverlags. Sie begann im Vertriebsressort, wirkte dort maßgeblich an der Aufklärung einer Betrugsaffäre um „Drücker“-Abos mit. Mutig sei sie, heißt es in Hamburg, scheue keine Auseinandersetzung. Als Verlegerin setzt sie immer deutlicher eigene Akzente. Sie akquiriert, beispielsweise die deutsche Ausgabe der Cosmopolitan und anciert neue Produkte wie das People-Magazin Closer. Oder wie zuletzt das Personality-Magazin mit Daniela Katzenberger, vorerst als One Shot, im Erfolgsfall auch periodisch. Ein unternehmerisches Ziel hat die Tochter vom Vater übernommen: Bauer will Europas größter Zeitschriftenverlag bleiben. Und in einem ihrer seltenen Interviews sagte Yvonne Bauer im Manager Magazin, wie sie sich ihr Unternehmen vorstellt: beweglich, international, profitabel und bald auch noch ein bisschen digital.

Julia Becker

Julia Becker, Funke
Julia Becker, Funke (© Jakob Studnar)
Bei ihrem ersten großen Auftritt vor den Spitzen der deutschen Medienbranche stellte sich Julia Becker ganz und gar unprätentiös vor: „Ich bin Enkelin von Jakob Funke und Tochter von Petra Grotkamp.“ Anfang 2018 rückt Julia Becker als Vertreterin der dritten Generation an die Spitze des Aufsichtsrats der Essener Mediengruppe, die mit Tageszeitungen wie der WAZ, Programmies und Frauenzeitschriften groß geworden ist.

Bemerkenswert an ihrem Auftritt vor den deutschen Zeitschriftenverlegern am Berliner Alexanderplatz Anfang November ist mindestens zweierlei. Erstens, dass es diesen Auftritt überhaupt gab. Die Familiengesellschafter des Medienhauses haben in der Vergangenheit, vorsichtig ausgedrückt, die Öffentlichkeit nicht gesucht. Und zweitens der Auftritt selbst, ein Wow-Erlebnis für die Medienszene. Da steht plötzlich eine junge Frau auf dem Podium, selbstbewusst und souverän, keine Spur überheblich, und spricht gut zehn Minuten lang zur Sache: über Familienunternehmen, die keine Börsenstory brauchen, aber einen langen Atem; über die Strategie von Funke, mit Printtiteln in digitalen Zeiten zu wachsen; über Kooperationen mit Wettbewerbern in der Branche, die ihr Großvater noch mit Abscheu und Entsetzen abgelehnt hätte; über verlegerische Haltung und journalistische Qualität, über das Kartellgesetz und die Konkurrenz von Google und Facebook.

Bei „Kress Pro“ hat Petra Grotkamp kürzlich in einem Interview darauf hingewiesen, dass ihre Tochter Julia ebenso wie deren zwei Geschwister in den vergangenen Jahren bereits im Aufsichtsrat beziehungsweise im Gesellschafterausschuss des Unternehmens unternehmerische Erfahrung gesammelt hätten. Ein Statement, das ihre Tochter in Berlin eindrucksvoll bestätigt hat.

Julia Bönisch

Julia Bönisch, SZ.de
Julia Bönisch, SZ.de (© SZ)
Wenn man als Medienmarke überleben will, muss man etwas liefern, das den Unterschied macht: „Mit 08/15-Nachrichten können wir keinen Blumentopf gewinnen“, davon ist Julia Bönisch überzeugt. Sie ist Co-Chefredakteurin von SZ.de, der Nachrichtenseite der Süddeutschen Zeitung im Internet. Bönisch setzt auf Qualität und Exklusivität, auf eigene Recherche. Aus journalistischer Überzeugung und aus ökonomischem Interesse. „Wir haben das bestfunktionierende Bezahlmodell im Netz und das geht natürlich nur über Exklusivität“, sagt sie. Die Süddeutsche ist Vorreiter bei Paid Content. Vor zwei Jahren hat sie ein neues, digitales Abo-Modell eingeführt. Die Zahl der Digital-Abos wird inzwischen mit mehr als 55000 angegeben. „Mit dem Bezahlmodell sind wir zufrieden und wir verdienen damit richtig Geld“, resümiert Bönisch.

Die Diplom-Journalistin ist 37 Jahre alt. Sie wurde in Gelsenkirchen geboren, studiert hat sie in Eichstätt. Seit nunmehr zehn Jahren arbeitet sie nun schon in unterschiedlichen Stationen bei der Online-Seite der Süddeutschen Zeitung. Wegen der Inhalte sei sie seinerzeit zur SZ gegangen: „Das hat mich gleich gepackt, dieser Sinn für Qualität und guten Journalismus.“

Im Januar 2017 stieg Bönisch zur Co-Chefredakteurin auf. Zuvor war sie stellvertretende Chefredakteurin, Chefin vom Dienst und Leiterin des Großressorts Plus mit Panorama, Kultur und Wissen. Schwerpunktmäßig führt Bönisch die Geschäfte der Nachrichtenseite und verantwortet deren Weiterentwicklung. Kürzlich wurde bekannt, dass Co-Chefredakteur Stefan Plöchinger Anfang 2018 das Unternehmen in Richtung Spiegel verlassen will. Es werden also noch weitere Aufgaben auf Bönisch zukommen.

Marianne Bullwinkel

Marianne Bullwinkel, Snap
Marianne Bullwinkel, Snap (© Snapchat)
Snap bekommt eine Mrs. Facebook“ – im Frühjahr sorgte diese Schlagzeile für Überraschung in der Branche. Hatte Marianne Bullwinkel, geb. Dölz, nicht erst zwei Jahre zuvor bei dem weltweit größten Social Network angeheuert, um die Leitung von Facebook im deutschsprachigen Raum zu übernehmen? Und jetzt schnappt sich ausgerechnet einer der schärfsten Konkurrenten die Managerin: Snap, eins der heißen Unternehmen der Tech-Szene.

Auch bei Snap Inc., dem Konzern, der die Messaging-App Snapchat und die Videobrille Spectacles vertreibt, ist Marianne Bullwinkel wieder für die DACH-Region mit den Märkten Deutschland, Österreich und der Schweiz zuständig. Sie soll dafür sorgen, dass das Werbegeschäft mit Snap-Werbeprodukten wie gesponserte Linsen (mit denen man Selfies aufpeppen kann) und Geofilter (werbliche Filter, die nur in bestimmten Örtlichkeiten abrufbar sind) Fahrt aufnimmt.

„Snapchat ist nicht Social Media, sondern eine Kamera-App, die eine besonders kreative Form der Kommunikation mit Freunden und Familien ermöglicht“ – so versucht sich Bullwinkel von anderen sozialen Medien abzugrenzen und die Alleinstellungsmerkmale von Snap in den Fokus zu rücken. Und das tut not: Snap leidet darunter, dass seine Features von anderen Firmen kopiert werden.

Die erfahrene Medien-Managerin wurde 1967 geboren und stammt ursprünglich aus Wuppertal. Nach dem Abitur hat sie eine Ausbildung zur Werbekauffrau durchlaufen. Mit nur 29 Jahren wurde sie Geschäftsführerin der Hamburger Mediaagentur Initiative Media. Nach 22 Jahren auf Agenturseite wechselte sie zur Verlagsgruppe Handelsblatt, bei der sie als Geschäftsführerin die Werbevermarktungs-Tochter IQ Media leitete. Von da aus ging sie zu Facebook. Marianne Bullwinkel ist seit dem vergangenen Jahr mit dem Hamburger PR-Manager Boris Bullwinkel verheiratet.

Stephanie Caspar

Stephanie Caspar, WeltN24/Axel Springer
Stephanie Caspar, WeltN24/Axel Springer (© Axel Springer)
Beim strukturellen Umbau von Axel Springer spielt Stephanie Caspar eine bedeutende Rolle. Weil sich die Anforderungen an gedruckte und digitale Medien mehr und mehr unterscheiden, will sich das Berliner Medienhaus neu aufstellen: Von 2018 an soll – zwar nicht in den Redaktionen, wohl aber auf Verlagsebene – das Print- und Digitalgeschäft (wieder) voneinander getrennt werden. Stephanie Caspar, bislang Geschäftsführerin von WeltN24, wird künftig markenübergreifend für alle Digitalangebote von Bild, Welt und Co verantwortlich sein, mitsamt der digitalen Vermarktung, dem Kundenservice und der IT.

Stephanie Caspar ist gebürtige Bremerin und Anfang 40. Die Kauffrau mit Doktortitel startete ihre Karriere bei McKinsey & Company in Hamburg und war danach ausschließlich bei Digitalunternehmen wie Ebay und Immobilienscout24 tätig. Bevor sie 2013 zur Verlagsgeschäftsführerin der Welt-Gruppe berufen wurde, hatte die gebürtige Bremerin als Gründerin und CEO den Schuh-Onlineshop Mirapodo für die Otto Group aufgebaut. Seit 2014 bildet Caspar zusammen mit Torsten Rossmann das Führungsduo von WeltN24.

Claudia Dubrau

Claudia Dubrau, AGOF
Claudia Dubrau, AGOF (© Frank W. Hempel)

Extravagantes Augen-Make-up und sehr individuelle Kleidung – „ich glaube, in der Medienbranche ist das mein Branding“, sagt Claudia Dubrau über ihren ganz eigenen Look, mit dem sie sich auch auf der Website der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung e.V. (AGOF) präsentiert. Seit Februar 2009 leitet Dubrau bereits die Forschungsgemeinschaft. Die AGOF versteht sich als Zusammenschluss der führenden Online-Vermarkter in Deutschland. Mit ihrer standardisierten Online-Reichweitenwährung sowie mit der Erhebung und Veröffentlichung von umfassenden Daten rund um die Nutzung digitaler Medien hat sie eine große Relevanz für die Werbeindustrie.

Ursprünglich hatte Claudia Dubrau ganz andere Pläne: „Ich wollte bildende Künstlerin werden. Was ich ja heute normalerweise nur noch mit meinem Make-up mache“, sagt sie und lacht. Dass sie letztlich in der Marktforschung gelandet sei, habe mit ihrem Interesse für Menschen und ihre Verhaltensweisen zu tun.

Claudia Dubrau wurde 1963 geboren. Nach einer Ausbildung zur Bauzeichnerin studierte sie Psychologie mit dem Schwerpunkt Kommunikationspsychologie an der Ruhr-Universität Bochum. Nach Stationen bei Vox wechselte sie 1997 als Leiterin der Medienforschung zum WDR. Von 2000 bis 2008 verantwortete sie bei der IP Deutschland, dem RTL-Vermarkter, die gesamte Gremienarbeit, die Methodenentwicklung und die Kunden-Kooperationsstudien. Darüber hinaus war sie in vielen Gremien tätig, beispielsweise bei der IVW und der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF).

Sabine Eckhardt

Sabine Eckhardt, Pro Sieben Sat 1 Media
Sabine Eckhardt, Pro Sieben Sat 1 Media (© Dirk Bruniecki)
Was für ein Karrieresprung: Sabine Eckhardt, 45, wurde im Januar des Jahres 2017 als Chief Commercial Officer in den Vorstand von Pro Sieben Sat 1 Media berufen. Die Vorstandsetagen von Deutschlands börsennotierten Unternehmen sind nach wie vor eine Männerdomäne, mit einem Frauenanteil von nicht einmal 7 Prozent. Sabine Eckhardt gehört jetzt zu diesem kleinen Kreis. Sie leitet alle Sales- und Marketing-Aktivitäten der Sendergruppe. Sie ist zuständig für die Monetarisierung der Inhalte des Dax-Konzerns, vor allem im Hinblick auf neue Werbeprodukte. Und sie treibt die Nutzung von konzernweiten Synergiepotenzialen voran. In ihre Verantwortung fällt zudem der Bereich Seven Ventures, der Investment-Arm der Gruppe.

Die gebürtige Bremerin hat Germanistik und Philosophie studiert, an der LMU München und an der Universität Pisa. Die Frage nach der Ausbildung allein greift ihrer Ansicht nach aber generell zu kurz: „Menschen müssen sich oft verändern und unterschiedlichen Herausforderungen stellen.“ Führungskräfte könnten sich mit ganz unterschiedlichen Qualifikationen zu Vorständen entwickeln. Sie persönlich habe insbesondere stetiges Hinterfragen des Bestehenden vorangebracht: „Tatsächlich ist das Hinterfragen vermeintlich feststehender Dinge fast so etwas wie mein Erfolgsrezept geworden. Damit werde ich fortfahren“, sagt die Topmanagerin.

Sabine Eckhardt kommt ursprünglich aus dem Lizenzgeschäft, wechselte aber bereits vor vielen Jahren in die Vermarktung. Ihre Karriere startete sie bei Mattel, weitere Stationen waren Digital Publishing und EM.TV. Bei Pro Sieben Sat 1 ist Eckhardt seit 2004 in verschiedenen leitenden Funktionen tätig. Von 2005 bis 2009 war sie Geschäftsführerin des Licensing & Merchandising-Geschäfts des Konzerns. Im Anschluss daran baute sie als Geschäftsführerin die Seven-One Ad Factory auf, deren Geschäfte sie bis heute verantwortet.

Christina Esser

Christina Esser, Prisma
Christina Esser, Prisma (© Prisma)
Sie lenkt einen heimlichen Riesen. Christina Esser ist die Geschäftsführerin von Prisma, das als wöchentliches TV-Programmheft deutschlandweit mehr als 70 Tageszeitungen beiliegt. Seit 40 Jahren ist das Magazin nun schon auf dem Markt. Prisma ist keine reine Fernsehbeilage, sondern unterhält in seinem redaktionellen Teil seine Leserinnen und Leser mit Berichten und Tipps zu Themen wie Reisen, Gesundheit, Haus & Garten, Kosmetik und Digitales Leben. Das Supplement aus Düsseldorf erreicht eine Auflage von 4,15 Millionen verkauften Exemplaren.

Da die Auflage mit den Regionalzeitungen steht und fällt, denen Prisma beiliegt, ist Christina Esser bestrebt, das Verbreitungsgebiet des TV-Supplements zu vergrößern: „Wir verfolgen unser Ziel, weitere Trägertitel zu gewinnen, konsequent weiter.“ Im Mai dieses Jahres ging eine Nord-Ausgabe an den Start, im Januar 2018 folgt die Süd-Ausgabe – Passauer Neue Presse, Heilbronner Stimme, Mannheimer Morgen, Donaukurier und Fränkische Nachrichten gehören dann auch dazu. Die Gesamtauflage wird sich damit auf rund fünf Millionen Exemplare erhöhen.

Christina Esser wurde 1981 geboren. Sie ist Diplom-Betriebswirtin und hat an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster studiert. Ihre Karriere startete sie 2005 im Controlling und Projektmanagement der Rheinischen Post. Später wurde sie Referentin des Vorsitzenden der Geschäftsführung. Von 2011 bis 2013 war sie als Head of Business Development bei RP Digital tätig.

Gabriele Fischer

Gabriele Fischer, Brand Eins
Gabriele Fischer, Brand Eins (© Heji Shin)
Gabriele Fischer hat vor fast 20 Jahren ein hochkarätiges Printprodukt gestartet und es seitdem erfolgreich etabliert: Brand Eins – benannt nach der Hamburger Adresse „Brandstwiete 1“, wo die Redaktion damals angesiedelt war. Seit dem Start im Jahr 1999 trägt Fischer die Verantwortung als Chefredakteurin und Verlegerin.

Für dieses Projekt ist sie enorm ins Risiko gegangen. Noch als stellvertretende Chefredakteurin des Manager Magazins hat sie mit Winfried Wilhelm (damals dort ebenfalls stellvertretender Chefredakteur) die Idee für das neue Magazin entwickelt. Trotz aller Rückschläge verfolgte sie das Projekt konsequent und führte es schließlich zum Erfolg.

Die Journalistin hat geschafft, wozu selbst vielen Verlagen der Mut fehlt: Sie hat ein ungewöhnliches und eigenwilliges Wirtschaftsmagazin in Deutschland auf den Markt gebracht. Mit Geschichten, die nach Hintergründen und Zusammenhängen in der Wirtschaft suchen. Mit einem Layout, das mittlerweile viele nationale und internationale Auszeichnungen bekommen hat. Mit Brand Eins will Gabriele Fischer „das beste Wirtschaftsmagazin machen für die ‚Stans‘ dieser Welt. Auf dass es immer mehr werden.“

Stans? Das sind all die Flexiblen, die Kreativen. Menschen, die laufend neue Erfahrungen machen, Erkenntnisse aufnehmen und umsetzen. Im Gegensatz zu den unbeweglichen Ollies, die am Überkommenen und an alten Machtstrukturen festhalten. Veränderung, der Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft – das sind die Themen von Brand Eins.

Gabriele Fischer wurde 1953 geboren. Sie hat die Henri-Nannen-Journalistenschule besucht, als Lokaljournalistin beim Weser Kurier gearbeitet und bei Schöner Wohnen als Reporterin. Beim Manager Magazin wurde sie 1992 stellvertretende Chefredakteurin. Sie hat einen M.A. in Politik, Soziologie und Germanistik und ist unter anderem Trägerin des Theodor-Wolff-Preises.

Anna-Beeke Gretemeier

Anna-Beeke Gretemeier, Stern.de
Anna-Beeke Gretemeier, Stern.de (© Guido Rottmann / Stern)
Was für ein Jahr für Anna-Beeke Gretemeier! Anfang 2017 arbeitete sie noch bei der Website des Stern als Managing Editor Digital. Dann ging es plötzlich Schlag auf Schlag, steil nach oben: Im März wurde die Journalistin in die Führungsmannschaft befördert und zunächst stellvertretende Chefredakteurin von Stern.de. Nur wenige Monate später folgte der nächste Sprung: Gretemeier wurde im Oktober Chefredakteurin der Online-Ausgabe des Hamburger Magazins. Sie soll nun die Digitalkanäle mit innovativen Ideen und neuen Formaten voranbringen. Ein Blick auf ihre Vita zeigt: Neue Wege zu gehen, ist Gretemeiers Spezialgebiet.

Anna-Beeke Gretemeier wurde 1986 in Hamburg geboren. Sie hat an der Axel-Springer-Akademie volontiert und als Print-Reporterin für Bild gearbeitet. 2014 kam sie zum Stern, zunächst als Redakteurin des Hauptstadtbüros und Reporterin für Flüchtlings- und Umweltthemen. Als Managing Editor Digital war sie verantwortlich für die Bereiche Social Media und Video.

Zwischendurch hat Gretemeier ein wenig experimentiert: Eine Zeitlang war sie Öffentlichkeitsreferentin beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu), sie hat als freie Werbetexterin gearbeitet und Kurzgeschichten über eigene Reisen und fremde Kulturen geschrieben. Aus einem Hobby heraus entwickelte sie zudem eine Geschäftsidee und gründete gemeinsam mit einer Gleichgesinnten ein Start-up, das individuelle Adventskalender zusammenstellte und vertrieb.

Barbara Hans

Barbara Hans, Spiegel Online
Barbara Hans, Spiegel Online (© Spiegel Online)
Barbara Hans plädiert für einen Journalismus, der den Leser ernst nimmt, selbstkritisch ist und die Inhalte in den Vordergrund stellt. Seit Dezember 2016 ist sie Chefredakteurin von Spiegel Online, mit mehr als 20 Millionen Unique User pro Monat eines der reichweitenstärksten Portale in Deutschland. Zum Team von Barbara Hans gehören rund 200 Redakteure im In-und Ausland, Producer, Grafiker, Dokumentare, Korrespondenten und Reporter, die Nachrichten und Live-Blogs produzieren, Reportagen und Analysen, Kommentare und Erklärstücke. Die Spiegel-Online-Mitarbeiter drehen Videos, verfassen Posts und produzieren seit Frühjahr 2017 auch Editionen für Snapchat.

Hans will das Video-und Filmangebot ausbauen, neue Erzählformen etablieren und die Präsenz von Spiegel Online in den sozialen Netzwerken stärken. Zu ihren Aufgaben gehört auch, Paid-Content-Modelle zu etablieren.

Barbara Hans wurde 1981 geboren. Aufgewachsen ist sie in Hamm in Westfalen. Sie hat Kommunikations-, Politik- und Kulturwissenschaften in Münster und in Brighton (Großbritannien) studiert. An der Universität Hamburg promovierte sie über Inszenierungsstrategien von Politikern und Vertrauen in der Politik. Nach dem Volontariat bei Spiegel Online (mit Stationen beim Spiegel) arbeitete sie als Redakteurin im Ressort Panorama sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Hamburg. 2011 wurde sie Leiterin des Ressorts Panorama bei Spiegel Online, im Februar 2014 stellvertretende Chefredakteurin.

Laura Himmelreich

Laura Himmelreich, Vice
Laura Himmelreich, Vice (© Vice Media)
Bei Vice steht Laura Himmelreich für einen Journalismus, der anderswo kaum denkbar wäre: extrem subjektive Geschichten, hoch emotional und nicht selten radikal in Wort und Bild. Da wäre zum Beispiel die Geschichte über einen russischen Bürgermeister, der die Bevölkerung bittet, WM-Gäste nicht zu schlagen. Oder der Bericht von einer Erotik-Messe, bei der die Redaktion mit einer Wärmebildkamera bei Darstellern und Besuchern nachgemessen hat, wie heiß die Messe wirklich ist. Mit 32 Jahren ist Laura Himmelreich im vergangenen Jahr Chefredakteurin der deutschen Online-Redaktion in Berlin geworden. Vom Alter her liegt sie am oberen Ende ihrer Zielgruppe, der 18- bis Mitte 30-Jährigen. Himmelreich kommt vom Stern, wo sie fünf Jahre lang Politikjournalismus gemacht hat. Ursprünglich studierte sie Politik, Wirtschafts-und Sozialgeschichte und besuchte danach die Henri-Nannen-Journalistenschule.

Ihr Thema beim Stern war die soziale Gerechtigkeit. Ihre letzte große Geschichte dort handelt vom Missbrauch von Leih- und Werksarbeitern bei Rossmann. Mit einem ihrer Artikel ist die Journalistin allerdings selbst in den Mittelpunkt des Medieninteresses geraten: Mit dem Porträt „Der Herrenwitz“ über den FDP-Politiker Rainer Brüderle löste sie eine bundesweite Debatte über Sexismus und sexuelle Belästigung aus. Laura Himmelreich hat folgenden Schluss daraus gezogen: „Es ist gut, zu merken, wie es ist, wenn über einen geschrieben wird. Es schärft das Bewusstsein, was Texte für Wirkungen auf den Protagonisten haben können.“

„Ich wollte nicht weg vom Stern. Ich wollte zu Vice“, begründet die Journalistin ihren Wechsel. Vice heißt übersetzt Laster (im moralischen Sinn). Aus dem Print-Titel, 1994 in Montreal (Kanada) von drei Arbeitslosen gegründet, ist eine Multi-Plattform entstanden, die von New York aus rund um den Globus alle Kanäle bespielt.

Katja Hofem

Katja Hofem, Pro Sieben Sat 1 TV Deutschland
Katja Hofem, Pro Sieben Sat 1 TV Deutschland (© Thomas Dashuber / P7S1)
Ein Auftritt bei „Wetten, dass ...?“ änderte alles. In Thomas Gottschalks Fernsehshow quetschten sich Katja Hofem und Freunde zu zehnt in einen Passbildautomaten. Mit diesem Experiment wollten sie 1989 beweisen, dass jeder von ihnen mit einem Sinnesorgan auf dem Foto anschließend zu sehen ist. Die Gruppe gewann ihre Wette. Und Katja Hofem war vom Blick hinter die Kulissen so begeistert, dass sie ihren ursprünglichen Plan, Ärztin zu werden, aufgab. Nun wollte sie zum Fernsehen, und dort hat sie schnell Karriere gemacht. Bereits mit 28 Jahren war sie Programmchefin von RTL 2. Seit März 2016 ist sie Chief Operating Officer (COO) bei Pro Sieben Sat 1 TV Deutschland, in der die Sender der Gruppe gebündelt sind. Sie gehört also zu den Menschen, die wesentlichen Einfluss darauf haben, was auf dem Bildschirm zu sehen ist.

Katja Hofem wurde 1970 in Aalen, im Osten Baden-Württembergs, geboren. Tiere gehören wesentlich zu ihrer Biografie. In ihrer Kindheit hat sie bei der Oma zwei Esel und einen Hund gehabt, Kühe gemolken und bei der Ferkelgeburt geholfen. Mit ihrem Hund „Tilly“ trainierte sie vor ein paar Jahren mit großer Leidenschaft für die Rettungshundeprüfungen.

Die Medienmanagerin hat Politikwissenschaften studiert. Bei RTL 2, wo sie bis 2006 tätig war, brachte sie als Unterhaltungschefin unter anderem „Big Brother“ auf den Weg. Anschließend führte ihr Weg zu Discovery Networks Deutschland, wo sie auch für den Männersender DMAX verantwortlich zeichnete. Von seiner Gründung bis 2013 war sie Geschäftsführerin des Frauensenders Sixx und übernahm dann die Leitung des zu Pro Sieben Sat 1 gehörenden Senders Kabel Eins.

Marion Horn

Marion Horn, Bild am Sonntag
Marion Horn, Bild am Sonntag (© Matti Hillig)
Ich wollte nie eine große Nummer sein. Ich wollte mein eigenes Geld verdienen können und nie abhängig sein von einem Mann. Das war auch schon alles. Und ein eigenes Auto haben“, sagt Marion Horn zu ihren Ambitionen. Sie ist dann aber doch eine „große Nummer“ geworden: Seit Oktober 2013 ist Marion Horn Chefredakteurin bei der Bild am Sonntag, Deutschlands größter Sonntagszeitung. Die erste Frau an der Spitze des Boulevardblatts.

Marion Horn hat eine beeindruckende Vita. Sie wurde 1965 in Kiel geboren, hat zwei Töchter (mit großem Altersabstand), die sie über weite Strecken allein großzog. Als Journalistin landete sie frühzeitig im bunten Genre. Mit gerade mal 26 Jahren wurde sie Deutschlands jüngste Chefredakteurin, bei „Das neue Wochenend“, einem Erotikmagazin des Bauer Verlages. Ein paar Jahre später wechselte sie in gleicher Position zur Programmzeitschrift TV Hören & Sehen, zum „saubersten Titel in Deutschland, um meinen Ruf zu neutralisieren“. 1998 wurde Marion Horn Chefin bei der Hamburger Morgenpost, mit Mitte 30 kam sie dann in die Führungsriege von Bild. Ab 2012 war sie Stellvertreterin von Bild-Chefredakteur Kai Diekmann.

Bei allem, was sie tut, behält Marion Horn ihren eigenen Kopf: „Irgendetwas zu vertreten, was ich für Unfug halte, kriege ich nicht hin.“ Sie pflegt eine klare Sprache, trägt das Herz mitunter auf der Zunge. Freimütig bekennt sie sich zu ihrer „Rauflust“, die bei Twitter-Scharmützeln sichtbar wird. Gegen den Auflagenschwund und den Anzeigeneinbruch, der auch die Boulevardmedien trifft, hat die BamS-Chefin zwar auch kein Patentrezept, aber sie will versuchen, den Trend zu verlangsamen – „indem wir nicht den Mond anheulen, sondern die beste Zeitung machen“. 

Julia Jäkel

Julia Jäkel, Gruner + Jahr
Julia Jäkel, Gruner + Jahr (© Gruner + Jahr)
Mit den bunten Bildern der Klatschpresse hat Julia Jäkel früher öfter zu tun gehabt als heute. Aktiv, als sie nach einem Trainee-Programm bei Bertelsmann 1998 zu Gruner + Jahr kam, zur Gala. Und passiv, als sie 2003 den früheren „Tagesthemen“-Mann Ulrich Wickert heiratete. In den Bildunterschriften damals war er der Promi – und sie seine Begleitung. Heute läuft das anders: Jäkel taucht eher in den Wirtschaftsressorts auf. Und wenn doch mal wieder im People-Teil, steht da längst etwas von „G+J-Chefin Julia Jäkel mit Ulrich Wickert“.

Seit April 2013 ist die 46-Jährige CEO des Verlages, nach einer rasanten Inhouse-Karriere: 1999 stieß sie zum Gründungsteam der FTD, 2004 übernahm sie die Verlagsleitung bei Brigitte. 2008 wurde Jäkel Geschäftsführerin der Living-Titel, 2012 auch noch der Frauenmagazine von G+J. Im selben Jahr rückte sie in den Vorstand. Nach harten Einschnitten – darunter auch die Schließung der FTD – schaltete sie den Verlag wieder in den Offensivmodus, mit vielen neuen Geschäften.

Jäkel bekennt sich zum Bauchgefühl auch im Top-Management und beweist immer wieder ein gutes Händchen bei der Auswahl von Teams. Und mit deutlicher Kritik am Gebaren von Facebook sowie mit entsprechenden Forderungen an Politik und Werbewirtschaft profilierte sie sich zuletzt auch als medienpolitische Vordenkerin. Nun, diskussionsfreudig war sie schon immer, gerne fast kumpelhaft frotzelnd mit Leuten, wenn man sich schon etwas länger kennt. Persönlich kennt, nicht nur von People-Fotos.rp

Petra Kalb

Petra Kalb, Axel Springer Mediahouse
Petra Kalb, Axel Springer Mediahouse (© Axel Springer)
Ihr Bild von einer modernen Dame? „Da fallen mir zuerst Freiheit und Selbstbestimmtheit in der Form ein, wie ‚Dame‘-Leserinnen sie in den 20ern für sich in Anspruch genommen haben. Das sind für mich auch heute noch die wichtigsten Attribute einer Dame“, antwortet Petra Kalb (49). Sie ist die Verlagsgeschäftsführerin bei Axel Springer Mediahouse in Berlin. Unter ihrer Leitung kommen Musikzeitschriften heraus, wie das Hardrock-und Metal-Magazin Metal Hammer und der Rolling Stone, seit diesem Jahr auch die Neuauflage des Titels „Die Dame“. Dieses Journal für den verwöhnten Geschmack war seinerzeit angetreten gegen die kulturelle Verflachung. Es erschien von 1912 bis 1943 bei Ullstein. Überzeugt davon, dass Print in der Nische Zukunft haben kann, wagte sich Petra Kalb an die Neukonzeption und brachte den Titel als hochwertiges Magazin zurück an den Kiosk. Das erste Heft startete im März 2017 in einer Druckauflage von 50000 Exemplaren, zum Preis von 15 Euro, sowie als teure Sonderedition in Buchform. Mit Beiträgen von namhaften Autoren, Fotografen und Layoutern zu Themen wie Mode, Gesellschaft, Fortschritt, Kunst, Kultur und Literatur. Von 292 Seiten waren 50 Anzeigen. Das Geschäft lief so erfolgversprechend an, dass der Verlag im Oktober die zweite Ausgabe folgen ließ. Beim Neustart von Allegra, im Jahr zuvor, erfüllten sich Kalbs Hoffnungen dagegen nicht: Nach nur wenigen Ausgaben wurde diese Frauenzeitschrift wieder eingestellt. Auf Petra Kalb wartet bereits eine noch größere Herausforderung: Bei der anstehenden Umstrukturierung, die Print und Digitales bei Springer wieder trennt, soll Kalb als Verlagsleiterin – zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben bei Mediahouse – die Verantwortung für die Zeitungen und Beilagen der Welt-Gruppe übernehmen.

Manuela Kampp-Wirtz

Manuela Kampp-Wirtz, BurdaStyle
Manuela Kampp-Wirtz, BurdaStyle (© BurdaStyle)
Mit Magazinen für Mode und Lifestyle, Boulevard und Unterhaltung kennt sie sich bestens aus. Erst recht mit den Zahlen, die dahinter stehen. Manuela Kampp-Wirtz ist seit Dezember 2012 Geschäftsführerin bei BurdaStyle in München und trägt kaufmännische und strategische Verantwortung für einen großen, bunten Strauß von Medienmarken. Dazu gehören als Luxury-Titel Elle, Elle Decoration, Instyle, Instyle Men und Harper’s Bazaar sowie als Premium-Titel die Bunte, Freundin und Donna. Für die Bereiche Fashion und Entertainment ist BurdaStyle nach eigenen Angaben mit mehr als acht Millionen Lesern sowie knapp zwei Millionen Usern der größte Medienanbieter in Deutschland.

Kampp-Wirtz treibt zahlreiche Aktivitäten voran, um der Verlagsgruppe neue Erlösmodelle zu erschließen. Sonderhefte wie „Freundin Wellfit“ und „Bunte Gesundheit“ gehören dazu, Produkte abseits von Print wie die Instyle Box (mit Beauty- und Pflegeprodukten) und auch Events wie die zweitägige Schönheitsmesse Bunte Beauty Days, die im Oktober erstmals auf der Messe München stattfand.

Manuela Kampp-Wirtz ist Mitte 40. Sie hat Kommunikationswissenschaften studiert und mit dem Magister abgeschlossen. Vor ihrer jetzigen Tätigkeit verantwortete sie als Publisher bei Condé Nast die Magazine Vogue, Glamour und Myself. Die Managerin war in ihrer Vergangenheit schon einmal bei Burda: von 2005 bis 2008 als Head of Sales & Marketing bei der damaligen Burda People Group. Ihre Karriere startete Kampp-Wirtz bei der MVG Medienverlagsgesellschaft als Anzeigenleiterin der Marken Cosmopolitan, Joy und Shape.

Miriam Meckel

Miriam Meckel, Wirtschaftswoche
Miriam Meckel, Wirtschaftswoche (© Wirtschaftswoche)
Wo anfangen? Bei Miriam Meckel, der Herausgeberin? Der Autorin und Moderatorin? Der Professorin? Der Politikerin, der Feministin, der Frau der Fernsehmoderatorin Anne Will? Oder bei der Karrierefrau Miriam Meckel, die versuchte, ihre Leistung, ihren Input, ihr Tempo immer mehr zu steigern, bis sie schließlich nicht mehr kann – dann aber auch diese Erfahrung wieder ummünzt in Action und einen Bestseller über ihr Burn-Out schreibt? Nicht nur mit diesem Buch hat Meckel für reichlich Aufsehen gesorgt.

Unvergessen auch ihr Auftritt auf dem W20-Frauengipfel im Frühjahr 2017. Meckel moderierte eine Runde mit Kanzlerin Angela Merkel, IWF-Chefin Christine Lagarde, der US-Präsidententochter Ivanka Trump, Königin Máxima aus den Niederlanden, und brachte die Kanzlerin mit einer Frage gehörig aus dem Konzept: Ob Merkel sich selbst als Feministin sehe? Die Reaktion der Kanzlerin: Stocken, Stottern – und ein Eiertanz. Sie möchte sich nicht mit einem Titel schmücken, den sie gar nicht habe, lautete schließlich die Antwort der Bundeskanzlerin.

Seit Frühjahr 2017 ist Miriam Meckel Herausgeberin der Wirtschaftswoche, zuvor war sie zweieinhalb Jahre lang Chefredakteurin des Magazins. Sie wurde 1967 in Hilden, in der Nähe von Düsseldorf, geboren. Studiert hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, Sinologie, Politikwissenschaften und Jura an den Universitäten Münster und Taipei/Taiwan. Danach arbeitete sie als TV-Moderatorin (ARD, Vox, RTL). Als Professorin lehrt sie in Münster und St. Gallen/Schweiz.

Miriam Meckel hat in ihrem Leben viel erreicht und sucht doch neue Herausforderungen. Dazu passt ein Bild, das sie über Twitter verbreitet hat – ein Spruch, augenscheinlich irgendwo abfotografiert: „All I ever wanted, is the world“ (Ich wollte immer bloß die Welt). Meckel hat drei Worte darunter geschrieben: „Erstmal klein anfangen...“

Bascha Mika

Bascha Mika, Frankfurter Rundschau
Bascha Mika, Frankfurter Rundschau (© Gaby Gerster)
Sie ist redegewandt, lebendig, ernsthaft und charmant. Aber Bascha Mika führt auch immer ein kleines, gefährliches Florett mit sich: Wenn es darum geht, ihre Sicht der Dinge deutlich zu machen, scheut sich die Journalistin nicht, zu überspitzen oder auch zu polarisieren. Bascha (eigentlich „Barbara“) Mika ist eine der prominentesten und profiliertesten Publizistinnen der Republik. Seit April 2014 leitet sie zusammen mit Arnd Festerling die Redaktion der Frankfurter Rundschau. Das linksliberale Blatt wieder zu überregionaler Bedeutung zurückzuführen, ist ihre Mission.

Sie sitzt oft auf Podien, ist gern gesehener Gast in politischen Talkshows. Lange war sie Chefredakteurin der „tageszeitung“ in Berlin, von dort ist sie gestählt durch endlose, interne Debatten des ehemals alternativen Zeitungsprojekts.

Bascha Mika wurde bereits in eine raue Umgebung geboren. Bei minus 27 Grad Außentemperatur erblickte sie am 17. Januar 1954 in einem schlesischen Dorf in Polen das Licht der Welt. Als sie fünf Jahre alt war, zog ihre Familie nach Aachen. Nach einer Banklehre studierte Mika Philosophie, Germanistik und Ethnologie in Bonn und Marburg. Von 1988 an arbeitete sie als Nachrichtenredakteurin und Reporterin bei der taz. Zehn Jahre später, als das chronisch unterfinanzierte Blatt ums Überleben kämpfte, erklomm sie einen Schleudersitz: den der Chefredakteurin. Die Nummer 13 in acht Jahren. Bis 2009, länger als jede und jeder andere vor oder nach ihr, hat sie die Funktion ausgefüllt.

Für ihre herausragenden journalistischen Leistungen und ihr frauenpolitisches Engagement wurde Bascha Mika mehrfach ausgezeichnet. Als Publizistin hat die Honorarprofessorin der UdK Berlin Bücher verfasst, die kontrovers diskutiert wurden, wie ihre 1998 erschienene Biografie über Alice Schwarzer und ihre 2011 erschienene Streitschrift „Die Feigheit der Frauen“.

Angelika Müller

Angelika Müller, Ahead Media
Angelika Müller, Ahead Media (© Ahead Media)
In dem kleinen, aber feinen Verlag Ahead Media laufen die Fäden bei Angelika Müller zusammen. „Wir sind eine Art Familienbetrieb, in dem viele Entscheidungsebenen miteinander verknüpft sind“, charakterisiert die Diplom-Kauffrau, 44, den Boutique-Verlag mit Sitz in Wien und Berlin. Angelika Müller steuert die Geschäfte von der deutschen Hauptstadt aus und sorgt seit vielen Jahren als Verlagsleiterin dafür, dass Ahead Media erfolgreich ist. Zu dem Verlag gehören rund hundert feste Mitarbeiter in sieben Ländern. „Aber wir arbeiten für tausend“, sagt Müller.

Bei Ahead Media erscheinen die Premium-Magazine Flair (Mode und mehr), Home (Design und Lifestyle) und seit Mai 2013 auch Domus, die deutsche Ausgabe des legendären Architektur- und Designmagazins aus Italien. Seit Jahrzehnten prägt Domus die internationale Design- und Architekturwelt, begleitet meinungsfreudig sämtliche Strömungen und Entwicklungen, sei es die Nachkriegsmoderne, Memphis oder Minimalismus. Angelika Müller ist bei Domus Mit-Herausgeberin.

Ihr Herz schlage für beide Bereiche, sagt sie, für die redaktionellen Inhalte genauso wie für die Vermarktung. Ganz offensichtlich hat sie aber auch ein Herz für Hunde: Wenn ihr Verleger, Alexander Geringer, aus Wien anreist, kümmert sich Angelika Müller bei Bedarf um Ilai, den Respekt einflößenden Shar-Pei. So macht man das in der Familie.

Bianca Pohlmann

Bianca Pohlmann, Bild der Frau
Bianca Pohlmann, Bild der Frau (© Joern Pollex / Getty Images)
Scheidung! Mario Simmels Frau: Die Wahrheit über meine Ehe“ – mit dieser Schlagzeile auf dem Cover ist die Bild der Frau im März 1983 erstmals herausgekommen. Mode, Liebe, Gesundheit, Rezepte, Ratgeberrubriken: Mit einem Mix aus Unterhaltung und Information hat sich das wöchentlich erscheinende Blatt als Deutschlands größte Frauenzeitschrift etabliert. 30 Jahre lang erschien Bild der Frau bei Axel Springer, seit ein paar Jahren bei der Funke Mediengruppe. Von diesem Wechsel abgesehen, sei sich das Blatt „ziemlich treu geblieben und zugleich mit der Zeit gegangen“, meint Bianca Pohlmann: „Diese Zeitschrift hat Herz und Haltung.“

Bianca Pohlmann ist Verlagsleiterin der Bild der Frau-Markenfamilie. Mit 39 Jahren hat sie im September 2016 diesen Posten übernommen – für sie eine bekannte Aufgabe. Die Diplom-Kauffrau war nämlich schon einmal, von Mitte 2009 bis Anfang 2014, verantwortlich für Bild der Frau, damals allerdings noch bei Axel Springer. Pohlmann ist in ihrer jetzigen Funktion auch für die Verleihung der „Goldenen Bild der Frau“ zuständig. Mit dieser Auszeichnung werden auf einer glamourösen Gala jedes Jahr fünf Alltagsheldinnen für ihr besonderes gesellschaftliches Engagement gewürdigt.

Bianca Pohlmann begann ihre Karriere bei Springer. Hier war sie Assistentin und später Büroleiterin des Zeitschriftenvorstands, dann stellvertretende Gesamtanzeigenleiterin Zeitschriften und Vize-Verlagsleiterin der Frauen- und Lifestyle-Medien. Und schließlich Verlagsleiterin von Bild der Frau und Frau von Heute. Im Februar 2014 wechselte sie dann das Medienhaus und übernahm bei der Bauer Media Group die Verantwortung für die People- und Lifestyle-Magazine. In dieser Zeit war sie auch Geschäftsführerin des inzwischen wieder eingestellten deutschen People-Magazins.

Sabine Rückert

Sabine Rückert, Zeit
Sabine Rückert, Zeit (© Vera Tammen)
Journalistin durch und durch, ist Sabine Rückert auch schon mehrfach selbst Gegenstand von Berichterstattung gewesen. Zuletzt im Zusammenhang mit dem sogenannten „Kachelmann-Prozess“, bei dem gegen den Metereologen und TV-Moderator Jörg Kachelmann wegen Vergewaltigung verhandelt wurde. Der stellvertretenden Chefredakteurin der Hamburger Wochenenzeitung Die Zeit warf unter anderem die FAZ 2010 vor, parteiisch zugunsten von Jörg Kachelmann zu berichten. Bekannt war die Theologen-Tochter zu dem Zeitpunkt bereits: So hat sie eine Reihe Auszeichnungen für ihre Justiz- und Gerichtsberichterstattung erhalten, darunter den Theodor-Wolff-Preis, den Egon-Erwin-Kisch-Preis, den Henri-Nannen-Preis und den Deutschen Reporterpreis.

Seit Dezember 2012 fungiert Sabine Rückert als stellvertretende Chefredakteurin der Zeit. Davor leitete sie das Ressort Dossier. Neben Giovanni di Lorenzo gehören Bernd Ulrich und Moritz Müller-Wirth der Chefredaktion an. Die Berufung Rückerts war eine von mehreren personellen Veränderungen, bei denen die Zeit Frauen befördert. Auf dem Weg in die Chefredaktion der Hamburger Wochenzeitung hat Sabine Rückert nach ihrem Studium die Springer-Journalistenschule absolviert und bei der Bild und der taz gearbeitet.

Anke Schäferkordt

Anke Schäferkordt, RTL Deutschland/Bertelsmann
Anke Schäferkordt, RTL Deutschland/Bertelsmann (© Stefan Gregorowius)
Ob sie auch Netflix oder Amazon Prime schaue? „Ich habe alles an Bezahlangeboten abonniert, was so auf dem Markt ist. Ich behalte den Wettbewerb immer im Auge“ – mit diesen Worten gab Anke Schäferkordt vor kurzem einen Einblick in ihre Fernsehgewohnheiten. „Ich mag Fortsetzungsgeschichten nur über einige wenige Episoden – das meiste davon hätte bei unseren Sendern übrigens keinen Erfolg.“ Schäferkordt ist eine der wichtigsten Medienmanagerinnen der Republik. Seit zwölf Jahren ist sie Geschäftsführerin der RTL Television und Mediengruppe RTL Deutschland, zu der neben RTL auch N-TV, Vox und viele Spartensender gehören.

Seit mehr als 25 Jahren ist Anke Schäferkordt beim Privatfernsehen. Die größte Veränderung für ihre Sendergruppe und den deutschen TV-Markt brachte in dieser Zeit der digitale Wandel. Im Wettbewerb mit Streaming- und Online-Angeboten will sie noch stärker auf Eigenproduktionen setzen: „In Deutschland produzierte Inhalte sind nah an den Interessen unserer Zuschauer, und das bringt uns einen Wettbewerbsvorteil gegenüber internationalen Streaming-Diensten, die vor allem auf amerikanische Serien setzen.“

Anke Schäferkordt wurde 1962 in Lemgo geboren. Nach dem BWL-Studium durchlief sie von 1988 an das kaufmännische Führungsnachwuchsprogramm bei Bertelsmann. 1991 wurde sie Referentin für Vertriebscontrolling und strategische Planung bei RTL Plus. Nach führenden Jobs bei RTL Plus und Vox wurde sie 1999 Geschäftsführerin von Vox. Von 2012 bis April 2017 war sie Co-CEO der RTL Group. Seit 2012 gehört die auch mit dem Horizont Award ausgezeichnete Medienmanagerin ebenfalls dem Vorstand des RTL-Mutterkonzerns Bertelsmann an.

Elke Schneiderbanger

Elke Schneiderbanger, ARD-Werbung, Sales & Services
Elke Schneiderbanger, ARD-Werbung, Sales & Services (© Rui Camilo)
Was für eine schöne Stimme! Wie aus dem Radio. Wenn Elke Schneiderbanger spricht – mit diesem Timbre, souverän und akzentuiert – spürt man, dass das Mikrofon ihr Freund ist. Das Radio ist Teil ihrer Biografie, mittlerweile hat Elke Schneiderbanger aber auf einem anderen Feld das Sagen: Seit 2010 ist sie Geschäftsführerin der TV-und Radio- Vermarktungsgesellschaft ARD-Werbung Sales & Services (AS&S). Bei der Vermarktung der Werbeblöcke im Ersten etwa gibt sie die Richtung vor.

Die persönliche Präsenz bei Kunden und Agenturen ist ihr wichtig. „Ich bin kein Mensch, der hauptsächlich im Büro sitzt und erst dann einschreitet, wenn etwas nicht läuft. Ich will mit an die Front und so nah wie möglich dran sein am operativen Geschäft“, beschreibt Sie ihren Arbeitsstil. Bei einer schlechten Performance sei sie „schon jemand, der die Raumtemperatur allein durch seine Anwesenheit senken kann“. Bei der jährlichen ARD Medienlese, einem Treffen mit Kunden und Agenturen, verbreitet Schneiderbanger andererseits mindestens ebenso viel Glanz wie all die geladenen Stars und Sternchen aus dem Vorabend-Programm. Das Mikrofon steht ihr einfach.

Elke Schneiderbanger wurde 1959 in Bamberg geboren. Ihre Karriere begann mit einem Volontariat beim Obermain-Tagblatt in Lichtenfels. Es folgten Führungspositionen bei privaten Radiosendern wie Charivari und Antenne Bayern. Ab 1990 wurde Schneiderbanger als Moderatorin für Sat 1, den Bayerischen Rundfunk und das ZDF einem breiteren Publikum bekannt. Am Samstagnachmittag moderierte sie in Sat 1 das wöchentliche Bergsteigermagazin „Zauber der Berge“.

Simone Schwab

Simone Schwab, Media Frankfurt
Simone Schwab, Media Frankfurt (© Media Frankfurt)
Auf die Passagiere aus Peking warten am Zielflughafen Frankfurt die Koffer und eine wichtige Botschaft. Sobald am Gepäckausgabeband „PEK“ für Peking aufleuchtet, springen auch schon die 46 Zoll großen Monitore an, um die herum sich das Kofferband dreht: In Full HD kommt jetzt Werbung für das exklusive Smartphone Porsche Design Huawei Mate 9. Auf Chinesisch, klar. Die Kampagne ist an die Flugdaten der Airline gekoppelt und wird automatisiert über die gewählten digitalen Netze ausgespielt. Werbeformate wie diese seien bei ihren Kunden derzeit sehr gefragt, sagt die Geschäftsführerin von Media Frankfurt, Simone Schwab: „Nun gilt es, dieses Potenzial kreativ zu nutzen.“

Simone Schwab ist Diplom-Kauffrau, Anfang 50 und seit 2007 in der Geschäftsführung des Unternehmens, das in Frankfurt exklusiv alle Werbeflächen am Flughafen vermarktet. Airport-Werbung ist seit jeher besonders groß und spektakulär. Durch die Anbindung an das Netzwerk von JCDecaux, dem Weltmarktführer mit 152 Flughäfen weltweit, ist das Frankfurter Unternehmen zudem erste Anlaufstelle für internationale Airport-Kampagnen deutscher Unternehmen.

Flugreisende sind für Werbetreibende eine reizvolle Zielgruppe: Wer auf den Flieger wartet, hat nicht viel zu tun und shoppt zum Zeitvertreib. Allein durch den Frankfurter Flughafen, Europas drittgrößtes Drehkreuz, strömen im Jahr 61 Millionen Passagiere. Media Frankfurt betreibt dort mehr als 2000 Werbemedien, im Innen- und Außenbereich der beiden Terminals.

Isabelle Sonnenfeld

Isabelle Sonnenfeld, Google News Lab
Isabelle Sonnenfeld, Google News Lab (© Ashley Ludaescher)
Eigentlich wollte sie in die Politik, aber der Zufall wollte es anders. Seit Oktober 2015 leitet Isabelle Sonnenfeld, 32, das Google News Lab für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Das News Lab ist ein frei zugänglicher, virtueller Raum – ein Online-Schulungszentrum. Journalisten finden dort Informationen über Google-Trends und Kurse für den richtigen Umgang mit den konzerneigenen Werkzeugen; Best-Practice-Beispiele für Recherche und Storytelling zeigen, wie das im Idealfall geht. Darüber hinaus gibt es Programme zur Förderung von Innovationen im digitalen Nachrichtengeschäft. Warum Google das alles macht? „Unsere Antwort ist einfach: Google hat ein Interesse an gutem digitalen Journalismus und daran, dass er sich inmitten des aktuellen Strukturwandels entfalten kann“, sagt Isabelle Sonnenfeld.

Sie ist viel unterwegs, besucht Verlage und Redaktionen. Berät individuell, koordiniert Workshops, entwickelt Ideen und Projekte. Diese Zusammenarbeit, meint Sonnenfeld, sei das beste Mittel, um das Internet als offene Plattform gegen Missbrauch zu schützen: „Collaboration is the new disruption.“

Isabelle Sonnenfeld ist in Bonn aufgewachsen und hat an der Maastricht University einen Bachelor in European Studies erworben. An der NRW School of Government in Duisburg setzte sie noch den Master in Political Management & Public Policy darauf. Dann wollte sie nach Brüssel, landete – aus persönlichen Gründen – aber in London. Dort kam der Zufall ins Spiel: Isabelle Sonnenfeld lernte das im Aufbau für Europa begriffene Twitter-Team kennen. 2011 war sie die erste Mitarbeiterin von Twitter in Deutschland. Als Head of News, Government & Politics baute sie die Plattform mit auf. Vor Twitter war Sonnenfeld als Gründerin und Chefredakteurin für das politische Gesellschaftsmagazin „Hammelsprung“ tätig.

Helma Spieker

Helma Spieker, Bauer Advertising
Helma Spieker, Bauer Advertising (© Bauer)
Kosmetik und Beauty – nicht wegzudenken aus einer Frauenzeitschrift. In diesem Umfeld fühlen sich auch die Hersteller wohl. Werbungtreibende aus diesen Bereichen seien für Bauer Premium die größte und wichtigste Kundengruppe, sagt Helma Spieker, Director Strategy & Sales bei der Bauer Advertising KG. Als Mitglied der Geschäftsleitung leitet sie dort seit Anfang 2016 den Verkauf. Unter anderem hat sie auch die Gesamtanzeigenleitung für die Premium-Magazine übernommen. Der Anzeigen- und Onlinevermarkter von Bauer entwickelt innovative Konzepte und crossmediale Kampagnen für Anzeigenkunden. Unter dem Dach Bauer Premium hat das Medienhaus seine Premiummarken gebündelt, wie Cosmopolitan, Happinez, Maxi, Shape, Intouch Style und seit dem Frühjahr auch „Einfach. Sein“.

Helma Spieker ist Ende 50. Sie hat in Münster Publizistik studiert und mit dem Magister abgeschlossen. Sie arbeitete zunächst als Marktforscherin bei Burda und RTL, anschließend als Anzeigenleiterin in verschiedenen Verlagen. 2002 startete sie bei Gruner + Jahr als Büroleiterin der Verkaufsbüros Hamburg, Hannover und Berlin. 2006 übernahm sie die Gesamtanzeigenleitung für die Bereiche Frauen/Familie/People sowie die Anzeigenleitung der Brigitte. Von 2013 bis 2015 war sie Geschäftsführerin des Vermarkters BM Brandmedia.

Kosmetik und Beauty – darauf möchte Helma Spieker auch privat nicht verzichten. Luxuskosmetik, so hat sie einmal verraten, sei das, „was mich nach einem langen, harten Arbeitstag wieder glücklich macht – und mich auch so aussehen lässt“.

Judith Sterl

Judith Sterl, Score Media Group
Judith Sterl, Score Media Group (© Score Media Group)
Judith Sterl hat ein kühnes Lebensmotto: „Do it and apologize later“ (Tu es und entschuldige dich später). Den Wagemut, der daraus spricht, braucht sie als Chief Operations Officer der Score Media Group, dem noch jungen Anzeigenvermarkter zahlreicher deutscher regionaler Zeitungen. Das Unternehmen ist erst 2016 an den Start gegangen, zuvor waren andere Kooperationsversuche an den Eigeninteressen der Verlage gescheitert. Zur Vermarktungsallianz der Score Media Group zählen mittlerweile 29 Verlagshäuser mit mehr als 130 Tageszeitungsmarken und mit einer Crossmedia-Reichweite von monatlich knapp 43 Millionen Konsumenten. Mit dabei sind unter anderem die Funke Mediengruppe, die Mediengruppe Madsack, die Südwestdeutsche Medien Holding, die Rheinische Post Mediengruppe und die FAZ-Gruppe.

Sterl ist bei dem Vermarktungsverbund für den strategischen Auf- und Ausbau der Unternehmensstrukturen und -prozesse sowie für Kommunikation, Marketing, Personal und Business Operations zuständig. Vor ihrem Wechsel war sie bei Trademob als Chief Marketing Officer tätig. Davor bekleidete sie zwischen 2003 und 2014 leitende Positionen im Bereich PR und Marketing bei Yahoo.

Die Kommunikationsexpertin wurde 1975 geboren. An der Universität Regensburg hat sie Jura studiert. Judith Sterl ist Mutter einer Tochter und in ihrer Freizeit ehrenamtlich als Head of Marketing & Communications für die gemeinnützige Organisation Dignitos tätig. Bedürftigen Menschen kann man dort – über eine App – eine Mahlzeit im Restaurant spenden.

Hannah Suppa

Hannah Suppa, Märkische Allgemeine Zeitung
Hannah Suppa, Märkische Allgemeine Zeitung (© Alexander Körner)
Journalistin. Digital. Auf Papier. Immer. Chefredakteurin Märkische Allgemeine Zeitung.“ Das ist Hannah Suppas Selbstbeschreibung auf Twitter. Beruflich gesehen wäre damit alles Wesentliche gesagt. Hannah Suppa ist im Frühjahr dieses Jahres, im Alter von 33 Jahren, zur Chefredakteurin der Märkischen Allgemeinen Zeitung in Potsdam berufen worden. Im Sommer trat sie ihren neuen Job an. Zuvor war sie stellvertretende Chefredakteurin der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ). Beide Blätter gehören zur Madsack Mediengruppe. Für Regionalzeitungen ist so eine Karriere sehr untypisch, zumal es bei ihnen ohnehin kaum Chefredakteurinnen gibt. Hannah Suppa studierte Deutsche Philologie, Politikwissenschaft und Zivilrecht in Münster und volontierte danach bei der HAZ, Niedersachsens größter Tageszeitung. Als Reporterin und Blattmacherin arbeitete sie im Lokalen und von 2012 an leitete sie im HAZ-Newsroom den gesamten Digitalbereich. Im April 2014 übernahm sie das neu geschaffene Amt der stellvertretenden Chefredakteurin. Parallel dazu absolvierte die Journalistin an der Hamburg Media School einen Master-Studiengang, der sich mit den neuen Fragestellungen im digitalen Journalismus beschäftigt. Ihre Master-Arbeit griff ein aktuelles Thema auf: „Medien im Rechtfertigungsmodus: Die Auswirkungen der Lügenpresse-Debatte auf Regionalzeitungen.“

Angela Wisken

Angela Wisken, dfv Mediengruppe
Angela Wisken, dfv Mediengruppe (© dfv Mediengruppe)

Mehr als 100 Fachpublikationen für elf Wirtschaftsbereiche, 147 Millionen Euro Umsatz, fast tausend Mitarbeiter: Das sind die Kerndaten der dfv Mediengruppe, in der neben Horizont zum Beispiel die Lebensmittel Zeitung erscheint, die TextilWirtschaft, das Touristik-Fachmagazin fvw … An der Spitze des größten deutschen Fachmedienhauses steht Angela Wisken, seit 2013 Sprecherin der Geschäftsführung. Im silbernen 14-stöckigen Hochhaus an der Mainzer Landstraße in Frankfurt hat sie ihr Büro in der 8. Etage, mitten in der Redaktion der Lebensmittel Zeitung. Das ist kein Zufall.

Angela Wisken ist Journalistin. Bis heute führt sie – neben ihren Aufgaben im Topmanagement – auch die Redaktion des führenden Branchentitels, bei dem sie ihre Karriere 1980 begann. Seit 2000 ist sie Chefredakteurin der Lebensmittel Zeitung. Dass eine Chefredakteurin zur Sprecherin der Geschäftsführung berufen wird, passt zum Stil dieses publizistisch geführten Hauses.

Im sechsköpfigen Management-Gremium verantwortet Wisken die publizistische Ausrichtung wichtiger Titelgruppen, auch die von Horizont, außerdem die Entwicklung der digitalen Medien für die gesamte Gruppe. Skalierbare Geschäftsmodelle für Desktop, Mobile und Tablet, die Entwicklung von Paid-Content-Angeboten, strategische Minderheitsbeteiligungen in der Start-up-Szene: Themen wie diese stehen heute auf ihrer Agenda.

Ob in der Redaktion oder als Sprecherin der Geschäftsführung, Angela Wisken führt ihre Teams unaufgeregt, zurückhaltend im Ton, klar in der Sache. 1956 wurde sie in Duisburg geboren, in ihrer Wahlheimat Frankfurt ist sie längst fest verwurzelt. Sie ist Mutter einer erwachsenen Tochter, ihre private Passion gilt den bildenden Künsten.uv 



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